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Nordkorea-Info-Forum wieder da und zwei kleine Veranstaltungshinweise für Hamburg


Wie ich heute erfahren habe (danke für den Hinweis, Peter) ist das Nordkorea-Info-Forum wieder für Interessierte zugänglich, nachdem im Februar sein Ende verkündet worde war. Aktuell kann man wieder mitlesen, aber wenn man keinen Nutzeraccount hat, auch keinen solchen bekommen und wenn man einen hat, aber nicht zu einer ausgewählten Nutzergruppe gehört (das ist bei mir der Fall) kann man nichts schreiben (waren wohl nicht qualitativ genug, meine Beiträge…). Das ist aber trotzdem eine deutliche Verbesserung (von “nichts” zu “etwas”) und freut mich wirklich.

Vor allen Dingen, weil die Nutzer, die aktuell schreiben dürfen sachliche und interessante Diskussionen führen und sich nicht, wie das in der Vergangenheit  häufiger der Fall war, über Vorzüge und Nachteile (wobei die eher selten diskutiert wurden) Stalins streiten oder in sonstige Schwachsinnsideolgiediskurse abdriften. So wie es aussah lief das Forum fast die gesamte Zeit der Abschaltung verdeckt für diese exklusive Gruppe weiter, es hat sich also einiges angesammelt an spannendem Lesestoff. Ich stehe zwar nach wie vor ambivalent zu dieser Einrichtung, es nervt mich einfach, dass alle Links auf mein Blog immer sofort gelöscht wurden (obwohl ich doch garkeine Nordkoreareisen anbiete), bin aber grundsätzlich froh, dass sich das deutsche Netz nicht zu einer totalen Nordkoreainformationswüste abseits des Mainstream entwickelt hat.
Warum das Forum jetzt doch nicht abgeschaltet ist, hat der Admin leider nicht gesagt. Kann sein, dass es langweilig wurde, ohne moderieren und lesen. Oder es wurde eine andere Eigenschaft des Forums vermisst: Denn für diejenigen unter euch, die sich mit Suchmaschinenoptimierung nicht so gut auskennen: Foren sind dafür prima Instrumente: Google nimmt u.a. diejenigen Seiten nach oben, die möglichst regelmäßig möglichst einmalige Inhalte produzieren. In einem Forum, in dem viel diskutiert wird ist beides gegeben, in der Folge rutscht die beherbergende Seite bei Google nach oben und so konnte man Nordkorea-Info in den letzten Jahren eigentlich immer irgendwo auf der ersten Google Seite für die Suche “Nordkorea” finden (und wer eine Internetseite betreibt, der weiß wie unglaublich stark sich sowas auswirkt). Eben hab ich mal “Nordkorea” gegoogelt und Nordkorea-Info war nurnoch auf der 5ten Seite oder so. Sowas ist echt schlecht fürs Geschäft. Und wenn man weiter in selbigem bleiben und mit Reisegruppen nach Nordkorea fahren will, dann überlegt man sich vielleicht, dass man lieber wieder auf die erste Google-Seite will. Naja, wer weiß das schon. Ich jedenfalls nicht und eigentlich interessiert es mich auch nicht. Schön jedenfalls, dass man, warum auch immer, wieder ein paar Geschätzte Meinungen mehr zu Nordkorea lesen kann.

Hätte ich in dem Forum was schreiben können, dann hätte ich dort auch gerne auf diese sicherlich interessante Veranstaltung hingewiesen. Jürgen Klimke, ein CDU MdB aus Hamburg, der vor zwei Jahren bereits Nordkorea besucht hatte und aktuell wieder dort weilt, wird am 11. Juli einen Vortrag zu Nordkorea halten und anschließend wird es eine Diskussion geben. Da er mit ziemlich aktuellen Eindrücken berichten kann, dürfte das durchaus spannend sein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und man muss sich anmelden (der Eintrag zur Veranstaltung ist auf Seite 8 unten). Vielleicht hat ja einer der Hanseaten unter euch Lust?

Und weil ich gerade beim Hinweisen und bei Hamburg bin, noch eine zweite Veranstaltung in der Hansestadt, die ich nicht unspannend finde. Die emeritierte und ziemlich sehr weit links (im marxistischen Sinne) stehende  Professorin Margaret Wirth wird am 30 Mai in Hamburg einen Vortrag mit Diskussion zum Thema “Worin besteht die Konfrontation zwischen Nordkorea und den USA?” halten. Das kann ich mir deshalb spannend vorstellen, weil die Linken ja selbst so gewisse Probleme im Umgang mit Nordkorea haben. Die Diskussion könnte also interessant werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass es wieder das übliche Imperialismus-/Kapitalismuskritische Gerede wird und Nordkorea sozusagen nur den Aufhänger stellt. Aber wenn das bei mir um die Ecke stattfäned würde ich hingehen und dafür sorgen, dass das nicht passiert und man auch ein bisschen über Nordkorea als sozialistischen Staat oder so spricht.

Schönes Kontrastprogramm oder? Wie sich das wohl anfühlt: Zuerst zu den Marxisten und dann zum CDU-Ortsverband…danach sperrt man sich wahrscheinlich in seiner Wohnung ein und will nie wieder rauskommen…

Update der Linksektion: Noch mehr Informationsquellen zu Nordkorea


Ich habe mich heute nochmal seit längerem hingesetzt und meine Linksektion überarbeitet. Updates gab es auf den Seiten ” Fundstellen zum Thema Menschenrechte” und “Deutschsprachige Quellen und jüngere akademische Literatur“. Ganz neu ist die Seite “Think Tanks“.

Ich weiß, dass die Linkseiten noch immer alles andere als vollständig sind und dass man vielleicht auch vieles anders machen könnte, aber das ist ja eine Art Prozess und ich freue mich immer, wenn ich wieder auf ein paar hervorragende Orte im Netz hinweisen kann, an denen man gute Informationen zu Nordkorea findet.

Evil Empire 2.0


Vor einigen Tagen haben ein paar Jungs aus Badem-Württemberg mir eine Mail geschickt, in der sie mich auf ihr Filmprojekt aufmerksam machten, das ich auf Anhieb interessant fand.
Vor allem aber fand ich die Frage spannend, was ein Filmemacher sich genau überlegt, wenn er etwas mit einem Nordkorea-Hintergrund produzieren will. Eine andere Perspektive auf das gleiche Thema kann häufig sehr bereichernd sein und deshalb bat ich die Jungs, mal ihren Blick auf Nordkorea als Thema bzw. Background eines Films in ein paar Zeilen aufzuschreiben. Naja und deshalb bin ich heute in der äußerst angenehmen Situation, euch mal einen etwas anderen Blick auf Nordkorea und Kim Jong Un präsentieren und gleichzeitig ein spannendes Filmprojekt vorstellen zu können. Also Bühne/Blog Frei für Alex, Dimitri und Joe, denen ich herzlich für den Einblick in ihre eigene Sicht auf Nordkorea danken möchte.
(Achso und wenn ihr gerade ein paar Euronen (im wahrsten Sinne des Wortes) überhaben solltet, dann schaut euch doch mal die Fundraisingkampagne dazu (das Filmchen finde ich echt witzig) näher an und überlegt, ob das nicht genau das Richtige ist, euer überschüssiges Geld unters Volk zu bringen…):

MeerImFernsehenTitelbild

Ein guter Film kann nicht ohne einen guten Bösewicht existieren. Ein guter Film – ist ein Konflikt, Good Guy vs. Bad Guy(s). James Bond wäre ohne seine charismatischen Gegner nie so interessant geworden. Manchmal ist der Bad Guy eine ganze Nation und ich bin mir sicher - ohne den Kalten Krieg wäre James Bond niemals so gut bei den Zuschauern angekommen.

Der Zusammenbruch von Sowjetunion hat den Job von Drehbuchautoren komplizierter gemacht. Das Sowjetische Reich hat den zitternden Finger vom roten Knopf entfernt und die Spione sind  Rentner geworden.  Wenn man heute an einen Russen denkt, hat man höchstwahrscheinlich einen Oligarchen im Kopf der mit Fußballclubs jongliert und Gas an den Westen verkauft.

Nach der Liquidierung Bins Laden ist auch die terroristische Bedrohung aus den Nahen Osten uninteressant geworden. Deswegen dreht Hollywood zur Zeit vor allem Filme über Transformers, Aliens und Zombieinvasionen. Das ist ein sicheres Geschäft, doch früher oder später werden auch diese Filme, die man eigentlich nur noch als Recycling alter Ideen, bezeichen kann, an Anziehungskraft verlieren. Denn weder ein Alien, das die Erde versklaven möchte, noch der Zombie, der Menschenfleisch will, werden den Charme eines klassischen James Bond Gegners wie Goldfinger oder Octopussy haben.

