Wahlaufruf: Am Sonntag dem 25. für ein besseres Europa zur Wahl gehen


War (mal wieder) ziemlich beschäftigt die letzten Wochen.
Womit?
Leute dran erinnern, am Sonntag zu wählen (am besten die richtige Partei, aber eigentlich Hauptsache demokratisch)! Also keine Sorge, ich bin nicht wieder ewig weg. Aber es gibt eben Sachen die sind mir wichtig. Noch wichtiger, als das was mit Nordkorea oder meinem Blog passiert.

Zum Beispiel brauche ich manches sauf keinen Fall!

Ich bin auch überzeugt, dass wir besser dran sind ohne so ein verkacktes Freihandelsabkommen mit den USA.

Ich finde auch, dass ich mir hier nicht groß Gedanken um Menschenrechte und Humanität machen muss, solange an den Grenzen der EU Menschen absaufen und viele noch so tun, als sei das vernünftig.

Ich weiß, die EU ist nicht perfekt, aber ohne sie wäre es nicht besser, im Gegenteil. Deshalb müssen wir uns dafür einsetzen, dass sie besser wird. Und das tun wir nicht, indem wir irgendwelchen Rechten im (professoralen) Bürgerpelz und anderem Gesocks das Feld überlassen. Naja und was die Niederländer können, das sollte wir ja auch hinkriegen, also investiert die paar Minuten und dann wird das schon…

also sucht euch einen von mir genannte oder einen der vielen anderen Gründe aus, geht am Sonntag (eine demokratische Partei) wählen und erinnert eure Freunde dran, das auch zu machen! Ihr würdet mir damit einen persönlichen Gefallen tun.

 

P.S. In der nächsten Woche plane ich dann ein paar Gedanken dazu, warum die Führung in Pjöngjang mit der Hauseinsturzkatatstrophe letztes Wochenende so – auf den ersten Blick – offen umging. Dabei werde ich mir auch mal die Berichterstattung zur Zugkatastrophe von Ryongchong vor gut 10 Jahren genauer anschauen. Aber wie gesagt: Erstmal wählen!

Out of office… Warum ihr gerade nichts von mir hört und wann ich wieder da bin


Hallo ihr lieben, vielleicht hat sich der Eine oder Andere von Euch gewundert, in den letzten Wochen so garnichts von mir gehört zu haben. Das hat zumindest drei Gründe:

1. Ich bin letzte Woche umgezogen und sitze gerade ziemlich sprichwörtlich auf Kisten. In der letzten Woche hatte ich außerdem kein Internet. Das erschwerte es ungemein, irgendwas netzbasiertes zu machen.

2. Ich mache noch bis Ende des Monats ein Schulpraktikum, das mir einiges an Vor- und Nachbereitungszeit abverlangt und darüber hinaus auch noch durchaus anstrengend ist.

3. Ich habe seit Anfang des Monats einen recht guten Job, der mich 30 Stunden in der Woche beschäftigt.

Wenn ich nur eine der oben genannten Sachen zu tun hätte, dann würde ich es locker schaffen, regelmäßig ein bisschen was zu bloggen. Aber Die Kombination verlangt mir echt einiges ab und ich bin gerade ziemlich am Limit.
Ich kann jetzt nachvollziehen, wie sich der Liebe Führer gefühlt haben muss, wenn er sich nach einem 36 Stunden Tag von Vor-Ort-Anleitungen und strategischer Planung zuhause hingesetzt hat, um eine Oper zu schreiben oder eine Abhandlung über die Kunst des Kinos.

Naja, ich wollte mich nur mal kurz melden und euch informieren, dass ich nicht einfach so verschwunden bin, nur eben gerade anderweitig beschäftigt. Soweit ich das überschaue, wird dieser Zustand auch wohl noch bis zum 05.04. anhalten, aber dann sollte sich alles entspannen und dann werdet ihr auch wieder öfter von mir hören.

Von 120 hungrigen Hunden und 146 Zuchtmeerschweinen: Warum man viel über Nordkorea schreiben kann, aber nur weniges beweisen muss.


