“Brot und Spiele” in Nordkorea — Naja…zumindest Spiele

Dass Kim Jong Un zumindest nach außen hin einen etwas anderen Führungsstil pflegt und dass er auch inhaltlich andere Schwerpunkte zu setzen scheint, dass wird inzwische vermutlich kaum mehr jemand anzweifeln wollen (einen netten Artikel dazu hat Bernhard Bartsch geschrieben). Auf besondere Aufmerksamkeit stößt dabei Kim Jong Uns spezielles Interesse am Spaß seiner Bevölkerung, der in erster Linie durch die Freizeitparks Nordkoreas bewerkstelligt werden soll. Und damit die Nordkoreaner wissen, wie man so richtig Spaß hat, macht ihnen das der Nachwuchsführer mit Freuden vor.

Allerdings kennt der junge Diktator nichts mehr, wenn Spaßbremsen selbigen verderben, indem sie die Parks allzu verlottert betreiben. Dann wird “Kim Jong Fun” zur Axt im Freizeitparke und schimpft die zuständigen Funktionäre mal so richtig aus.

Damit er sich in Zukunft nicht mehr so sehr ärgern muss, hat Kim Jong Un nun scheinbar vorgesorgt. Asashi Shimbun berichtet unter Berufung auf die Choson Sinbo,  das Organ der Chongryon, in Nordkorea sei ein “amusement park general bureau” gegründet worden, um die Umsetzung der nationalen Freizeitparkprojekte zu garantieren. In Nordkorea ist also auch der Spaß der Bevölkerung eine Staatsangelegenheit.

Damit setzt sich Kim Jong Un durchaus von seinem Vater ab, der zwar auch hin und wieder eine Vergnügungseinrichtung besuchte, dem man aber nicht so recht abkaufen konnte, dass es ihm dabei in erster Linie um Spaß ging. Kim Jong Un dagegen scheint bei seinen Besuchen authentisch und man kann ihm sogar glauben, dass es ihm die Erbauung und Erheiterung seiner Bevölkerung am Herzen liegt. Das ist ja auch aus politstrategischen Motiven nicht unbedingt abwegig.

Begrenzter Spaß und…

 

…Spaß ohne Grenzen. Wer ist hier Kim Jong Fun?!

Kim folgt dabei einem (leicht modifizierten) Herrschaftsmodell, das schon vor rund zweitausend Jahren von den Römern kultiviert wurde. Wenn die Leute nur genug zu essen haben und in ihre freie Zeit allerlei Zerstreuungen, wie zum Beispiel der Beobachtung aller möglicher Formen von blutigen Gemetzeln,  frönen können, dann werden sie die Herrschaft ihres Diktators schon nicht anzweifeln. Das Schlagwort heißt “Brot und Spiele”.

In Nordkorea scheint man nun sowas wie “Brot und Spiele light” etablieren zu wollen: Die Spiele sind schon echt gut, jedenfalls im Verhältnis zu dem, was man bisher kannte. Und die Sache mit dem Brot, naja, die kann ja noch kommen. Ob sich Kim Jong Un damit dauerhaft an der Spitze halten kann, ist fraglich, aber vielleicht versucht er den Modus ähnlich wie seine römischen Brüder im Geiste eher für die Zeit der Konsolidierung zu nutzen, um später auf nachhaltigere Methoden umzuschwenken. Oder er hofft, das Prinzip dadurch dehnen zu können, dass ja durch das Fehlende “Brot-Komponente” noch immer deutlich Luft nach oben ist…

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