Ein ganz großer Erfolg — Deutscher Film gewinnt den Hauptpreis beim Pyongyang International Film Festival

Ich hatte euch ja vor ein paar Tagen das Pyongyang International Film Festival (PIFF) angekündigt und nach der Abschlussveranstaltung gestern gibt es erfreuliche Nachrichten für den Deutschen Film.”Der ganz große Traum” von Sebastian Grobler hat nämlich in der Hauptkategorie gewonnen (sowas ist ja immer Geschmackssache…) und damit die relativ solide Erfolgsgeschichte deutscher Filme bei diesem Festival fortgesetzt. Darüber wurde Daniel Brühl für seine Hauptrolle in dem Film als bester männlicher Schauspieler geehrt.

In der Vergangenheit hatten bereits mehrfach deutsche Filme den Hauptpreis gewonnen. So wurde 2004 mit Margarethe von Trottas Mauerliebesgeschichte “Das Versprechen” sogar eine recht heikle Thematik angesprochen, während das Nazijugenddrama “Napola — Elite für den Führer” eher ins Weltbild passte. Genau wie das Widerstandsdrama “Sophie Scholl — Die letzten Tage” der 2006 einen Sonderpreis gewann.

Nicht nur innerhalb des Wettbewerbs waren deutsche Filme gut vertreten, denn mit “Ganz nah bei dir”, “Goethe”, “Halt auf freier Strecke”, “Die besten Frauen der Welt”, “Almanya — Willkommen in Deutschland”, “Die Farbe des Ozeans” und “Peak” wurden sieben weitere deutsche Filme während des Festivals gezeigt, ohne am Wettbewerb teilzunehmen. Nicht ganz so gut sah es allerdings auf dem roten Teppich aus, was Vertreter aus Deutschland anging. Keiner der Regisseure oder Schauspieler trat die Reise nach Pjöngjang an, da es scheinbar in diesem Jahr Schwierigkeiten mit der Finanzierung gab.

Ganz ohne aktive deutsche Beteiligung musste das Ganze allerdings trotzdem nicht steigen, denn mit Dr. Uwe Schmelter stellte Deutschland in diesem Jahr den Jury-Präsidenten. Schmelter ist schon seit längerem sehr aktiv bei der Förderung des deutsch-nordkoreanischen Austausch im Bereich Film und spielte auch eine nicht unbedeutende Rolle bei der kleinen Tournee nordkoreanischer Filme durch deutsche Kinos im Jahr 2011. Ein ausführliches und interessantes Interview mit Schmelter zum diesjährigen Filmfestival findet ihr hier.

Das PIFF ist ein besonders gutes, aber bei weitem nicht das einzige, Beispiel dafür, dass man Nordkorea nicht immer unter den eindimensionalen Kategorien verstehen und sehen kann, die in unseren Breiten oft an das Land und seine Leute gelegt werden. Gut, dass es solche Veranstaltungen gibt und dass sich auch deutsche Akteure aktiv dafür einsetzen, dass auf diesem Wege nach gegenseitigem Verständnis gesucht wird.

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