Die meisten von euch werden die Story mit Jang Song-thaeks Hinrichtung mit Hilfe von 120 Hunden zumindest am Rande wahrgenommen und sich vielleicht auch eine Meinung dazu gebildet haben. Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben, denn wenn ich anfangen würde mich über jedes dumme Gerücht über Nordkorea aufzuregen, das von unseren Medien ohne seriöse Quellenprüfung oder Anwendung sonstiger journalistischer Standards zu einer skandalösen Geschichte breitgewalzt und mit tollen Schlagzeilen versehen wird, dann würde ich ja sonst nichts mehr machen (und das ist leider nicht wirklich überspitzt).
Dann hätte ich es mir fast anders überlegt, als ich diese ausgezeichnet verschwörungstheoretisch fundierte aber absolut gehaltlose Analyse meines lieblings-Kommunistenflüsterers, Stalinverstehers und Chefkommentators gelesen habe. Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil es mir einerseits um die Zeit zu schade war, andererseits möchte ich nicht den Anschein machen, unter irgendeiner Art von persönlichen Manie zu leiden, so oft wie ich über den Quatsch schreibe, den der Mann von der WELT verzapft (der Grund für meine häufige Beschäftigung mit dem Werk des WELT-Chefkommentators ist schlicht, das niemand in Deutschland so ausdauern und so unterirdisch zu Nordkorea schreibt).
Dass ich aber jetzt doch hier sitze und was zu dem Thema tippe, liegt nicht an irgendeinem Mist, den ich gelesen habe sondern ist Folge eines positiven Impulses:

Schön zu wissen: Deutsche Journalisten sind zur Selbstkritik fähig

Denn tatsächlich gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland (bzw. zumindest in deutscher Sprache schreibend) Journalisten, die ihrer Arbeit offensichtlich etwas reflektierter nachgehen, als viele ihrer Kollegen und die auch bereit sind, in diesem Rahmen so etwas wie Medienkritik zu üben (unsere Medien sind ja grundsätzlich nicht unkritisch und verstehen es oft gesellschaftliche Phänomene etc. mit scharfer Feder bzw. Worten anzuprangern; Nur wenn es um sie selbst geht, tun sie sich mitunter schwer mit sowas). Naja, lange Rede kurzer Sinn, lest euch auf jeden Fall mal diesen Artikel von Stephan Scheuer durch, alles was er schreibt kann ich auch so unterschreiben.
Das Schöne an seinem Beitrag: Er suggeriert nichts in die eine oder andere Richtung, sondern macht das, was journalistische Texte eigentlich tun sollten: Er ordnet Informationen ein und bietet Hintergründe. Er lässt der Geschichte ihren Raum, macht nicht mehr daraus, als es ist und versucht nicht irgendwelche hochtrabenden Analysen daraus abzuleiten.
Das mag zwar weniger “sexy” sein, als eine Story mit einem grausamen mordenden Diktator mit 120 hungrigen Hunde, aber da ich der Ansicht bin, dass “sexieness” bei Inhalten und Überschriften nicht das oberste Kriterium journalistischer Arbeit sein sollte und gehöre daher zu denen, die solche Artikel wohltuend finden.
Ich hoffe auch einfach mal, dass ihr nicht zu den Leuten gehört, die das anders sehen, denn dann wärt ihr auf diesem Blog vermutlich leider falsch und solltet hier, hier oder hier weiterlesen (allerdings könnt ihr euch dafür dann vielleicht merken, dass die spektakulären, obskuren und “irren” Storys meistens nicht unbedingt wahr sind).

Warum ich unkritische Berichterstattung zu Nordkorea verwerflich finde

Ich will jetzt nicht lange mit irgendeiner Art von moralischem Zeigefinger rumwinken, denn ich habe ja schon oft genug darauf hingewiesen, wie vorsichtig man mit Medienberichten zu Nordkorea umgehen muss. Denn leider machen sich es Medienvertreter allzuoft allzuleicht, übernehmen irgendwelche Gerüchte und halbseidenen Informationen, drehen sie dann so lange vorwärts, rückwärts, kreuz und quer durch die Medienmaschinerie, bis sie selbst glauben, das Gerücht sei wahr.
Natürlich gibt Nordkorea für ein solches Verhalten das ideale “Opfer” ab, denn die informative Abschottung, die teils tatsächlich obskure Propaganda und das damit verbundene vergleichsweise lückenhafte gesicherte Faktenwissen über das Land laden dazu ein, einfach irgendetwas zu schreiben, Wiederspruch kommt ja eh nicht und da man ja weiß, dass das Regime böse ist, trifft es immer den Richtigen, selbst wenn das was man da über Nordkorea geschrieben oder gesagt hat, nicht so ganz der Wahrheit entspricht.
Nur dumm, dass damit eigentlich niemandem geholfen ist, außer vielleicht ein paar Journalisten, die mit wenig Aufwand viele Klicks erzeugt oder Zeilen gefüllt haben. Denn was wir als Leser  bekommen haben ist nur das Gefühl informiert worden zu sein, nicht aber echte Information oder Wissen. Noch schlimmer ist dabei, dass nicht nur wir kleinen Lichter Zeitung lesen, sondern auch diejenigen, die entscheiden dürfen. Auch die richten sich mitunter nach dem, von dem sie glauben, dass es sich um echte Informationen handelt. Wenn aber Politik auf Basis falscher Informationen gemacht wird, nur weil irgendwelche Medienschaffenden denken, dass es schon nicht so schlimm sein wird, wenn man ungeprüfte Gerüchte über Nordkorea (oder irgendein anderes Thema) publiziert, dann bin als Bürger damit nicht einverstanden und würde mir ein bisschen mehr Verantwortungsbewusstsein der Betreffenden wünschen.