Und wenn alle interessanten Bösewichte verschwunden sind, kommt die neue Hoffnung von der Koreanischen Halbinsel.  Sie heißt Kim Jong-un und ist zumindest fürs Kino eine Bereicherung. Der junge Diktator hat sofort deutlich gemacht, dass er nicht von Amerika geführt werden will. Heute schickt er seine Raketen in den Weltraum, morgen droht er mit einem Atomschlag. Er ist der perfekte Antagonist. Er hat alle  Attribute des klassischen Bad Guys - Roter Knopf, interessantes Aussehen,  eine große Portion Selbstüberschätzung und eine geschmacklose Frisur. Während die Bevölkerung seines Landes hungert, hat er Nordkorea zum neuen Trend verholfen.  Merkwürdig ist, dass Hollywood, das dafür bekannt ist jeden neuen Trend aufzugreifen, seine Chance noch immer nicht genutzt hat. Ausnahme bildet dabei nur der letzte Film mit Gerard Butler „Der Fall des Olymp“, in dem nordkoreanische Terroristen das Weiße Haus zerstören.  Wahrscheinlich ist der Grund für Hollywoods Scheue gegen Nordkorea, die simple Tatsache, dass niemand es wirklich fürchtet. Kim Jong-un ist zum Spott des ganzen Internets geworden. Amerika lacht bloß über seine Drohungen. Nordkorea ist einfach viel zu weit weg, um eine ernsthafte Bedrohung darzustellen. Über Langstreckenraketen, die nötig wären, um eine Atomrakete auf den westlichen Feind zu schicken, sind in dem kleinen Land nicht existent. Doch auch Hitler wurde lange Zeit verspottet, bis plötzlich halb Europa unter seiner Führung stand. Und wie wir wissen, Humor ist immer eine Form von Selbstschutz. Wir nutzen es um unsere Angst, egal wie groß oder klein sie sein mag, unter Kontrolle zu bringen. Und da wo Karikaturen von Kim Jong-un zu sehen sind gibt es immer auch eine Portion davon. Es klingt vielleicht unlogisch, aber Angst hält uns am Leben. Die Menschen langweilen sich ohne einen Feind.

Als wir, Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg, angefangen haben das Drehbuch zu unserem neuen Film zu schreiben, ging es nicht um Nordkorea.  Wir wollten einen Film über Angst machen. Am Anfang hatten wir uns einen Hauptprotagonist ausgedacht, der unter Paranoia leidet und zwar einen  amerikanischen Ex-Geheimagenten. Erst dann suchten wir einen passenden Bösewicht. Und da wir beide, der Regisseur Dimitri Tsvetkow und der Drehbuchautor Alex Tsukernyk beide aus der ehemaligen Sowjetunion kommen, waren uns Themen wie Kommunismus und Personenkult sehr nah. So kamen wir auf Nordkorea, das Land, welches diese zwei Begriffe so extrem verkörpert, wie man es nur aus bösen Erzählungen der Großeltern kennt. Die Idee zu das „Das Meer im Fernseher“ war geboren. Der Kurzspielfilm mit einer Länge von etwa 20 Minuten handelt von einem amerikanischen Geheimagenten, der den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Il umgebracht hat und nun befürchtet, dass die zwei koreanischen Barbesitzerinnen Dollores und Doloress Rache an ihm ausüben wollen.

Jetzt sind wir natürlich angenehm überrascht, dass unser Thema so „trendy“ geworden ist. In knapp zwei Monaten drehen wir und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Falls euch das Thema Nordkorea im Kino genauso interessiert wie uns würden wir uns über Unterstützung auf  http://www.startnext.de/das-meer-im-fernseher freuen. Dann schaffen wir es bestimmt einen nicht nur anspruchsvollen, sondern auch unterhaltsamen Film für euch zu machen.

In Memoriam — Das Nordkorea-Info-Forum wurde eingestellt


Einigen von euch dürfte es schon aufgefallen sein, andere würden es vielleicht erst in ein paar Tagen oder sogar überhauptnicht merken. Scheinbar wird das Nordkorea-Info Forum, dessen einzige Verbindungen zu meinem Blog eine große thematische Schnittmenge und gemeinsame Leser sein dürften (die Namensähnlichkeit habe ich verschuldet, weil ich das Forum nicht auf dem Zettel hatte, als ich mein Blog benannt), in Zukunft nicht mehr für Diskussionen deutschsprachiger Nordkoreainteressierter offenstehen.

Das finde ich sehr schade, denn das Forum war eine echte Bereicherung für das Netz. Einerseits, weil es Interessierte mit sehr unterschiedlichen Hintergründen und Einstellungen zusammenbrachte und andererseits, weil sich dort Einiges an Erfahrungen und Kenntnissen versammelte und man auf (fast) jede, noch so abwegige Frage, irgendeine Antwort bekam. Nungut: Meine Anfrage, ob das Pflücken einer Kimjongilia oder Kimilsungia strafbar sei, wurde nicht zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet, aber wie auch? So eine abwegige und hypothetische Frage kann man ja auch nicht wirklich beantworten. Denn wer wäre schon so verrückt eine der Kronen der Schöpfung, oder besser (und weniger religiös begründet) gesagt, der historischen Notwendigkeit, einfach so mirnichtsdirnichts zu pflücken.

Dieser Gedankengang führt mich auch gleich zu einem wichtigen Punkt: Dass ich das Ende des Nordkorea-Info-Forums für einen großen Verlust halte, soll nicht bedeuten, dass ich alles, oder auch nur einen großen Teil dessen, das dort geschrieben wurde, irgendwie gut fand. Dort wurden Unmengen von Schwachsinn verzapft, von Geschichtsklitterung, über Relativierungen über Lobeshymnen auf Stalin bis hin zu ernsthaft menschenverachtendem, konnte ich ziemlich vieles finden, das bei mir zu einem unmittelbaren Aufrollen der Zehennägel mit nachfolgendem Brechreiz führte. Es hat mich auch furchtbar genervt, dass Kritik in die eine Richtung sehr wohlwollend betrachtet, in eine andere streng begutachtet (und oft genug zensiert) wurde. Natürlich fand ich es auch nicht gerade prickelnd, dass jeder Hinweis auf mein Blog binnen ziemlich kurzer Zeit wieder aus dem Forum verschwand (auch wenn ich das nachvollziehen kann. Kann ja schließlich jeder mit Konkurrenz umgehen wie er mag.). Aber trotz all dieser Kritikpunkte glaube ich, dass ohne das Forum etwas fehlen wird.

Einige Leute, die sich für Nordkorea und seine Menschen interessieren und die sich gerne darüber austauschen, werden “heimatlos” sein und einige interessanten Infos und Erfahrungen, über die diese Leute verfügen, werden ungesagt bleiben. Und naja, wir sind hier ja nicht in Nordkorea (um mal eine blöde Phrase zu bemühen). Wenn es Leute gibt, die anderer Meinung sind, dann kann man das diskutieren und wenn man sich nicht einigen kann, dann bleibt es eben bei verschiedenen Meinungen. Naja, aber ohne andere Meinungen zu hören, wird die Geschichte ein bisschen langweilig werden. Auch deswegen wird das Forum fehlen.

Aber wer weiß: Vielleicht überlegt es sich der Administrator des Forums (dem ich trotz aller Kritik für seine Mühe danken will) anders und versucht es nochmal. Oder er schaltet wenigstens das Archiv frei, das voller spannender Infos ist. Vielleicht nimmt ja auch einer der Leute, die in dem Forum aktiv waren, die Mühe auf sich, und startet ein Nachfolgeprojekt (und vielleicht dann mit etwas “liberaleren” Regeln).

Trash zum Sonntag (IV) und beste Jahresendwünsche


Eigentlich wollte ich in der letzten Woche noch ein oder zwei Beiträge Posten und mich dann heute mit einem Trash zum Sonntag in die Weihnachts- und vielleicht auch Silvesterferien verabschieden. Aber ihr wisst ja vermutlich auch, wie es in dieser Jahreszeit in kapitalistischen Gesellschaften so läuft: Einerseits türmen sich die Termine mit Weihnachtsfeiern und sonstigen Events, andererseits muss man sich auch noch ein bisschen dem Konsumterror hingeben (obwohl ich damit dieses Jahr recht gut wegkam). Naja und als Konsequenz hat man dann superwenig Zeit, dafür aber jede Menge Stress und schafft niemals auch nur annähernd alles was man will. Eigentlich habe ich jetzt gerade auch nicht wirklich Zeit, aber sich so sang und klanglos aus so einem spektakulären Jahr zu verabschieden, wäre dann doch ein bisschen blöd gewesen. Daher hier meine kurze (vermutlich) Jahresendbotschaft, da ich nach Weihnachten ein paar Tage in einem benachbarten Land zubringen werde, dass sich bis vor einigen Monaten als einziges europäisches Land rühmen konnte, ein nordkoreanisches Restaurant zu haben.

Naja und weil ich eben wenig Zeit habe, will ich auch nicht besonders viele Worte machen. Ein Trash zum Sonntag in Form eines Geschenks (das ich aber quasi nur weiterreiche) und das war es schon mit der Vorweihnachtsbescherung. Dank Nordi, der auf der Freien Beitragsseite darauf hingewiesen hat, bin ich auf das interessante Game “Pyongyang Racer” aufmerksam geworden. Das Spiel ist eine geschickte Werbeaktion von Koryotours, die sich sehr gut auf virales Marketing verstehen und so auch hier in meiner Trash-Kategorie landen.

