Mission accomplished: Myanmar kühlt militärische und politische Beziehungen zu Nordkorea ab

Vor ungefähr einem halben Jahr habe ich ja schonmal darauf hingewiesen, dass die USA für die Normalisierung ihrer Beziehungen mit Myanmar neben erwartbaren Aspekten auch eine leicht überraschende Forderung aufs Tapet brachten. Einer von vier Kernpunkten, die Außenministerin Clinton nämlich damals an die Führung in Naypidaw richtete, war die Aufforderungen, die “illegalen Beziehungen” zu Nordkorea (ich glaube an anderer Stelle war auch von “unpassenden” die Rede) zu beenden. Ich habe das damals als Teil einer Containment-Strategie der USA eingeordnet, die darin besteht, Pjöngjang von so vielen “Freunden” wie möglich zu isolieren. Und damit noch empfindlicher für Druck durch Sanktionen zu machen, bzw. den Druck solcher Sanktionen erst richtig entfalten zu können.

Nun zeigt sich, dass diese Strategie, zumindest was Myanmar angeht, aufzugehen scheint. Auf dem Shangri-La Dialog, einem hochrangigen Sicherheitsforum v.a. für Südostasien erklärte Myanmars Verteidigungsminister Hla Min dass,

Myanmar maintained political and military ties with Pyongyang in the past but “because of our opening and our new efforts, we have stopped such relationships with North Korea.” [...]

“According to our foreign policy, we have friendly relations with all countries so it is just a regular relationship.”

Myanmar habe in der Vergangenheit politische ud militärische VErbindungen zu Pjöngjang unterhalten, aber “wegen unserer Öffnung und unserer neuen Bemühungen haben wir solche Beziehungen zu Nordkorea abgebrochen.” [...]

“Bezüglich unserer Außenpolitik haben wir freundliche Beziehungen zu allen Staaten, daher ist es einfach eine normale Beziehung.”

Für mich hört sich das so an, als seien nicht nur die militärischen, sondern auch die politischen Beziehungen von Myanmar heruntergekühlt worden. Damit verliert Pjöngjang wohl einen Freund in der Region. Allerdings ist es möglich, dass diese “Freundschaft” nie besonders eng war. Denn Gründen, die in der jüngeren Historie liegen, stand man sich grundsätzlich eher fern und es ist möglich, dass einzig die Not (die alten Gesetze des Marktes: Angebot und Nachfrage) die Beiden zusammenbrachte. Wenn sich also die militärischen Bindungen abkühlen, kann ich mir vorstellen, dass in Pjöngjang auch das Interesse an politischen Verbindungen nur begrenzt ist.

Allerdings werde ich das weiter im Auge behalten. Einerseits wird es interessant zu beobachten sein, ob tatsächlich auch diplomatische Kontakte nicht mehr zu verzeichnen sind. Andererseits ist es spannend zu sehen, ob sich die Bewertung Myanmars in Pjöngjangs Propaganda ändert.

Für Frau Clinton und ihre Behörde heißt es jedenfalls erstmal: “Mission accomplished”.

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