Ist die Hundegeschichte wahr?

Und was ist jetzt mit der Hundegeschichte? Kann die nicht doch wahr sein? Klar kann sie wahr sein! Ich glaube das nicht und verweise euch einfach an den oben verlinkten Artikel, aber auch hierher, hierher und hierher und möchte euch darauf aufmerksam machen, dass ziemlich vieles wahr sein kann, weil man ziemlich weniges selbst nachprüfen kann (das betrifft übrigens nicht nur Nordkorea. So funktionieren Verschwörungstheorien). Es könnte auch gut sein, dass Kim Jong Un ein rosa-Meerschweinchen-Fetischist ist und zu diesem Zweck ein Expertenteam syrischer Meerschweinezüchter mitsamt 146 hochgezüchteten Meerschweinen hat einfliegen lassen (hierdurch erklärt sich übrigens die Präsenz nordkoreanischer Militärangehöriger im syrischen Bürgerkrieg: Sie schützen essentielle Meerschweinezuchteinrichtungen und sichern die Evakuierung der Experten ab). Klingt unwahrscheinlich? Klar! Aber beweist mir doch mal das Gegenteil! Könnt ihr nicht! Seht ihr: Und ich würde euch gerne die Belege für die Meerschweinegeschichte liefern, aber weil das Regime so intransparent, irre und böse ist kann ich das leider nicht.
Naja, und das ist das Motto nach dem ein beachtlicher Teil der Nordkorea-Storys funktioniert. Aber weil ihr ja hier regelmäßig mitlest wisst ihr natürlich Bescheid und geht deshalb gerade mit den Geschichten, die am spektakulärsten klingen auch am vorsichtigsten um und das ist auch gut so…

Guten Rutsch und frohes neues Jahr…


Ach immer diese stressige Freizeit. Ich dachte ja, ich komme noch dazu, heute nen kleinen Rückblick auf die ersten beiden Jahre mit Kim Jong Un zu werfen. Werde ich wohl auf nächstes Jahr verschieben müssen. Bis dahin euch allen nen guten Rutsch und ein erfolgreiches (gesundes, gutes und was man sich sonst noch so wünschen kann…) neues Jahr. Aber Vorsicht mit den Raketen… Kann ins Auge gehen…

Kim Jong Un Böller

Und solltet ihr noch Neujahrsgrüße zu entbieten haben: Versucht’s doch mal hiermit.

Ansonsten habt ihr ja vielleicht Freude an dieser scheußlichen Propaganda aus dem Reich des Bösen. Hier ein kleines Best-Of.

Nagut, wir sehen/hören/lesen uns nächstes Jahr wieder.

Reminder: Noch bis Ende des Jahres kostenlose Fachaufsätze zu Nordkorea runterladen


Heute will ich euch jenseits von allem Jang Song-thaek Hype (merkt ihr es? Unsere Medien sind mal wieder auf den Hype aufgehupst und berichten jetzt jeden Mist, den es gerade zu Nordkorea gibt, obwohl die ganze Geschichte eigentlich schon gelaufen ist) auf was anderes aufmerksam machen, bzw. euch erinnern.

Im Mai habe ich euch ja schonmal auf die über 150 frei zugänglichen Fachaufsätze zu Nordkorea aufmerksam gemacht, die Taylor and Francis bereitgestellt hat. Da dieses Jahr und damit dieses Angebot jetzt bald zuende geht und die Aufsätze dann wieder kosten, wollte ich nur nochmal einen kleinen Reminder raushauen (und wenn gerade was spektakuläres passiert (zum Beispiel der irre Kim seinen ReformOnkel hinrichten lässt) sind ja eh immer alle doppelt so wissebgierig und scharf auf jegliche Art von Infos…). Aber auch wenn ihr den Kram jetzt nicht braucht oder lesen könnt, vielleicht ist das irgendwann mal anders. Naja und was ihr habt habt ihr. Also einfach runterladen und in nen Ordner legen, dann habt ihr eine nette kleine Artikeldatenbank zu Nordkorea. Ist doch nicht das Schlechteste.