Warum Trash? Nunja, “Pyongyang Racer” ist kein Highend Produkt. Dazu muss man das nichtmal gezockt haben, das sieht man auch so. Zocken ginge auch nicht, weil wohl die PR-Aktion so erfolgreich war, dass der Server von der Koryo-Group jetzt auch quasi trash ist und der Link zum Spiel zurzeit tot. Wer aber so vor 15 Jahren auf seinem 4.86er gerne Autorennspiele gedaddelt hat, der findet vielleicht noch echtes Vergnügen an dem Spiel und wer an sehr rudimentärem Basiswissen über Pjöngjang interessiert ist, der sollte sich auch mal die gut zehn Minuten nehmen, die es wohl braucht, das Spiel durchzuspielen.

Achja, interessant auch die Werkstatt aus der das ganze stammt. Zwar steht da, dass es von nordkoreanischen Programmierern programmiert sei, aber die Firma Nosotek kennen wir ja schon. Die ist nämlich im Endeffekt eine deutsch.

Wie gesagt, vielmehr als ein bisschen Ansichtsmaterial kann ich euch noch nicht liefern, aber irgendwann wird die Koryogroup schon ihren Server in den Griff kriegen oder das Interesse der Gamer nachlassen. Bis dahin könnt ihr euch ja die Zeit mit warten vertreiben, denn das Christkind kommt morgen so oder so…

Sorry, dass ich nichts zu verhafteten Amerikanern geschrieben habe (außer einer Vorabankündigung), von leuchtenden Weihnachtsbäumen (aber der Schwachsinn wiederholt sich ja wie andere Dinge alle Jahre wieder) oder von absolut sicheren Raketenbeweisen (nicht mehr als das übliche Geklappere rund um nordkoreanische Satelliten-/Raketenstarts), aber das wäre in Anbetracht meines beschränkten Zeitbudgets zu viel Aufmerksamkeit für nur mittelmäßig wichtige Themen gewesen, da ist mir was Lustiges doch lieber.

Also verabschiede ich mich definitiv bis nach Weihnachten und vermutlich bis zum nächsten Jahr und wünsche euch eine ruhige und besinnliche/gemütliche/schöne/relaxte Zeit und einen gute Start nach 2013. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann schaut euch doch einfach die Blogs an, auf die ich auf der Linkseite verweise oder bedient euch bei den Hinweisen zu Nachrichtenagenturen etc. oder je nach Interesse bei den anderen Links, die ich so gesammelt habe. Macht‘s gut und bis dann…

Auflösung des Super-Kim-Uhren-Contests: Die Gewinner und ihre Szenarien


So ihr lieben, nachdem mein kleiner Wettbewerb ja vorgestern zuende ging und ihr euren Teil geleistet habt, bin ich jetzt an der Reihe, meinen Part bei der Geschichte in die Tat umzusetzen. Die die teilgenommen haben, dürften erstmal gespannt sein, wer sich auf die Uhr und wer auf die anderen Gewinne freuen kann. Da ich euch nicht länger auf die Folter spannen will, hier das Ergebnis meiner Verlosung, die von einer neutralen Person vorgenommen wurde…

Uhr: repi

Räucherwerk: bagameri

Kims unsterbliche Werke: Marcus

Da die Zahl der Einsendungen überschaubar war, ich aber die Einsendungen, die ich durchweg toll fand, würdigen will, habe ich eben mal einen Blick in mein Bücherregal geworfen und gesehen, dass für jeden Teilnehmer, der nicht gewonnen hat, noch ein unsterbliches Werk Kims übrig ist. Wenn ihr wollt, könnt ihr mir also wie die anderen eure Daten durchgeben (näheres dazu gleich) und bekommt Post mit wegweisendem Inhalt.

Ich hoffe ihr seid alle mit euren Gewinnen etc. zufrieden. Damit ich euch die zuschicken kann, möchte ich euch bitten, mir eure Adressdaten und im Zusammenhang damit, den Namen unter dem ihr euer Szenario eingereicht habt, in den Briefschlitz hier zu schieben:

Nachdem die Formalitäten jetzt erledigt sind, kommt der Teil, der auch für diejenigen unter euch interessant sein dürfte, die nicht teilgenommen haben. Sie können nämlich jetzt die Einschätzungen und Szenarien ihrer werten Mitleser und jetzt auch meiner werten Mitautoren lesen. Ich werde die Szenarien ohne Namen veröffentlichen und sie einfach durchnummerieren, falls jemand in einem Kommentar Bezug zu einer bestimmten Einsendung nehmen will. Die Reihenfolge ist chronologisch nach dem Eingang.

Zum Inhalt sage ich garnichts, außer, dass ich es wirklich super fand, verschiedene Ideen und Sichtweisen auf dasselbe Phänomen lesen zu können und das ich allen die mitgemacht haben nochmal explizit dafür “Danke!” sagen will. Ich finde der Rest steht für sich selbst, aber die Lektüre lohnt auf jeden Fall!

 

==========1==========

 

Ganz vorneweg. Ich sehe die ganze Sache optimistisch (Gut das hängt jetzt vom Auge des Betrachters ab ob man hier optimistisch oder pessimistisch sagt) bzw. bin mir ziemlich sicher das Kims Reich auch in vier Jahren noch existieren wird.

Bei solchen Überlegungen lässt sich leider keinerlei Präzedenzfall hinzuziehen, denn Nordkorea selbst ist der Präzedenzfall. Jedoch denke ich das dem jungen Kim in den ersten Jahren keine Gefahr durch spontanen Volkszorn droht, ganz im Gegenteil, die Begeisterung für Kim Jong Un stetig wachsen wird und der “Pjöngjang Effekt” nach und nach das ganze Land angesteckt haben wird.

Ich gehe davon aus das die Bemühungen des Regimes die Lage der Bevölkerung zu verbessern bis dahin erste wenn auch im Vergleich zu kapitalistischen Industrieländern (bzw. China^^) bescheidene Früchte tragen werden. Der Betrieb in den Sonderwirtschaftszonen Rason und Wihwa wird bis dahin angelaufen sein. Die SWZ in Kaesong jedoch wird keine große Rolle spielen.

Der große Nachbar China wird nach wie vor eine Schlüsselrolle in Nordkoreas Wirtschaft und Außenpolitik spielen. Ich denke die Beziehungen zum Süden werden sich verbessern, jedoch nicht oberste Priorität auf der außenpolitischen Agenda Pjöngjangs haben. Im Verhältnis zu den USA wird sich auch in vier Jahren nicht viel verändert haben. Nordkorea wird an seinen Atomwaffen festhalten und weitere Raketenstarts durchführen.

Der Personenkult um die Kims wird weiterbetrieben. Die Abschottung nach außen hin wird weniger dicht sein, das Internet wird zwar genutzt, jedoch keinesfalls voll und ganz zugänglich sein. Hier lässt man sich von China inspirieren, zensiert aber noch viel umfangreicher. Die Zahl ausländischer Touristen steigt rapide an und die Reisebeschränkungen werden gelockert. Koreaner jedoch wird man nachwievor eher selten im Ausland antreffen. Ausgenommen Geschäftsreisende und Eliten.

Was die Eliten angeht so haben diese in vier Jahren noch mehr Vorteile durch das Regime zu verlieren als heute und werden daher fest zu Kim Jong Un halten. Was dessen Führung angeht so wird sich der stattliche junge Mann noch mehr von der Autorität zu eigen machen die ihm die Propaganda bereits jetzt zuschreibt. Allerdings wird er auch dann nicht ganz alleine regieren wie sein Vater oder Großvater das taten. Die Führung wird kollektiver sein. Jedoch bei weitem nicht so wie in China.

Und natürlich das wichtigste: KCTV wird 24 Stunden am Tag senden!^^

==========2==========

 

Nachdem die Europäische -Union infolge der Finanzkrise endgültig auseinander gebrochen ist und die USA aufgrund finanzieller Probleme in einem desolaten Zustand sich befinden, ist es der Weitsicht des genialen Marschall Kim Jong Un zu verdanken, dass sich immer mehr Länder um Nordkorea scharen.

Die noch unter Kim Jong Il, von unseren feinden belächelte Juche Ideologie, entwickelte sich im Laufe der letzten zwei Jahre als Heilsbringer. Anfangs für Nordkorea, nun für den Rest der Menschheit! Länder die sich vor wenigen Jahren noch kapitalistisch – marktwirtschaftlich verstanden, sehen nun klar und deutlich, dass von Nordkorea lernen, Siegen lernen bedeutet.

Wir, das gesamt-koreanische Volk, welches in einem glorreichen Akt der Mildtätigkeit Südkorea den politischen und wirtschaftlichen Anschluss an unser Nordkorea erlaubte, zeigen der Welt, wozu Juche fähig ist! Die Selbstversorgung, welche überall die Jahre ganz bewusst auf einem niedrigen Niveau gehalten wurde, lässt uns heute nicht das Gefühl des Mangels erleben.

Wir waren schon immer ein Volk der Fahrradfahrer, einen Weg den andere Länder heute aus Mangel an Öl nun auch gehen. Wir aber fuhren Fahrrad aus Liebe zur Umwelt!

Geld, welches in den anderen Ländern nun nicht mehr vorhanden ist, spielte bei uns nie eine Rolle.

