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      [In order to bring up-to-date our website readers who are not CanKor Report subscribers, we are posting the introductions of the last three issues for your information. Here follows the introduction to CanKor Report #349, the penultimate issue.  --CanKor] Following the announcement that CanKor is coming to an end, we received numerous heartfelt expressions o […]
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Wie Kim Jong Un dem Fluch der bösen Tat entgehen kann — Er muss seine Unschuld wahren

Vor einem knappen Jahr habe ich mich in einem Artikel damit beschäftigt, ob Kim Jong Il etwas aus Muammar al-Gaddafis Ende lernen könnte. Meine Antwort war „Nein“, denn ich ging davon aus, dass er alle Lehren, die er hätte ziehen können schon vorher gezogen hatte. Gleichzeitig merkte ich an, dass es für ihn und sein Regime ohnehin kein Zurück gebe, da der “Fluch der bösen Tat” ihn soweit gebracht habe, dass jede Änderung seiner Unterdrückungspolitik seine Chancen mindere in relativem Luxus eines natürlichen Todes zu sterben. Mittlerweile ist genau das eingetroffen (höchstwahrscheinlich) und sein Sohn führt das Land.

Die Rolle von Entschuldigungen

In letzter Zeit habe ich deshalb öfter mal daran gedacht, dass Kim Jong Un nicht gleichermaßen vom Fluch der bösen Tat betroffen ist. Als ich dann heute dieses sehr spannende Interview mit Jennifer Lind las, in dem es um die Rolle der Entschuldigung von Staaten für die Taten ihrer Vergangenheit geht (sie macht ein bisschen Werbung für ihr Buch zu diesem Thema) dachte ich, dass es jetzt an der Zeit sei, was dazu zu schreiben. Vor allem da Nordkorea ja momentan in Gesprächen mit Japan steckt und gerade zwischen diesen beiden Staaten eine Untat der Vergangenheit ein riesiges Problem darstellt (eigentlich mehrere, aber eine behindert alles andere) und eine Entschuldigung vermutlich essentiell ist, um das aus der Welt zu schaffen.

Nordkorea: Ein Zeitpunkt die Verantwortung in der Enführtenfrage zu übernehmen?

Im Zusammenhang mit Japan habe ich darüber nachgedacht, ob es für das Kim Jong Un Regime nicht möglich wäre, das Kapitel der Entführten ein für alle Mal zu schließen. Das heißt im Endeffekt die Verantwortung zu übernehmen. Durch umfassende Aufklärung über den Verbleib der Entführten und durch eine Entschuldigung, natürlich (das ist für Pjöngjang wohl die Prämisse) nicht ohne eine Art von Gegenleistung. Kim Jong Il wollte oder konnte das nicht leisten und das dürfte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass er vermutlich selbst zumindest als Teil der Befehlskette in die Entführungen verwickelt war. Er hätte gegenüber Japan, das mit Nordkorea noch die schwere Erblast der Besatzung teilt, seine eigenen Fehler eingestehen müssen. Nur schwer möglich. Kim Jong Un müsste immernoch den Fehler seiner Vorfahren eingestehen, auch nicht leicht (was, wie Frau Lind sagt, auch im Fall Japans, das ja auch noch die eine oder andere Entschuldigung offen hat, ein großes Problem ist), aber vielleicht leichter ist. Er selbst wäre jedenfalls außen vor, was die Schuld angeht.

Noch ist Kim Jong Un relativ “unschuldig”…

Und damit komme ich zum größeren Bild, denn eigentlich ist er ja generell noch ziemlich “unschuldig”. Als Kim Jong Il die Führung Nordkoreas übernahm zeichnete er bereits für die Sprengung eines südkoreanischen Verkehrsflugzeugs und einem desaströsen Anschlag auf das südkoreanische Kabinett in Rangun verantwortlich. Kim Jong Un hatte hier das Glück, dass er nicht so lange Zeit hatte, in die Amtsgeschäfte eingeführt zu werden. Zum aktuellen Stand wird man dem jungen Mann noch nicht viele Untaten nachweisen können. Die Systeminhärenten Menschenrechtsverletzungen, die nach dem Tod seines Vaters natürlich weitergingen können ihm zwar angekreidet werden, aber mal rein hypothetisch: Wenn er morgen damit begänne, die Menschenrechtslage in seinem Land Stück für Stück zu bessern, dann wäre er eher ein Kandidat für den Friedensnobelpreis, als für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

…aber das wird sich bald geändert haben

Allerdings wird das nicht ewig so bleiben. Will er im immer-weiter-so verharren, dann wird er irgendwann Schuld durch sein Handeln auf sich laden, das ist unumgänglich. Vorher wird er schon Schuld durch sein Nicht-Handeln (weil er die Menschenrechtsverstöße einfach weitergehen ließ) auf sich geladen haben. Ich bin mir sicher, dass der junge Mann irgendwann mal über ähnliche Fragen nachgedacht hat. Die Frage ist nur: Hat er den Mut etwas zu ändern? Hat er die Kraft etwas zu ändern? Und hat er die Kompetenz etwas zu ändern?

Eins, zwei oder drei. Letzte Chance…

Wir werden sehen. Schön wäre es jedenfalls, wenn Kim Jong Un sich wünschen würde, irgendwann mal aus der Politik ausscheiden zu können, ohne vorher gestorben zu sein oder nachher wahlweise am Galgen oder sehr lange in einer Gefängniszelle zu landen und daraus die einzig logische Konsequenz zöge seine Unschuld zu bewahren.

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