Wenn ihr wollt, lest euch durch, was ich im Mai dazu geschrieben habe oder schaut direkt bei Taylor and Francis vorbei. Jedenfalls könnt ihr nicht klagen, euch hätte keiner bescheidgesagt…

Ein Geburtstagsbeitrag: Rückblick auf vier Jahre Nordkorea-Info-Blog


Vor ein paar Tagen hat mich meine Blogsoftware darauf aufmerksam gemacht, dass das Blog mal wieder Geburtstag hat. Weil ich in diesem Jahr leider nichts Dolles bei der Hand habe, das ich unter das interessierte Volk bringen kann, weil ich es mir aber angewöhnt habe, irgendwas zum Bloggeburtstag zu schreiben, habe ich mir heute mal was anderes einfallen lassen. Oder vielmehr, ich habe mich inspirieren lassen. Die Bloggerkollegen vom Bretterblog haben nämlich kürzlich zum ersten Bloggeburtstag eine Rückschau auf ihr erstes Jahr gegeben und dabei sowohl qualitativ als auch quantitativ ein paar Facts zum Blog unters Volk gebracht. Ich fand es superinteressant den Artikel zu lesen und daher dachte ich, dass ich das eigentlich auch machen könnte. Und nachdem das Blog immerhin sozusagen seine erste Legislaturperiode überstanden hat (irgendwie denke ich zurzeit immer nur an Wahlen…) denke ich, es ist mal eine gute Idee,  Rückschau zu halten und zu gucken, was das Blog, ich und natürlich auch ihr in den letzten Jahren geschafft haben.

Interessante Zeiten

Die letzten vier Jahre waren dabei mit Blick auf das Thema des Blogs sicherlich nicht die uninteressantesten. Schon im ersten Jahr gab es mit dem Untergang der Cheonan im März 2010 und dem Beschuss der Insel Yonpyong im November zwei Zwischenfälle, die das Augenmerk der Welt auf die Koreanische Halbinsel lenkte. Permanent und bis heute begleitete uns die Bemühung des Regimes, Kim Jong Ils Nachfolger zu installieren. Dabei war zu Beginn des Blogs noch nichtmal klar, dass Kim Jong Un wirklich der Nachfolger sein würde. Ich konnte den jungen Kim also quasi von Beginn an über seine gesamte politische Karriere (zumindest den öffentlichen Teil) hinweg beobachten. Die Nachfolgebemühungen kulminierten natürlich mit dem Tod Kim Jong Ils im Dezember 2011. Seitdem müht sich der junge Kim seine Stellung zu festigen und sein Regime so zu sortieren, dass es ihn einerseits loyal stützt, ihm andererseits niemand gefährlich werden kann und dass es weiterhin seiner Hauptaufgabe, dem Machterhalt nachkommen kann. Auch zwei Langstrecken-Raketentests/Satellitenstarts, davon einen erfolgreichen sowie einen Atomtest gab es und natürlich jede Menge Nichtereignisse, die in unseren Medien und der Öffentlichkeit große Resonanz fanden. Am stärksten hat wohl die angespannte Situation im März und April Eindruck gemacht, als eigentlich nichts passiert war, aber allein aufgrund von verbalem Säbelrasseln und  einem bisschen rumfahren von Raketen etc. die ganze Welt vor einem Krieg zitterte. Dazwischen gab es allerlei kleinere und größere Storys, skurriles, ernstes und schwer erträgliches.