Viele Delegationen aus anderen Ländern kommen zu uns, um zu lernen!

Wir wollen großmütig sein und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Der amerikanische Präsident wird sich demnächst selbst ein Bild vor Ort machen und unser Land besuchen. Die Effektivität unserer Gefangenenlager soll als Beispiel für die amerikanische Strafjustiz dienen, deren Gefängnisse infolge der wirtschaftlichen Krise, vor dem Zusammenbruch stehen. Sie sind schlicht nicht mehr in der Lage, alle straffällig gewordenen Menschen aufzunehmen.

Zahlreiche Betriebe aus China, die auf Grund der dortigen Löhne dort nicht mehr produzieren, lassen bei uns fertigen. Unsere Lager stellen günstige Arbeitskräfte zur Verfügung. Ein System, welches lange kritisiert wurde, sich aber nun als das bessere heraus stellt.

Die Welt schaut zu uns auf!!

Manse, Kim Il Sung
Manse,  Kim Jong Il
Manse, Kim Jong Un

==========3==========

 

Mit Kim Jong Il’s Tod und den damit verbundenen Machtverschiebungen innerhalb des Regimes, eröffnete sich erstmals die Möglichkeit zu grundlegenden Veränderungen. Großen Teilen der nordkoreanischen Machtelite war schon vor Ableben des “ewigen Generalsekretärs” die Notwendigkeit von wirtschaftlichen Reformen bewusst, um dauerhaft ihre Privilegien halten zu können.

Nachdem Kim Jong Un das Erbe seines Vaters antrat und auf Kosten einiger Militärs und Parteikader seine Macht festigen konnte, nahmen vor allem (für nordkoreanische Verhältnisse) pragmatische Funktionäre hohe Positionen im Staatsapparat ein – allen voran sein Onkel Jang Song-thaek. Als durch Kim Jong Il’s Tod ein vorläufiges Machtvakuum entstand, war es Jang Song-thaek, der diese Situation nutzte und seinen Einfluss auf den unerfahren Kim Jong Un geltend machte. Seine steile Karriere fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der Ernennung zum Vorsitzenden des Präsidiums der Obersten Volksversammlung im Jahr 2015. Vorgänger Kim Yong-nam war zuvor an den Folgen von Überarbeitung gestorben und wurde leblos neben seinem Schreibtisch aufgefunden.

Im Jahr 2016 ist Jang Song-thaek die inoffizielle Nummer 1 in Nordkorea. Sein Neffe Kim Jong Un, der bei der Festigung seiner Macht vor allem auf seinen erfahrenen Onkel setzte, wurde mit den Jahren immer abhängiger von ihm. Nach wie vor ist Kim Jong Un die Vorzeigefigur des Regimes, empfängt Delegationen und reist durch das Land – doch die Politik wird von seinem Onkel bestimmt.

Nordkoreas Abhängigkeit von China, hat sich weiter verstärkt. Diese Bindung an die Volksrepublik ist ebenfalls auf Jang Song-thaek zurückzuführen und äußert sich vor allem in den wirtschaftlichen Beziehungen. Im Jahr 2016 ist das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern erstmals zweistellig – 10 Milliarden US-Dollar. Die Sonderwirtschaftszonen wurden massiv erweitert und besonders chinesische Investoren in das Land gelockt. Bis 2020 sind offiziell fünf weitere Sonderwirtschaftszonen geplant. Es zeigt sich deutlich, dass Nordkorea sich in immer schnelleren Schritten von der Planwirtschaft abwendet. Zugleich wächst die Abhängigkeit von China, dass seit 2012 jährlich von Jang Song-thaek und einer immer größer werdenden Delegation besucht wird.

China bindet seine Investitionen an Bedingungen, die vor allem Nordkoreas Außenpolitik betreffen. Die Drohungen gegenüber Südkorea haben abgenommen und das Atomprogramm läuft nur noch auf Sparflamme. Erstmals seit Jahren zeigt sich Nordkorea ernsthaft bereit über das Programm zu verhandeln. Im Gegenzug wird vor allem wirtschaftliche Unterstützung gefordert.

Der neue außenpolitische Kurs missfällt vielen führenden Figuren innerhalb des Militärs. Doch bisher lassen sich die Generäle mit üppigen Anteilen am neuen wirtschaftlichen Aufschwung besänftigen, von dem nur sehr wenig bei der Mehrheit der Bevölkerung ankommt. Die Bevölkerung selbst spürt jedoch, dass sich etwas in Nordkorea verändert und verbindet diese Veränderungen vor allem mit Kim Jong Un, der sich für die Politik seines Onkels natürlich gebührend durch die Staatspropaganda feiern lässt.

In vier Jahren steht Nordkorea vor großen wirtschaftlichen Veränderungen, die ein Ende der alten Planwirtschaft ankündigen. Politische Veränderungen oder Umstürze sind jedoch noch unvorstellbar. Jang Sung-taek führt das Land als Vertreter einer herrschenden Klasse, die sich weiterhin hemmungslos auf Kosten der Mehrheit bereichert, jedoch (durch Chinas Einfluss) nach Außen hin zahmer geworden ist. Diese Machtelite hat es dank Jang Sung-taek’s Bindung an China – und den damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung – geschafft, sich für viele weitere Jahre ihre Macht über Nordkorea zu sichern.

==========4==========

 

Von China lernen, heißt die Macht erhalten.

Nordkorea in 4 Jahren, wird sich voll auf dem von China vorgelebten Weg befinden.
So weiter wie bisher ist nicht möglich, zumal ohne Chinas wirtschaftliche als auch militärische Unterstützung Nordkorea nicht existieren kann.
Ein Zerfall der staatlichen Ordnung bedeutet aber auch ein  Verlust der Macht des Kim Clans und seiner Entourage, was gleichzeitig mit großer Sicherheit auch das Ende ihrer Existenz bedeuten würde.

Die bisher gespielte Karte des Militärs zu Erst, als Garant der Existenz des nordkoreanischen Staates funktioniert nur dann, wenn die Wirtschaft in der Lage ist, die dafür notwendigen Leistungen zu erbringen. Nur hat eben dieses Militär zu Erst Politik im letzen Jahrzehnt genau das Gegenteil bewirkt.

Dies hat nun Kim Jong Un bzw. die ihn Beratenden erkannt und die Notbremse gezogen. Gegenwärtig findet daher wahrscheinlich ein Machtkampf mit den Vertretern des Militärs statt, die die bisherige Linie gestaltet haben und daraus auch großen persönlichen Nutzen hatten und dem Kim Clan und ihm nahe stehenden.

Ich gehe davon aus, und einiges deutet schon jetzt darauf hin, dass Nordkorea einen ähnlichen Weg wie China gehen wird.
Lockerung von restriktiven Gesetzen mit gleichzeitigen Maßnahmen zur Vertrauensbildung bezüglich Kapital und Eigentum,  um ausländische Investoren samt ihrer Firmen ins Land zu bekommen.
Diese Maßnahme dient dazu, die Infrastruktur wieder aufzubauen und um Arbeitsplätze für die eigene Bevölkerung zu schaffen.

Ziel von Kim Jong Un ist es eindeutig, erst das Lebensniveau der Bevölkerung zu verbessern um dann schrittweise die notwendige Öffnung des Land nach Außen zu betreiben.
Dies wird in mehreren Schritten ablaufen, wobei immer der Erhalt der Macht oberste Priorität haben wird.
In den nächsten 4 Jahren wird daher die Songun Politik schrittweise zu Gunsten der “Wirtschaft zu Erst” in der Versenkung verschwinden.
Kim Jong Un wird sich noch weiter an China binden, das Säbelrasseln wird sich legen. Die Außenpolitik Nordkoreas wird sich so gestalten, dass man versucht den Nimbus der Betonkommunisten loszuwerden, in dem man auch die Einstellung des Atomprogramms, nun letztmalige, als Verhandlungsmasse benutzt, um damit eine  Friedensvertrag mit dem Süden und den USA zu erreichen.

Als “halbwegs normales” Mitglied dieser Weltgemeinschaft sowie ohne Blockademaßnahmen lässt es sich eben besser Wirtschaften und Handeln.

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Der König ist tot, es lebe der König.

Ich sehe kein Absehbares Ende der Ära des Regimes…..Ich glaube sogar, dass Kim Jong Un bis zum Tod herrschen wird bzw. eine weitere Thronfolge in ca. 40 Jahren vorbereitet wird. Warum? Ich glaube an einen sehr langsamen Fortschritt…..die Koreaner sind nicht dumm, natürlich wird man aber auch stark von der florierenden Wirtschaft in China und Russland profitieren die ihre Kooperationen erweitern.

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Es sollte klar sein, dass eine Aussage darüber, in welche Richtung sich das Land, besser gesagt die dortige Führung einschlagt, höchst spekulativ ist und eher dem Bachgefühl heraus entspringt. Die Faktenlage (bezüglich wirklich prüfbarer verlässlicher Quellen) zur zu erwartenden Entwicklung ist bekanntlich nicht wirklich groß. Dennoch möchte ich hier meine Vermutungen zur mittelfristigen Entwicklung des Landes nennen und auch darlegen, weshalb ich meine, dass sie zumindest weniger unwahrscheinlich sind als andere. Zudem gehe ich von der Annahme aus, dass die Mächtigen in Nordkorea sich im Grunde genommen nur um eine Sache wirklich sorgen: Ihr Lebensstandard und damit verbunden ihre persönliche Sicherheit  und ihr Machterhalt.

