Amerikanischer Missionar/Liebesprediger/Märtyrer in Nordkorea verschwunden, warum ich nicht um ihn weine…

Seit einigen Tagen geistert, will man sich über Nordkorea informieren, vor allem das Schicksal des amerikanischen “Missionars” Robert Park durch die Medien, der von China aus die Grenze zu Nordkorea überschritt und währenddessen lautstark proklamierte, dass er die Liebe Gottes bringe. Achja und einen Brief, in dem er den Rücktritt Kim Jong Ils und die Auflösung der nordkoreanischen Gefangenenlagern forderte, hatte der Gute angeblich auch noch dabei. Eigentlich hatte ich vorgehabt, diesen Stuss komplett zu ignorieren, weil dieses Blog ja nicht “Internationaler-Trottel-Report” oder so heißt. Aber weil Nordkorea bei der Sache ja eine gewisse Rolle spielt und Herrn Park völlig übertriebene Aufmerksamkeit geschenkt wird, hab ich mich dann doch noch überwinden können, meine Meinung zum Besten zu geben.

Über die zwiespältige gefährliche und wenig hilfreiche Rolle, die vor allem südkoreanische und amerikanische Missionsgruppen in Nordkorea spielen, hab ich mich ja schonmal reichlich ausgelassenk**zt. Im Kontext dieses irrationalen und kurzsichtigen Sendungsbewusstseins ist wohl auch die Aktion Parks zu sehen. Nur konsequenter… Während die meisten Besserchristen durch ihre Aktionen vornehmlich das Leben der Menschen in Nordkorea, die mit ihnen in Kontakt kommen, in Gefahr bringen, geht Parks Ansatz etwas weiter. Der hat nämlich erklärt, dass er nicht aus der nordkoreanischen Gefangenschaft befreit werden will und im Zweifel auch in nordkoreanischer Gefangenschaft sterben wolle. Gut so. Wenigstens betrifft seine Entscheidung nur ihn selbst. Und außerdem ist zumindest ein religiöser Fanatiker aus dem Verkehr gezogen.Aber was hat sich Park von seiner Aktion eigentlich versprochen? Wie das ja oft bei Fanatikern der Fall ist, kann man das erstmal schwer verstehen. Vermutlich wollte er seine Verhaftung provozieren und so die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Menschenrechtslage in Nordkorea lenken. Das erste ist ihm mit Sicherheit gelungen, das Zweite irgendwie auch…Aber die Medien, die sonst ja kaum eine Chance zur Verteufelung und Panikmache bezüglich Nordkorea vorüberziehen lassen, reagieren in diesem Fall erstaunlich ruhig und beschreiben nur neutral die Fakten. Warum? Weil die Aktion total dämlich ist und weil es kaum eine Möglichkeit gibt, wohlwollend darüber zu berichten. Nur mal so zum Beispiel. In Deutschland kann die illegale Einreise auch mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe sanktioniert werden. Und auch wenn wir hier die freie Rede wesentlich höher schätzen als in Nordkorea, so gibt es trotzdem auch hier Sachen, die man im Gegensatz zu anderen Ländern nicht sagen darf. Beispiel gefällig? Mir fällt da die Holocaustlüge ein. Wenn hier ein Mensch anderer Nationalität (sagen wir mal nicht EU) ohne die gewöhnlichen Einreiseformalitäten einreisen würde, dabei laut proklamieren würde, die Gaskammern habe es nie gegeben, dann hätte er zumindest die formalen Anforderungen für ne Freiheitsstrafe erfüllt. Und meiner Meinung nach hätte ers nicht besser verdient.Aber mein Gott, ist das alles jetzt auch nur eine einzige Zeile wert? Eigentlich nicht. Wenn ich bei Rot über ne Ampel fahre geb ich vielleicht den Führerschein ab. Zurecht. Klar kann ich sagen, dass ich gegen das inhumane Verkehrsrecht der deutschen Behörden protestieren wollte. Das wird aber hier niemanden interessieren. Wenn ich in Malaysia illegal einreise, krieg ich mit nem Stock den Arsch gehauen. Zurecht. Klar kann sagen, dass ich gegen die Beschränkung meiner Bewegungsfreiheit demonstriere. Aber so stehts dort nunmal im Gesetz. Wenn ich mit ner Waffe auf jemanden Schieße, den ich für nen Einbrecher halte, geh ich in Deutschland vielleicht in den Knast. Zurecht. Klar kann ich sagen, dass ich mich selbst verteidigen musste und jeder eine Waffe zu diesem Zweck tragen dürfen sollte. Aber…Genau, in unserem Gesetz steht was anderes. Was ist das also für ne dämliche Art des Protestes die sich Herr Park da hat einfallen lassen? Genau. Extrem dämlich.Aber vielleicht kann er ja den anderen Möchtegernweltrettern zum Vorbild dienen, auf das sich die nordkoreanischen Gulags mit “Missionaren” und religiösen Fanatikern aller Art fülle mögen, und dass diese in Zukunft keinen Schaden mehr anrichten können! Robert Park hat einen Weg gefunden, die Welt Stück für Stück zu bessern.

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2 Antworten

  1. WIE ICH KIM JONG IL STÜRZTE…

    Drama in 3 Akten

    1. AKT

    (Kim Jong Il liegt auf der Couch. Döst vor sich hin.)

    Ein Bote erscheint.

    BOTE: Hoch verehrter und geliebter Führer: Ihr habt eine Botschaft….

    KIM JONG IL (knurrt). Hm….

    (Stille)

    KIM JONG IL: … von wem ?

    BOTE: Von einem hochgestellten Amerikaner…

    KIM JONG IL: Leck mich am Ar*** mit diesem Sch*** Obama…

    BOTE. Hoch verehrter und geliebter Führer … – Robert Park…

    (Kim Jong Ils Körper strafft sich, er nimmt Haltung an, salutiert.)

    KIM JONG IL (militärisch): Das ist etwas anderes. Was schreibt er ?

    BOTE: Er sagt, Ihr seid ein Diktator, der sein Volk knechtet. Er schlägt Ihnen Ihren Rücktritt vor…

    KIM JONG IL: Hm….

    (Kim Jong Il verfällt in tiefes, lang andauerndes Schweigen…)

    2 Sekunden später.

    KIM JONG IL: Jetzt, wo es Erwin Parker sagt – oder wie heißt der Kerl – is ja auch egal … – fällt es es mir auch auf…
    Ich befehle: Ich schenke meinem Volk die Freiheit – ich trete zurück….

    2. AKT

    Die Welt-West-Presse überschlägt sich.

    BILD-Zeitung: “KOMMUNISTENSCHWEIN DANKT AB ! ”

    FAZ: ” Die Welt hat einen neuen Helden : Erwin Parker !”

    3. AKT

    Kim Jong Il furzt.

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