Fakten, Fakten, Fakten

Ich habe versucht, mit dem Blog das gesamte Spektrum der Informationen zu Nordkorea abzudecken und eine gesunde Mischung von Information und Unterhaltung, von Reflektion, Kommentar und Berichterstattung zu finden. Das ist mir sicherlich mal besser und mal schlechter gelungen, aber alles in allem bin ich zufrieden. Unter dem Strich stehen eingeschlossen diesen Artikel hier, 886 bisher geschriebene Beiträge, die im Schnitt um die zwei DIN A4 Seiten lang sind. Das ist ein ganz schöner Haufen. Einfach mal ins Blaue geschätzt, denke ich, dass ich im Schnitt anderthalb Stunden pro Artikel aufgewendet hab. Und wenn das so stimmen würde, dann hätte ich mit ungefähr das Äquivalent zu einer 8 Monate dauernden Vollzeit (40-Stunden-Woche) Beschäftigung auf das Blog verwandt. Verrückt, oder? Aber es macht mir eben Spaß und andere Leute verwenden viel mehr Zeit auf viel bescheuertere Hobbys.
Insgesamt wurde das Blog bis jetzt gut 270.000 Mal angeklickt (was nicht gleichbedeutend ist mit Besuchern, weil manche Leute mehrere Seiten angucken und jeder Aufruf einer Seite des Blogs als Klick gezählt wird), was im Schnitt gut 5.5oo Aufrufe im Monat sind. 51 Leute nehmen auf dem Blog die Möglichkeit wahr, sofort über neue Beiträge informiert zu werden, außerdem hat sich die Facebookseite gut entwickelt, der immerhin 373 Leute folgen. Auf Twitter bin ich auch unterwegs, das nutze ich aber eher, um Infos einzuziehen und ein bisschen zu Netzwerken. 124 Leute folgen mir da und ich habe über diesen Kanal ein paar wertvolle Kontakte geknüpft.
Erfreut bin ich auch, dass sich die Leser immer mal wieder an lebhaften Diskussionen über dies und das beteiligt haben. Insgesamt kommen 1520 Kommentare zusammen von denen die Meisten (356) auf der Freien Beitragsseite zu finden sind und etwa ein Drittel von mir stammt.

Ein Spiegel der Realität. Fast.

Schaut man sich die Daten ein bisschen genauer an, dann kann man die anfänglich beschriebenen Ereignisse ganz gut ablesen:

LeserentwicklungDie beiden ersten kleinen Peaks im Jahr 2010 spiegeln das gesteigerte Interesse am Thema nach dem Untergang der Cheonan und dem Beschuss der Insel Yonpyong wieder. Im Dezember 2011 starb Kim Jong Il und in der Folge interessierten sich die Leute natürlich etwas mehr für Nordkorea und die große Spitze im April diesen Jahres hängt tatsächlich nur damit zusammen, dass unsere Medien das Nichtereignis in Korea, das man gerne als drohenden Krieg verkaufte, ganzschön hochjazzten. Ein Peak fällt aus dem Rahmen, weil er eigentlich garnichts mit Ereignissen in Nordkorea zu tun hat (jedenfalls nicht direkt).
Im Juni 2012 wurde erstmals ein Beitrag von diesem Blog in die 6 vor 9 Linkliste des BILDblogs aufgenommen und allein dieser Tatsache verdanke ich diesen Tag mit 4.339 Aufrufen als meine bisher Besucherstärkster. Da erkennt man dann auch die Grenzen dieses Blogs. Es bewegt sich, was die Leserschaft angeht noch immer in einer ziemlichen Nische. Wenn andere Medien dem Blog etwas Sichtbarkeit “leihen”, ist das hinsichtlich der reinen Statistik mindestens so bedeutsam, wie beispielsweise der Tod Kim Jong Ils. Vermutlich gibt es im deutschsprachigen WWW noch mehr Menschen, als die die hier mitlesen, die an hochwertigen Informationen zu Nordkorea interessiert sind (und hier gibt es die besten Infos im deutschen Web dazu, das kann ich glaube ich sagen ohne überheblich zu sein), aber die kennen dieses Blog schlicht nicht. Aber ehrlich gesagt habe ich auch nicht den Ehrgeiz denen hinterherzulaufen. Mein “Job” ist es zu schreiben und der Job der Leser ist es nach guten Infos zu suchen. Wenn sie das nicht hinkriegen: Pech gehabt. Dass das durchaus möglich ist zeigt ihr, denn ihr lest dashier ja gerade…

Wahrnehmung in anderen Medien

Naja, nichtsdestotrotz bin ich immer sehr dankbar, wenn mir jemand wie die Leute vom BILDblog sekundiert, denn dann kommen die Botschaften, die ich habe auch besser an. In diesem Fall bin ich mir relativ sicher, dass der Autor, der in einem QualitätsSpringerBlatt Schwachsinn verzapft hat, meine Meinung dazu zugetragen bekam. Das ist gut. Deshalb habe ich mich auch über die anderen Erwähnungen im BILDblog gefreut.
Genauso erfreut war ich, dass die Leute von DRadio Wissen mein Blog hin und wieder mal weiterempfohlen haben, denn einerseits schmeichelt sowas natürlich, andererseits kommen über diesen Weg auch neue Leute hierher, die grundsätzlich am Thema interessiert sind.
Besonders gefreut hat es mich auch, dass das Blog nicht nur in der Online-Affinen Medien bemerkt wurde, sondern auch zumindest einen kleinen Sprung in den Print-Bereich geschafft hat. In der Geo Saison hat Christoph Kucklick im Rahmen seiner sehr empfehlenswerten Reisereportage das Blog zur weiteren Lektüre empfohlen.
Zum Thema “Botschaften hörbar machen” gehört auch mein Gastbeitrag im Blog Deutschlands Agenda, in dem ich mich mit der außenpolitischen Linie der Europäischen Union gegenüber der Koreanischen Halbinsel und den dabei bei weitem nicht ausgeschöpften Potentialen auseinandergesetzt habe. Eine gute Sache, dass die Betreiber des Blogs ein offenes Forum für Außen- und Sicherheitspolitische Fragen im deutschen Web bieten, in denen auch kleine Lichter wie ich mal zu Wort kommen.

