Eigentlich habe ich gerade nicht so viel Zeit, aber eben ist mir ein Artikel von KCNA in mehrfacher Hinsicht ins Auge gesprungen und daher möchte ich euch kurz darauf aufmerksam machen. Heute hat Kim Jong Un laut KCNA auf dem Mangyongdae Freizeitpark (der nach dem, was man so lesen kann, nicht im allerbesten Zustand ist) Vor-Ort-angeleitet und dabei ziemlich auf den Putz gehauen.
So wie sich der Artikel anhört (verlinke ich morgen. Hier der Link), hatte er so ziemlich an allem etwas auszusetzen und wusch den verantwortlichen vor Ort ordentlich den Kopf: weil Unkraut wuchs, weil der Gehweg nicht richtig in Schuss und die Anlagen insgesamt nicht in Ordnung waren. Nach seinem Rundumschlag beauftragte er Choe Ryong-hae, immerhin etwa Nummer 3 oder 4 in der Führung, zu beaufsichtigen, wie der Park in Stand gesetzt wird.
Unter anderem ist in dem Artikel folgendes zu lesen:
He called for sprucing up the Mangyongdae Funfair as required by the Songun era. This process should be made an occasion of removing outdated ideological point of view from the heads of officials and ending their old work-style, he added.
[Er befahl, den Mangyongdae Freizeitpark so aufzupolieren, wie es die Songun-Ära erfordere. Dieser Prozess solle zum Anlass genommen werden, veraltete ideologische Ansichten aus den Köpfen der Offiziellen zu entfernen und ihre alte Arbeitsweise zu beenden, ergänzte er.]
Es gibt also noch veraltete ideologische Ansichten in Nordkorea! Und das, obwohl das Volk doch schon seit über 4 Jahrzehnten mit der Juche-Ideologie beglückt wird. Wo kommen diese veralteten ideologischen Ansichten wohl her. Und vor allem, wie kriegt man sie aus den Köpfen der Leute? Vielleicht können sich die Nordkoreaner in nächster Zeit auf neue Ausmaße ideologischer Schulung gefasst machen. Hoffen wir, dass nicht soviel alte Ideologiebestände in den Köpfen der Leute sind, dass man aktiv kämpferisch dagegen vorgehen muss.
Naja, das könnte ein Hinweis sein, wo der Weg in Zukunft hinführt.
Mal ganz ab davon sind mir aber noch einige andere Sachen aufgefallen. Erstens hat Kim Jong Un sich weiter von Opas Kleiderschrank inspirieren lassen. Anders kann der Hut, den er da getragen hat wohl kaum deuten. Also weiter “Back to the roots”…

Des Kaisers neuer Hut…

Kim Jong Un kann auch anders. Er maßregelt…

…jätet…

…und sieht danach richtig nach Arbeit aus.
Außerdem zeigt der junge weiter, dass er anpacken kann. Eigenhändig rupft er am Gras und sieht danach irgendwie schon ein bisschen so aus, als habe er gearbeitet, vor allem wegen der offenen Jacke. Nur sein Volumen lässt ihn unbeholfen wirken.
Naja, sehr interessant ist das alles jedenfalls. Nordkoreas Propagandisten wollen wohl zeigen, wie groß die Autorität Kim Jong Uns ist. Er maßregelt Leute und ordnet einen der mächtigsten Leute des Landes als Vorarbeiter ab. Außerdem ruft er nach ideologischem Fortschritt, hält aber an Songun fest. Fast programmatisch finde ich das ganze…
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