Spannendes neues Buch über Nordkoreas “Kastensystem” Songbun

Vielleicht habt ihr schonmal was von Songbun, dem sozialen Klassifizierungssystem in Nordkorea, gehört, durch das die Menschen grob in drei “Klassen” eine “Loyale”, eine “Schwankende” und eine “Feindliche” eingeteilt werden. Diese drei groben Klassen werden wiederum in insgesamt 51 Unterklassen untergliedert. Diesem System wird eine große Wirkung im Alltagsleben in Nordkorea geregelt, denn nicht nur hinsichtlich der Möglichkeit der Parteizugehörigkeit war die Klassenzugehörigkeit (zumindest früher) von Bedeutung, sondern auch, was eine Vielzahl weiterer alltagspraktischer Fragen anging. Der Klassenstatus ist erblich und die Grenzen waren (wiederum zumindest früher) kaum zu überwinden.

Ich finde dieses Thema wirklich sehr spannend, nicht nur weil es meiner Meinung nach eine interessante Bruchstelle in Nordkoreas Ideologie zeigt, aber man hört dazu sehr selten etwas und wirklich gute Infos gibt es selten. Zumindest was Open Content angeht, bisher wirklich wenig (ich kann mich erinnern, dass hier vor längerer Zeit mal darüber gesprochen wurde und es echt nicht leicht war, Infos zu dem System aufzutreiben) Infos und außerdem ist die aktuelle Bedeutung des Systems ein bisschen strittig, weil durch die zunehmende “Kapitalisierung” der nordkoreanischen Gesellschaft ein neuer Kanal für sozialen Aufstieg entstanden ist (sowas wie Geldadel), der unabhängig von dem überlieferten Klassensystem zu funktionieren scheint.

Weil die Informationslage bisher nicht wirklich gut war und die aktuelle Bedeutung des Systemw nicht ganz klar ist, freue ich mich wirklich, euch heute auf eine neue Publikation aufmerksam zu machen. Mal wieder aus dem Autorenpool des Committee for Human Rights in North Korea (HRNK) kommt das insgesamt 133 Seiten starke Buch “Marked for Life: SONGBUN, North Korea’s Social Classification System” das von Robert Collins geschrieben wurde. Ich glaube ich habe bisher noch nichts von Collins gelesen oder gehört, aber der ehemalige US-Militär, der lange in Südkorea gedient hat und sich Korea scheinbar sehr verbunden fühlt analysiert und erforscht die Struktur des Kim Regimes schon seitdem er in Rene ging. Die aktuelle Studie beruht einerseits auf der Sammlung und Strukturierung der vorhandenen Daten zum Songbun System, andererseits der Befragung von 75 nordkoreanischen Flüchtlingen.

Ich hatte noch keine Zeit weiter in das Buch reinzulesen, aber da ich das Thema wirklich superspannend finde, werde ich das garantiert in den nächsten Tagen machen. Aber bis dahin könnt ihr ja auch schonmal reinschauen. Viel Spaß dabei. Wer mag kann sich auch heute Abend unserer Zeit das Veröffentlichungsevent im Livestream anschauen. Mit von der Partie werden neben dem Autor auch Marcus Noland und Nicholas Ebestadt sein, das dürfte also wirklich interessant sein. Die Veranstaltung findet von 14 bis 15:30 Ortszeit statt und wenn ich mich nicht verrechnet habe, sollte das hier also von 20 bis 21:30 h sein. Interessant dürfte das allemal sein.

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2 Antworten

  1. Da keimte nach deiner Überschrift, wirklich mal die Hoffnung auf…..das es mal eine Publikation auf Deutsch geben würde *heul*…..naja ich werds mal mit google übersetzung probieren ;(

    • Sorry, damit kann ich leider nicht dienen. Allerdings habe ich defintitv vor das Buch durchzulesen und ich denke, weil das ein so interessantes und seltenes Thema ist, werde ich auch was dazu schreiben. Ist natürlich nicht so gut, wie das Ganze auf deutsch und wird noch ein Zeitchen dauern, aber vielleicht ist es trotzdem ein kleiner Trost…

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