1. Standing des Regimes, der inneren Macht-Elite um Kim Jong Un

Ich erwarte, dass Kim Jong Un seine Position in den nächsten vier Jahren weiter konsolidieren wird. Für uns ist ja jetzt schon nicht ersichtlich, ob tatsächlich die von einigen (vor allem Medien) vermuteten Rivalitäten im Regime existiert (vor allem wird da immer jung vs. alt, erfahren vs. unerfahren genannt). Sollten aber gewissen Vorbehalte von Seiten älterer Generäle, Parteikader, etc. gegenüber dem neuen Führer bestanden haben, so denke ich, dass diese nach nun fast einem Jahr seit Kim Jong Ils Tod nicht mehr an der Oberfläche brodeln werden, sofern sie überhaupt existierten. Dass sich einige Nordkoreaner ob des jungen Alters ihres neuen Führers Gedanken gemacht haben, halte ich für wahrscheinlich, gerade in einer Gesellschaft wie der (Nord-)Koreas, wo das Alter und die Anerkennung einer Person wesentlich miteinander verknüpft sind. Dass jemals in Kreisen, die dem jungen Kim tatsächlich gefährlich werden könnten, überhaupt offen darüber gesprochen wurde, ob man ihm die Treue erweist, halte für äußerst unwahrscheinlich. Man muss bedenken, dass in Nordkorea nunmehr seit rund 60 Jahren ein System der annähernd totalen Kontrolle, gepaart mit sehr ernsten, im schlimmsten Fall drei Generationen einer Familie übergreifenden Repressionen existiert. Wenn Kritik oder Missfallen an politischen Maßnahmen von der einfachen Bevölkerung oder von „einflussreicheren“ Individuen geäußert wird, und dies halte ich für ziemlich wahrscheinlich, dann wird dies nicht direkt verbal ausgedrückt werden, sondern sehr wahrscheinlich verklausuliert, in Worte mehrdeutig verpackt, in Form einer ironisch Anspielung oder durch eine extreme Lobpreisung des Regimes artikuliert werden.

Obwohl in Nordkorea also durchaus Unzufriedenheit ganz direkt mit den Spitzen des Regimes existierten mag (ich denke, viele Nordkoreaner sind sich der propagandistischen und nicht unbedingt wahrheitstreuen Natur von Propaganda inzwischen sehr wohl bewusst), existiert doch keine Politische Kultur des offenen Artikulierens von Unzufriedenheit in diesem Land, und jedes Kleinkind lernt dort bereits, dass so etwas potentiell tödlich sein würde.

In Anbetracht dieser Vermutung erwarte ich keine offene Unzufriedenheit mit dem Kim-Regime in den nächsten vier Jahren (geschweige denn „arabische“ Verhältnisse). Ich glaube vielmehr, dass Kim Jong Un seine Machtbasis weiter ausbauen wird. Bereits bekannt gewordene und zukünftige Ersetzungen von Ministern oder hochrangigen Militärs werden sich sicherlich noch bis tief in das nächste Jahr hineinziehen (wir werden von den meisten nichts erfahren, und wenn wir was erfahren, dann sicherlich nichts von angeblichen „Mörser-Exekutionen“, sollten sie überhaupt tatsächlich stattgefunden haben.

Es bleibt also alles beim alten in Nordkorea, der Kim-Klan wir auch in vier Jahren noch die absolute Macht in Pjöngjang innehaben.

2. Wirtschaftliche Entwicklung

Obwohl in letzter Zeit viel von wirtschaftlichem Wandel in Nordkorea gesprochen wurde, so ist dennoch nicht klar, wie ernst es Kim Jong Un mit der Ankündigung, dass das „Volk den Gürtel nicht mehr enger schnallen müsse“ meint. Vielleicht ist die Frage auch nicht, wie ernst er es meint, sondern was er durchsetzen kann. Allseits bekannt ist das Problem, vor welchem die nordkoreanische Führung steht: Mehr wirtschaftliche Öffnung bedeutet gleichzeitig einen für das Regime potentiell gefährlichen Fluss an Informationen, die in das Land gelangen. Der chinesische Weg scheint daher für Nordkorea weiterhin nicht erreichbar, denn in den rund 60 Jahren Kim-Herrschaft hat man sich einen Personenkult und ein damit verbundenes System der Mythen und Lügen aufgebaut, welches bei zu Viel Fluss an Informationen – und dieser würde unabdingbar sein, sollte man ernsthaft ausländisches Kapital ins Land locken wollen – auf mittel- bis langfristige Sicht auch durch die schärfsten Repressionen aufrechtzuerhalten wäre. Sehr wahrscheinlich ist daher nicht eine wirtschaftliche Öffnung ähnliches des chinesischen Modells unter Deng Xiaoping in den 1980er Jahren, sondern eine Fokussierung auf a) Sonderwirtschaftszonen und b) die Binnenwirtschaft. Denn obwohl Nordkorea ein bergiges Land ist; die ausreichende Ernährung der eigenen Bevölkerung ist möglich, sollte man die Landwirtschaft modernisieren, das Energieproblem flächendeckend abmildern und ein für das Kim-Regime verträgliches Maß an privater wirtschaftlicher Initiative zulassen. Aber kann Nordkorea überhaupt eine vernünftige ökonomische Entwicklung zum Besseren garantieren, ohne sich zwangsläufig potentiell regimegefährdend öffnen zu müssen? Meiner Meinung nach ja, bis zu einem gewissen Grad. Dieser mag allerdings mittelfristig völlig ausreichen zur Zufriedenstellung der zweifelsohne existierenden Erwartungshaltung gegenüber der neuen Führung in der Bevölkerung. Sollten auf dem Binnenmarkt die Beschränkungen gelockert werden, sollten Bauern zumindest einen Teil ihrer Erzeugnisse in Zukunft auf dem Markt verkaufen dürfen, sollten gar halbprivatwirtschaftliche Betriebe gegründet werden, so lässt sich trotz erhaltener Abschottung gegenüber des westlichen Welt einiges erreichen. Der Handel mit China, Teilen Asiens und Russland wird sicherlich in den nächsten vier Jahren zunehmen, mehr ausländische Geschäftsleute werden ins Land reisen.  All dies bedeutet noch keinen umfassenden Fluss an Informationen, welche potentiell das Regime delegitimieren könnten.
Anzeichen vorsichtiger Versuche, einen gelenkten Wandel zu erreichen, gibt es nicht erst seit Kim Jong Ils Tod, sondern bereits seit einigen Jahren. Allerdings scheint es, als habe sich seit dem letzten Dezember diese Entwicklung noch beschleunigt.

Jedoch sollte man sich nicht von Bildern aus der Hauptstadt Pjöngjang täuschen lassen. In den letzten fünf Jahren hat sich Pjöngjang zwar erheblich modernisiert, inzwischen hat Koryolink alias Orascom ein flächendeckendes Handynetz aufgebaut, Luxusautos fahren durch Pjöngjang und diverse Supermärkte (gegen Divisen) für die Oberschicht existieren. Somit lebt es sich, gehört man zur äußeren Elite des Regimes, wahrscheinlich inzwischen zunehmend ähnlich „unbeschwerlich“ wie für einstige Privilegierte in der DDR oder anderen Osteuropäischen Staaten.

Allerdings sollte man sich von diesem Bild nicht täuschen lassen. Pjöngjang ist lediglich die extrem privilegierte Hauptstadt, das Aushängeschild Nordkoreas. Inwiefern die Modernisierung die ländlichen Gegenden erreicht, lässt sich mitunter gar nicht abschätzen, da längst nicht alle ländlichen Gegenden überhaupt zugängig für sind NGOs, Botschaftsangehörige, geschweige denn für Touristen.

Die vorsichtigen Anzeichen einer wirtschaftlichen Besserung sind somit weiterhin mit Vorsicht zu genießen.

3. Internationale Isolierung Nordkoreas

An der internationalen Isolierung Nordkoreas wird sich auch in vier Jahren wenig geändert haben, wenngleich ich es für wahrscheinlich halte, dass seitens des Kim-Regimes ernsthafte Versuche unternommen werden, international mehr beachtet zu werden. Mit China und Russland baut man bereits seit einiger Zeit die ökonomischen Beziehungen aus, erste Anzeichen, dass sich die Beziehungen zu Japan irgendwann „normalisieren“ könnten, gibt es in jüngster Zeit. So könnte es gut sein, dass es demnächst wieder Gespräche über die nach Nordkorea entführten japanischen Staatsbürge und deren Verbleib bzw. Freilassung gibt. Allerdings kann man sicherlich argumentieren, dass dies kein solides Anzeichen einer wirklichen Verbesserung der Beziehungen ist, zumal ähnliche Versuche bereits in der Vergangenheit unternommen wurden. Allerdings halte ich es für wahrscheinlich, dass das Kim-Regime zu einem gewissen Grad die Beziehungen zu Japan zu verbessern ersucht, zumindest so weit, dass ein gewisser wirtschaftlicher Handel möglich wird.