Bunte Leserschaft

Neben diesen Medienkontakten habe ich mich aber auch und vor allem immer gewundert, mit wie vielen Leuten, die zum Teil unterschiedlicher nicht sein können, ich über das Blog in Kontakt kam. Manche hatten ein konkretes Anliegen, wollten mir was andrehen oder hatten eine spezielle Frage. Andere haben sich generell für mich oder das Blog interessiert oder einfach so den Austausch gesucht. Von einigen habe ich einmal und dann nie wieder was gehört, von vielen anderen aber erstaunlich regelmäßig und ein paar habe ich auch schon in echt getroffen, was immer eine spannende Erfahrung ist. So ein bisschen hat mir das geholfen, ein besseres Verständnis für meine Leserschaft zu gewinnen, aber im Endeffekt war es nur eine Bestätigung dessen, was ich ohnehin schon vermutet hatte: Dass die Leserschaft des Blogs sehr bunt gemischt ist.
Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich auch, wenn man auf die Nationalität der Leser schaut (bzw. den Ort, von dem aus abgerufen wird). An zwölfter Stelle mit immerhin 266 Abrufen rangiert übrigens die Demokratische Volksrepublik Korea. Von dort scheint also der Eine oder Andere öfter mal hier vorbeizuschauen. Viele Grüße auf diesem Wege…

Leserh Herkunft

Vielfältige Interessen

Ein Blick auf die meistgelesenen Artikel bestätigt einige der oben getroffenen Annahmen über die Leserschaft. Zwar ist sie scheinbar generell am Meisten an meiner Person interessiert (was mich ehrt), aber ansonsten sind die Artikel bunt gemischt, die im Interesse der Leserschaft weit vorne sind. Was mich übrigens freut ist die Tatsache, dass die “Freie Beitragsseite”, obwohl sie nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das gedacht habe, so doch irgendwie zu funktionieren scheint, schließlich wird sie am zweithäufigsten angelaufen. Auch hier zeigt sich wieder, wie bedeutsam die Aufmerksamkeit externer Seiten wie zum Beispiel vom BILDBlog ist, denn die drei Artikel die dort verlinkt wurden, sind hier unter der Top-10 zu finden.  Ansonsten zeigt sich hier auch, wie wichtig die Suchmaschine ist. Denn der Artikel mit dem Hinweis zum Reisebericht rankt nicht so hoch, weil er so herausragend gut ist, sondern weil er bei der Suchmaschine lange auf der #1 Stand.

Das Blog, Der Autor und Überhaupt (About) 8.138
Freie Beitragsseite 5.865
Die WELT ärgert sich über “Rätselhaftigkeit” Nordkoreas. Ich ärgere mich mit! — oder: Kleines Feedback für großen Blödsinn 4.539
UPDATE: Nordkoreas Staatsfernsehen KCTV im Livestream 4.268
Links zur Selbstrecherche 3.010
Reisebericht zu Nordkorea 2.866
So sieht das neue nordkoreanische Geld aus… 2.531
Wieder Live-Stream von Nordkoreas Staatsfernsehen KCTV im Netz 2.203
Eine deutsche Phantomdebatte: Wie die deutschen Medien sich mit einer Nicht-Geschichte über Nordkorea blamieren 1.974
Kims Skiliftparadies — Von der Überwindung der Moral 1.919

Naja, aber wenn man schon auf die Top-10 schaut, ist vielleicht auch ein Blick auf die letzten-10 nicht so schlecht. Leider werden die allerletzten in der Software nicht angezeigt, weil die nur ein paar Hundert widergibt, aber trotzdem haben zumindest diese ungeliebten Artikel es verdient, nochmal willkürlich ans Licht gezerrt zu werden. Wenn ich sie mir so angucke, muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich nicht wirklich verstehe, warum sie soweit unten stehen. Zum Teil durchaus relevant und fast durchweg interessant, habe ich mal den Verdacht, dass ich mich nicht ausreichend nach den Bedürfnissen der Suchmaschine gerichtet habe. Aber wisst ihr was: Da hab ich auch nur begrenzt Bock drauf und wenn die blöde Maschine gute Artikel nicht findet, dann ist das wohl weniger mein Problem, als das der Maschine. Hier jedenfalls die letzten 10…