Gegenüber dem Verhältnis zu den USA wird sich auch in vier Jahren wenig ändern. Ich erwarte nicht die Aufnahme diplomatischer Beziehungen oder weniger illusorisch, einen ernsthaften Austausch und eine Debatte über die Menschenrechts- oder die Atomfrage im Gegenzug zu wirtschaftlichen Erleichterungen für die nordkoreanische Führung. Ich halte es aber für möglich, dass Nordkorea merklich weniger provokativ auf internationaler Ebene agieren wird. Im Gegensatz zu der von vielen anderen vertretenen Ansicht, dass es demnächst wieder zu Grenzprovokationen (ähnlich der Versenkung der Cheonan oder der Bombardierung der Yeonpyeong Inseln) kommt, sehe ich eher die Möglichkeit, dass Pjöngjang sich von seiner „soften“ Seite zeigen wird und versuchen wird, sein Image aufzupolieren, um Handel zu erreichen, wo es möglich ist. Die Aufgabe des Atomprogramms halte ich für kurzfristig oder mittelfristig eher für unwahrscheinlich, allerdings für langfristig durchaus möglich. Sollten sich die Beziehungen aus nordkoreanischer Sicht entspannen, sollten wirtschaftliche Reformen greifen ohne das die Legitimität des Kim-Regimes im eigenen Land infrage gestellt wird, so wird die Protektion durch China ausreichen. Wenn durchaus berechtigter Weise argumentiert wird, dass das Schicksal des Gaddafi-Regimes in Libyen für Nordkorea als mahnendes Beispiel gelte, weshalb das Atomprogramm nicht aufgegeben werden dürfe, wird zugleich nicht beachtet, dass Nordkorea unter dem Schutz Chinas ein unvergleichbares sichereres Dasein hat als Libyen in Nordafrika unmittelbar an den Grenzen der EU. Derzeit würde China unter keinen Umständen eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses im Asien zu Gunsten der USA tolerieren wollen und alleine schon deshalb an einem stabilen Nordkorea (unter Kim Jong Un) festhalten. Sollten die USA und China allerdings sich in der Koreafrage irgendwann einigen, sollte man das Kräfteverhältnis im asiatischen Raum abseits von Korea untereinander abstecken, so wird es für das Kim-Regime eng. Dieser Fall setzt aber voraus, dass ein potentiell vereintes Korea ohne die in Südkorea stationierten US-Truppen auskommen müsste und zugleich China zusichern müsste, sich nicht in Korea einzumischen. China würde zudem von einem wirtschaftlich starken und vereinten Korea mehr ökonomisch profitieren als von der jetzigen Situation. Mag diese Entwicklung momentan in weiter Ferne sein, denkbar ist sie. Ob es in vier Jahren so weit sein könnte, kann ich nicht sagen. Solle aber der wahrscheinliche Fall eintreten, dass sich die geopolitische Situation in Asien nicht dahingehend verändert, so sehe ich wie gesagt lediglich den Versuch des Kim-Regimes, international an Anerkennung zu gewinnen (damit verbunden eine „freundlichere“, weniger militärisch provokative Linie gegenüber Südkorea).

4.  Beziehung zu Südkorea

Bald werden die Wahlen in Südkorea vorüber sein. Egal wie sie ausgehen, kann sich Nordkorea eigentlich nicht wirklich leisten, noch einmal einen solchen Angriff wie auf die Yeonpyeong Inseln im Jahr 2010 zu begehen. Man würde dann Gefahr laufen, die Situation nicht mehr zu kontrollieren, denn ich halte es dann für wahrscheinlich, dass Südkorea wesentlich energischer und härter auf eine Provokation antworten würde. Diese potentielle Unsicherheit dürfte nicht im Sinne Pjöngjangs sein, denn ein Krieg würde mit ziemlicher Sicherheit verloren gehen. Somit wäre dann auch das Kim-Regime am Ende. Daher sehe ich in vier Jahren ein Nordkorea, welches sich mehr als vorher um eine innerkoreanische Normalisierung der Beziehungen bemühen wird. Vielleicht wird es sogar zu einer Neuauflage der Familienzusammenführung kommen und gewisse gemeinsame ökonomische Projekte werden begonnen werden.

Wem die Stunde schlägt: Schreibt euer Szenario zu Nordkorea in vier Jahren und gewinnt eine Kim-Familien-Uhr oder einen anderen Hammerpreis


Update (12.11.2012) Ein paar weiterführende Erklärungen: Auf Anfrage will ich noch kurz einige Dinge am Modus klarstellen. Ihr müsst beim Einreichen eures Szenarios nur euren Namen angeben. Ich dachte das käme denen entgegen, die ihre Daten (und sei es nur die E-Mail Adresse, nicht einfach so für nichts hergeben wollen). Ich habe mir das so vorgestellt, dass ich nach Abschluss des Gewinnspiels die Namen der Gewinner bekanntgebe und sie bitte, ihre Anschrift zu übermitteln, damit ich ihnen ihren Gewinn schicken kann. Sollte ein Namen doppelt sein, so habe ich immernoch die unterschiedlichen Szenarien der Autoren, anhand derer ich unterscheiden kann, aber hier würdet ihr mir natürlich helfen, wenn ihr einen markanten Namen nutzen würdet, der wenig Verwechslungspotential birgt. Naja und damit ihr auch wisst, wann ihr erfahrt, ob ihr gewonnen habt oder nicht, habe ich mir ein Enddatum überlegt. Der Wettbewerb läuft bis Freitag 23. November um 24 Uhr. Alles was später kommt kann ich nicht mehr berücksichtigen. An dem darauffolgenden Wochenende werde ich dann die Gewinner bekanntgeben und mit ein bisschen Glück könnt ihr Ende der Woche dann schon eure neue Uhr an die Wand hängen oder ne Todeskippe rauchen.

Solltet ihr noch weitere Frage hinsichtlich des Modus haben, dann immer her damit. Ich beantworte sie gerne.

Außerdem hat mich Nachricht über ein technisches Problem erreicht. Bei einem Teilnehmer kam nach der Nutzung des Briefkastens eine Fehlermeldung und das abgeschickte Formular ist scheinbar irgendwo im Nirvana des Netzes verschwunden. Also legt euch den Text für alle Fälle in die Zwischenablage und probiert es nochmal, wenn ihr eine Fehlermeldung bekommt. Außerdem sagt mir bitte Bescheid unter tobid001(ätt)yahoo(Punkt)de, denn wenn das öfter vorkommt oder schon vorkam, muss ich mir noch ne Alternative überlegen.

 

Ursprünglicher Beitrag (10.11.2012): Wie mir eben aufgefallen ist, ist mir mal wieder ein Fauxpas unterlaufen, den die meisten meiner Freunde und Familienangehörigen schon von mir kennen. Ich habe einen Geburtstag vergessen. Dieses Jahr hat es das Blog getroffen. Völlig unbeachtet von mir, hat es im August (die Toleranz von drei Monaten habe ich mir auch bei Freunden und Familie gesetzt) seinen dritten Geburtstag gefeiert. Und wie das zu Geburtstagen des Blogs so üblich ist, gibt es auch mal wieder was von mir. Nach dem das vorletztes Jahr so medium ausfiel und letztes Jahr so richtig jämmerlich, habe ich dieses Jahr weder Kosten noch Mühen gescheut, um euch so richtige Kracher bieten zu können.

Ein kleiner Contest zum Thema “Zeit”

Und weil ich solche Kracher natürlich nicht einfach so unters Volk bringen werde, gibt es einen kleinen Contest, bei dem ihr was Kleines tun müsst. Aber dazu später mehr. Erstmal die Gewinne, damit ihr nachher auch wisst, dass es sich so richtig lohnt, an meinem Superdupercontest teilzunehmen.

Das ganze steht mehr zufällig, aber doch irgendwie passend unter dem Motto “Zeit”. Immerhin hat die in diesem Jahr in Nordkorea ja eine beträchtliche Rolle gespielt. Einerseits, weil Ende letzten Jahres eine Zeitenwende begann, weil die Uhr für Kim Jong Il abgelaufen war. Dafür hat aber der junge Kim Jong Un zumindest rein physisch noch jede Menge Zeit. Andererseits fragten sich nach dem Tod Kim Jong Ils auch viele, ob die Zeit für das Regime in Pjöngjang jetzt endgültig vorbei sei oder zumindest schneller runterticke. Man ist sich da noch immer nicht ganz einig, aber es gibt viele Stimmen die sagen, dass Kim Jong Uns Zeit, das Land wirtschaftlich zu reformieren begrenzt sei und das er innerhalb einer gewissen Spanne Ergebnisse liefern müsse. Wir werden sehen und uns bis wir näheres dazu wissen, die Zeit mit Verlosungen und Ähnlichem vertreiben.