„Ideologische Kriegführung“: Hwang Jang-yop beim CSIS über Wege zum Wandel in Nordkorea 63
Von tieffliegenden Friedenstauben und kompromisslosen Polizisten: Warum die jüngsten “Gesprächsangebote” der USA und Nordkoreas keinen Pfifferling wert sind 63
Solide aber nicht brillant: Amnesty, die Medien und die 30 “gesäuberten” Nordkoreaner 63
Kim Jong Il trifft Dimitri Medwedew, oder: Kehrt Russland mit Wucht an den Pazifik zurück? 63
Südkorea untersagt Reise von Gläubigen nach Nordkorea 62
Immer für eine Überraschung gut! Kim Jong Il besucht erneut China 62
„Nina guckt“ — Pjöngjang betrachtet mit den Augen eines Kindes: Sehr schönes neues Blog 62
Die Droherei aus Pjöngjang: Eine gelungene Medienwirkungsstrategie 62
Auswertung der Feedback-Runde 61
Update (27.03.2012): Neues zu Nordkoreas Satellitenstart: Kurze Zusammenfassung 61

Und weil es tatsächlich Spaß macht, mal zu gucken, mit welchen Suchbegriffen man alles zu diesem Blog kommt, hier eine kleine Sammlung der letzten drei Monate:

  • “wird im ministerium schneller befördert” (keine Ahnung. In Nordkorea wird im Ministerium jedenfalls auch schnell gefeuert…)
  • “jobs in nordkorea” (sehr begrenzt verfügbar und wie man hört auch nicht besonders erstrebenswert)
  • “die verrücktesten diktatoren” (Ich dachte bei so einer Anfrage würde man direkt zur BILD weitergeleitet…)
  • “nordkorea info seriös?” (klar, ein Ausbund der Seriosität. Dagegen ist Peter Zwegat ein Windhund!)
  • “durchschnittslänge glied” (Ebenfalls keine Ahnung. Allerdings habe ich wenig Hoffnung, dass der Suchende je fündig werden wird, wenn ihn seine Suche auf dieses Blog führt.)
  • “synapsen verschmort” (schlimme Sache. Viel Erfolg für die Zukunft!)
  • “was+will+die+usa” (Naja, das ist mal eine gute Frage. Hoffentlich hat Google die passende Antwort dafür gefunden….)
  • “Asyl in nordkorea” (Hat da etwa jemand ein paar Gigabyte Daten von einem BND-Rechner geklaut und denkt über sein weiteres Vorgehen nach? Mein Tipp: Überleg es dir nochmal: Knast in Deutschland ist auch nicht so schlecht…)
  • “hysterische medien” (Genau richtig hier, in der Heimat der Hysterie und des Irrsinns.)
  • “was sinnvolles” (Generation Internet: “Mama, mir ist langweilig. Was soll ich machen?” — “Was Sinnvolles!” — “Hm…”)

Ein kleiner Hinweis und ein großes Appell.

Nungut, soviel zum diesjährigen Bloggeburtstag und jetzt noch ein kleines Preview: Wer hier seit Anfang an mitliest, der kann sich vielleicht erinnern, dass ich zu den letzten Bundestagswahlen einen kleinen Beitrag über die Positionen der Parteien bzw. Politiker zu Nordkorea gemacht habe. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass niemand davon seine Wahlentscheidung abhängig machen wird, aber es ist ein schöner Aufhänger. Deshalb könnt ihr euch noch vor der Wahl auf dieses kleine Wahlspecial freuen, auf das ich jedenfalls echt Lust habe.

Ihr müsst dann nur lesen und am 22. September wähl, was ist mir eigentlich Latte, solange ihr demokratischen Boden unter den Füßen behaltet. Das Recht zu wählen und die politische Richtung in einem Land mitzubestimmen ist eines der zentralen Merkmale, das unser Land von Nordkorea unterscheidet, also gebt dieses Recht nicht leichtfertig auf, weil ihr irgendwie unzufrieden seid. Und wenn ihr am 22. keine Zeit habt, dann fordert jetzt schonmal eure Briefwahlunterlagen an und wählt vorher. Das kostet weniger Zeit als den ganzen Kram zu lesen, den ich hier verzapft habe, ist aber ungleich wichtiger. Als los jetzt!

Wenn BER in Pjöngjang stände — Kurze Reflektion zu einer never-ending-Story


Kürzlich habe ich in der ZEIT (in der aktuellen Ausgabe gibt es übrigens ein weitgehend schönes Dossier zu Nordkorea) diesen Artikel zu den Sanierungsbemühungen Hartmut Mehdorns auf dem Berliner Flughafen (BER) gelesen. Ich muss zwar zugeben, ich bin kein Fan von Mehdorn und froh, dass er seine “Vision” für die Deutsche Bahn nicht umsetzen konnte, aber nichtsdestotrotz habe ich den Artikel eigentlich recht unvoreingenommen gelesen und war daher überrascht, was da alles stand.

Noch überraschender fand ich aber, dass ich mich bei der Lektüre ständig an Nordkorea erinnert fühlte. Warum das so war? Ich versuche es kurz zu erklären:
Der Artikel befasst sich in erster Linie mit den Maßnahmen, die Mehdorn ergriffen hat, um den Flughafen so früh wie möglich in Betrieb zu nehmen. Dazu zählen:

  • Die Einrichtung eines Beschleunigungsbüros
  • Das Projekt “Sprint” zur schnelleren Fertigstellung des Baus
  • Die ökonomisch ineffiziente geplante Inbetriebnahme eines Teils des Flughafens im Jahr 2013, um Fortschritt zu demonstrieren
  • Das Umorganisieren von Bauanlagen (Container und Zäune) um den äußeren Anschein der Baustelle zu verbessern, ohne das damit Verbesserungen in Abläufen verbunden wären (schon aber Kosten in Millionenhöhe)
  • Das Drängen auf Tempo bei der Umsetzung von Baumaßnahmen ohne Rücksicht auf direkte oder Folgekosten

Nungut, könnte man sagen. Da treffen eben viele ungünstige Faktoren zusammen, politischer Wille, ein  mittelmäßiges Management und öffentliches Interesse. Das kommt vor. Klar kommt das vor.
Allerdings habe ich mir bei der Lektüre des Artikels vorgestellt, der Flughafen würde nicht in Berlin, sondern in Pjöngjang gebaut. Dann wären all die Aspekte was ich eben aufgeführt habe als unwiderlegbare Belege für die Ineffizienz und Unterlegenheit sozialistischer Wirtschaftsmodelle herbeigezogen worden.

  • Wir hätten da die einem sozialistischen Wirtschaftssystem inhärente Fuscherei, die erst zu dem ganzen Schlamassel geführt hat.
  • Als Lösung wäre der Bürokratiewut der Betonköpfe entsprechend eine neue Institution (Das Beschleunigungsbüro) ins Leben gerufen worden, die trotz allem Aktionismus höchstens noch mehr Verwirrung stiftet
  • Es wäre ein Kampagne im Sinne einer 100-Tage-Arbeitsschlacht gestartet worden, auch noch mit der schönen Losung “Sprint”
  • Man hätte die ökonomische Vernunft und Effizienz ganz den Ideen eines Individuums untergeordnet: Der Flughafen wird 2013 teileröffnet, ob es Sinn mach oder nicht.
  • Man hätte Zeit und Energie auf die schöne Fassade verwendet, also quasi Potemkinsche Dörfer gebaut, statt die Arbeit substantiell voranzutreiben
  • Die fristgerechte Umsetzung der Pläne hätte Priorität vor Sicherheit und Kosten gehabt.
  • Insgesamt wäre mal wieder die große Unterlegenheit planwirtschaftlich organisierter Wirtschaftssysteme offensichtlich geworden. Was starren Plänen und individueller Selbstherrlichkeit unterworfen ist, das kann am Ende nicht zu effizienten Ergebnissen führen.

Was ich damit sagen will? Eigentlich nicht wirklich was, ich fand die Assoziation nur ganz witzig.

Und vielleicht könnte man mal darüber nachdenken, ob Fehler und Fehlentwicklungen in politischen oder wirtschaftlichen Systemen immer so absolut an diesen Systemen festzumachen sind, oder ob nicht auch in Teilen Individuen und gesellschaftliche Wertorientierungen diese Fehlentwicklungen treiben.
Ich würde mir nämlich mitunter wünschen, dass manche Menschen ihre eigene Systemgläubigkeit ein bisschen hinterfragen und auch mal darüber nachdenken würden, ob nicht das, was das System füllt ein Risiko darstellen könnte. Ein absoluter Glaube an ein System ist nämlich unabhängig von seiner Ausformung immer gefährlich, weil man die Idee über die Realität stellt.

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