Die Preise

Wenn die Stunde schlägt

Beim Hauptpreis muss die Beziehung zur Zeit nicht wirklich erklärt werden. Sie ist im doppelten Sinne augenfällig. Er ist eine Zier für jede Wohnung,  sieht aber nicht nur gut aus, sondern er ist auch multifunktional und für jeden Geschmack einsetzbar. Außerdem ist der Hauptgewinn streng limitiert. Um genau zu sein, kann ich euch garantieren, dass der Gewinner ein absolutes Unikat in seinen Besitz bringt (ob ihr dann damit eurer Zeit voraus seid, oder eher hinterherhechelt, das sei mal dahingestellt). Und das Beste: Eine Batterie ist auch mit bei…

Wertet jeden Raum ungemein auf. Der extrem limitierte Kim Familien-Zeitmesser…

Ob visionär in die Zukunft blickend (Modell “Fünf vor Zwöf. Die Uhr tickt!”)…

…eher für Nostalgiker (Modell “Fünf nach Zwölf. Die Uhr ist abgelaufen!”)…

…oder einfach zeitlos (Modell “Zeitloser Klassiker”). Für jeden Geschmack hat die epochale Uhrenedition was zu bieten.

Langeweile und überflüssige Lebenszeit vertreiben

Beim zweiten Gewinn ist der Bezug zur Zeit auf den ersten Blick nicht ganz so naheliegend. Jedoch gibt es neben dem zeitlosen Design der Verpackung einen weiteren Aspekt, der einen ganz klaren Bezug zur Zeit hat. Immerhin halfen die hier verlosten Produkte, Kim Jong Il dabei, seine Verweildauer auf Erden zu verkürzen. Der glimmende Sargnagel kann auch euch einige Minuten (und vielleicht sogar vielmehr) Langeweile ersparen helfen.

Der zweite Gewinn ist nicht unbedingt dazu angetan Räume aufzuwerten, jedenfalls wenn man ihn in Gebrauch nimmt. Allerdings ist die Verpackung dafür sehr ansehnlich. Ein Produkt aus einer der Vorkämpfernationen wider den Tabakmissbrauch. Ob ihr mal gerne was anderes rauchen wollt oder einfach ein gutes Smalltalkthema braucht, die Dinger sind in fast jeder Lebenslage nützlich.

Kims Beste. So gut, dass Kim Jong Il selbst sich mit den minderwertigen Produkten vom Klassenfeind abgab, um mehr für sein Volk übrig zu lassen (Klick auf das Bild führt zum Beleg).

Kims Beste. So gut, dass Kim Jong Il selbst sich mit den minderwertigen Produkten vom Klassenfeind abgab, um mehr für sein Volk übrig zu lassen (Klick auf das Bild führt zum Beleg).

Die Zeit sinnvoll Nutzen: Lernen vom Besten

Naja und weil aller guten Dinge drei sind und bisher nur die ästhetischen und die physischen Bedürfnisse abgedeckt wurden, habe ich noch was für den Geist draufgelegt. Nicht direkt ein Zeitvertreib, aber dafür vielleicht so etwas wie eine sinnvolle Verwendung selbiger (das ist Ansichtssache). Eine kleine Best-of Auswahl aus dem umfangreichen Gesamtwerk Kim Jong Ils. Die Brücke durch die Zeit schlägt dabei die Arbeit: “Über die Weiterentwicklung des Bildungswesens”, denn wie wir wissen hat Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un mittlerweile auch schon seine Spuren in diesem Feld hinterlassen.

Drei Klassiker aus dem Verlag für fremdsprachige Literatur, Pjöngjang

Drei Klassiker aus dem Verlag für fremdsprachige Literatur, Pjöngjang.

Trostpreis für alle Teilnehmer

Es gibt auch noch einen  Trostpreis für jeden der mittmacht und der es haben will. Dazu machen wir eine Zeitreise zwei Jahre zurück. Das Geschenk von damals gibt es auch heute wieder, bezeichnenderweise beginnt der Titel mit “Läuft die Uhr ab?”.

Was ihr tun müsst

Naja, und nachdem ihr jetzt wisst, was ihr gewinnen könnt, seid ihr sicherlich begierig zu wissen, was ihr dafür tun müsst. Keine Sorge, ist nicht viel.

Nordkorea in vier Jahren

Ihr werdet euch vielleicht denken können, dass auch das wieder mit dem Thema des Tages zu tun haben wird. Wir werden eine kleine Zeitreise machen. Da gerade in den USA ein alter Präsident gewählt wurde, in vier Jahren aber ein neuer kommen wird, dachte ich mir, wir helfen schonmal ein bisschen bei der Vorbereitung und überlegen uns, welches Bild sich dem Mann, der in vier Jahren zum US-Präsidenten gewählt wird, mit Blick auf Nordkorea (oder einfach nur dem Vereinigten Korea?) bieten wird.

Ein Szenario entwerfen

Von euch hätte ich also gerne in den Briefschlitz unter diesem Artikels irgendeine Art von Szenario gesteckt (wenn man die Szenarien anderer Leute liest, schränkt das die Kreativität öfter mal ein). Aus welcher Perspektive und wie lang, wie glaubwürdig und ob bierernst oder irgendwie witzig ist mir vollkommen schnuppe, man sollte nur nachher irgendeine Art von Bild vor Augen haben. Seid einfach ein bisschen kreativ, lasst euch was einfallen und schreibt es auf, dann habt ihr eine Chance auf den Gewinn. Ich werde nicht irgendwie bewerten, sondern die Preise unter allen Teilnehmern verlosen, eure Chancen stehen also garnicht so schlecht, ihr dürft es aber trotzdem an Freunde weitersagen, die nach guter Literatur, einer neuen Zigarettenmarke oder natürlich einer richtig schönen Küchenuhr suchen, denn ich bin natürlich auf möglichst viele kreative Szenarien gespannt. Wenn der Contest zuende ist, werde ich dann alle eure Szenarien veröffentlichen (also spart an unflätigen Wörtern…).

Und eine Kleinigkeit gibt es da noch: Denn ihr müsst euch für den Fall eines Hauptgewinns für eines der Uhrmodelle entscheiden. Daher hätte ich gerne eure Wahl und verbunden damit eine kleine Begründung, warum ihr den gewählten Kim haben wollt (sowas wie: “Kim Il Sung hatte den besten Modegeschmack/den Japanern auf die Glocke gehauen/war der fähigste Staatsmann”;”Kim Jong Il hat die coolste Geburtsgeschichte/Sonnenbrille/Jacke” oder “Kim Jong Un kann am besten kochen/die hübscheste Frau/kann am besten Schwiizerdütsch” (kann er nicht! Aber sei’s drum)).

Der Contest wird einige Tage laufen, ich habe mir aber noch nicht genau überlegt wie lange, aber ich werde nochmal bescheidsagen, wenn das Ende nahe ist. Daten oder so brauche ich von euch erstmal nicht, das können wir immernoch machen, wenn ich den Gewinner bekanntgebe. Ihr könnt also wenn euch das wichtig ist in das Pflichtfeld irgendwelche fiktiven Namen eingeben. Wenn ihr den Trostpreis wollt, müsst ihr das einfach dazuschreiben und eure E-Mail Adresse eingeben. Ich werde euch hier über den Verlauf des Wettbewerbs auf em Laufenden halten

Na dann wünsche ich viel Spaß und Erfolg und freue mich auf eure Ideen…

Einige Grundsatzüberlegungen: Eine Sache des Maßstabs — Wie ich meine Blogthemen auswähle und warum manche aktuellen Storys für mich uninteressant sind.


Kürzlich hatte ich eine kleine Diskussion mit einem Freund, die sich darum drehte, dass er in den letzten Wochen nicht so ganz zufrieden mit meiner Themenauswahl für das Blog gewesen ist. Vor allem bedauerte er, dass ich mich eher allgemeinen Themen gewidmet habe und aktuelle Ereignisse ein bisschen aus dem Blick verloren hätte. Ich habe meine inhaltliche Ausrichtung natürlich verteidigt und gesagt, dass es eigentlich nicht wirklich was Neues gegeben habe in den letzten Wochen. Aber wirklich zufrieden sein konnte ich nicht mit der Diskussion, weil er mir aus den deutschsprachigen Medien ein paar Themen aufgezeigt hat, die schon relativ groß aufgemacht worden waren. Naja und weil ich solches Feedback ernst nehme, habe ich mir ein bisschen Gedanken darüber gemacht, ob ich vielleicht wirklich die “falschen” Themen aufgreife und die “wichtigen” außer Acht lasse.

Was ist “wichtig” und was “richtig”?

Das alles ist natürlich relativ schwierig zu diskutieren, denn erstens lässt sich die Themenauswahl nur schwer in Kategorien von “falsch” und “richtig” pressen, denn das sind ja rein subjektive Wahrnehmungen und zweitens sind auch Maßstäbe wie “unwichtig” und “wichtig” nur schwer zu nutzen. Eigentlich weiß so ziemlich niemand, der nicht gerade zum Führungszirkel in Pjöngjang gehört, was wirklich “wichtig” ist (und selbst da scheinen die Informationen ja sehr ungleich verteilt zu sein). Allerdings führen solche Überlegungen zu “wichtig” und “richtig” auf eine gute Spur, denn irgendwie muss man seine Themen ja wählen und da muss es ja dann irgendwelche Maßstäbe geben.

Medien haben eigene Maßstäbe…

Natürlich könnte ich die Maßstäbe unserer westlichen Medien übernehmen und einfach die Themen aufgreifen, die dort vorgeben werden. Allerdings würde dann neben “Wichtigkeit”, die für Medien durchaus relevant ist (leider ist das mit der “Richtigkeit” bezüglich Nordkorea nicht wirklich so), auch solche Wertmaßstäbe wie “Sensationsgehalt”, “Menschlicher Rührungsfaktor”, “Darstellbarkeit im Bild” und damit verbunden natürlich vor allem “Marktrelevanz (in der werberelevanten Zielgruppe (von 14 -49))” mit übernehmen, die mit der “Wichtigkeit” konkurrieren und sie oft genug an den Rand drängen. Außerdem würde ich damit mit unseren Massenmedien konkurrieren und mal ganz ehrlich, da kann ich nicht mithalten, weder was Recherchemöglichkeiten, noch was journalistische Qualitäten etc. betrifft.

…und ich auch

Also macht es gleich mehrfach Sinn, eigene Maßstäbe zur Themenauswahl zu entwickeln. Einerseits, weil ich mich so von anderen Medien abgrenzen kann. Andererseits weil mir das auch der Sache angemessen scheint (das kann man jetzt als Kritik an der Themenauswahl der Medien verstehen, denn die ist häufig vor allem den eigenen Bedürfnissen als Wirtschaftsakteur angemessen, nicht der Sache).

Relevanz

Am wichtigsten ist es mir, relevante Themen aufzugreifen. Zur Relevanz möchte ich dabei noch sagen, dass es vermutlich im Fall Nordkorea so gut wie keine Korrelation zwischen der Bedeutung eines Themas und dem Umfang der Berichterstattung in unseren Medien gibt. Wenn alle Zeitungen, von den Vierbuchstabenspringerblättern bis zum Buxtehuder Tagblatt die Tage zählen, seit denen sie dieseN oder jeneN NordkoreanerIn nicht mehr gesehen haben, dann ist das sicherlich ein guter Zeitvertreib. Wichtig ist es deswegen aber noch lange nicht. Deswegen verlasse ich mich bei der Bewertung von Wichtigkeit eher auf die Blogs und Quellen, die ich in meinen Linksammlungen untergebracht habe. Das gibt meistens ein besseres Bild. Natürlich versuche ich so früh wie möglich über relevante Themen zu schreiben. Aber es bringt nichts, jedem blöden Gerücht hinterherzuhecheln, weil es irgendwann mal wichtig werden könnte und weil eins von 30 Gerüchten ja auch am Ende einen wahren Kern hat. Ich schreibe erst dann über etwas, wenn die Anhaltspunkte, dass es sich nicht um eine Ente handelt, wirklich stichhaltig sind (und gut heißt mehr, als nur, dass man sich beim Buxtehuder Tagblatt was Tolles ausgedacht hat).

Neues und Interessantes

Aber Wichtigkeit ist natürlich nicht der einzige Maßstab, den ich anlege. Manchmal versuche ich mir und euch auch Hintergründe zu erschließen, die so vielleicht wenig oder garnicht bekannt sind (weil sie nach den Maßstäben unserer Medien oft nicht so von Belang sind). Dabei versuche ich natürlich auch nicht, das besser zu machen, was die Medien schon geleistet habe (wie gesagt, das ist ziemlich aussichtslos), sondern versuche Aspekte aufzugreifen, die einerseits interessant für mich und euch sind, andererseits aber nicht schon tausendmal breitgetreten wurden. Manchmal beschränke ich mich dabei weitgehend darauf, irgendwelche interessanten Erkenntnisse aus dem englischen Netz zusammenzufassen und für diejenigen zugänglich zu machen, die nicht so gerne englisch lesen. Manchmal suche ich mir auch selbst Informationen zusammen und baue sozusagen Eigenes.

Bloggerei als Spiegel eigener Interessen und Person

Allerdings ist so eine Sache wie Bloggerei natürlich auch was Persönliches. Ich meine, klar irgendwo freue ich mich Leser zu haben und bin über jeden inhaltlichen Austausch mit euch glücklich, aber irgendwo mache ich das auch nur aus mir selbst heraus und für mich selbst. Das heißt die Themenauswahl hat natürlich auch sehrviel mit meiner eigenen Identität zu tun. Ich bin Akademiker. Deshalb interessiert es mich, was in der akademischen Sphäre (v.a. der deutschsprachigen, aber natürlich auch darüber hinaus) zu Nordkorea geforscht und geschrieben wird und deswegen versuche ich auch  öfter mal mich daran abzuarbeiten. Gleichzeitig macht es mir auch Freude über Blogs als Instrument der akademischen Sphäre nachzudenken und mir verschiedene Anwendungsideen zu überlegen (und deshalb versuche ich immer mal irgendwas auszuprobieren. Mal was kleineres, mal was größeres). Ich als Mensch und soziales Wesen mag Kontakt zu anderen Menschen und nutze das Blog deshalb auch gerne als Netzwerk- und Diskussionstool. Dazu brauche ich dann aber auch Themen, die geeignet sind darüber zu sprechen. Zuletzt habe ich natürlich auch eigene Interessen. Ich interessiere mich zum Beispiel für Fußball. Deshalb ist es naheliegend, Fußball auch schonmal analytisch zu verwursten. Ich interessiere mich zum Beispiel nicht so für Genderfragen. Deshalb werdet ihr darüber nicht wirklich was im Blog finden. Wer sich so ein bisschen hier durchgelesen haben, der wird einiges über meine Interessen und meine (teils politischen) Positionen gelernt haben, aber so tun als ob ich neutral und objektiv sei, das ist jetzt auch nicht mein Ding, das können die Medien machen.

Die Ökonomie des Bloggens

Daneben gibt es noch ein zwei ganz allgemeine Überlegungen, die meine Themenauswahl mit beeinflussen. Ich habe nur begrenzte Zeit zur Verfügung. Manchmal mehr und manchmal weniger. Daraus folgt, dass ich manchmal keine Themen angehen kann, die eine intensivere Recherche benötigen. Außerdem folgt daraus die direkte Überlegung, dass ich nicht alles schreiben kann, zu dem ich eine Idee habe. Wenn ich mich also für ein Thema entscheide, ist das gleichzeitig auch oft eine Entscheidung gegen ein oder mehrere andere Themen.  Weiterhin habe ich gewisse Qualitätsanforderungen an mich selbst. Ehe ich irgendwas hinrotze schreibe ich garnichts, dann habe ich mir und euch Zeit gespart.

Aktuelle Themen und warum ich sie nicht aufgegriffen habe

Naja und vor diesem Hintergrund will ich  dann nochmal einen Blick auf die aktuellen Themen werfen, die zurzeit von unseren Medien als wichtig angesehen werden:

Die verschwundene/schwangere/gefährdete Frau

Kim Jong Uns Frau war “verschwunden” und ist wieder da. Kim Jong Uns Frau ist fast zwei Monate nicht vor eine Kamera getreten, jetzt aber schon. Sie ist vielleicht Schwanger. Vielleicht gibt es auch andere Gründe. Vielleicht hat sie auch einfach was anderes gemacht. Was soll ich denn dazu schreiben? Ist das wichtig? Nein. Vielleicht wird es das irgendwann. Gibt es dazu interessante Hintergründe, die nicht bekannt sind? Nein. Kann ich irgendwas dazu schreiben, das nicht schon hundertfach im Buxtehuder Tagblatt oder anderen Qualitätsmedien steht? Eher nicht. Soll ich also für ein Thema, das ihr mit drei Wörtern bei Google recherchieren könnt ein wirklich relevantes oder interessantes Thema weglassen? Ganz sicher nicht.

Das Mörsermassaker mit langem Bart

Kim Jong Un macht ein Mörsermassaker und schlachtet trauerunwillige Generäle ab. Im Ernst? Dazu soll ich was schreiben? Zu der Geschichte, deren Bart länger ist, als alle ZZ-Top Bärte zusammen? Wenn ihr mein Blog einigermaßen regelmäßig gelesen habt, dann kam euch die Story vielleicht bekannt vor. Vor einem halben Jahr gab es die schonmal. Da haben unsere Medien aber versäumt auf den blödsinnigen Zug aufzuspringen. Und deshalb soll ich jetzt eine Story aufgreifen, die sich nach 6 Monaten nicht weniger bescheuert anhört. Am besten ihr lest die Vielzahl hochwertiger Informationen und gut recherchierter Hintergründe dazu im Buxtehuder Tagblatt.

Luftballonguerilla

Naja, zu den Luftballonflugblättern habe ich ja was geschrieben. Sogar zweimal. Da hatte ich nämlich ernstlich das Gefühl, dass das wichtig sein könnte. Aber soll ich jetzt dazu nochwas schreiben, weil die PR-Leute der Luftballonguerilla ein paar Imagefilmchen in unseren Medien platziert hat? Da hab ich besseres zu tun. Das könnt ihr genausogut beim Buxtehuder Tagblatt angucken.

Noch ein Buch, noch eine Flucht.

Nungut, zum Buch “Flucht aus Lager 14″ hätte ich vielleicht was schreiben können. Aber erstens habe ich es nicht gelesen, zweitens klang alles was ich darüber gelesen habe nach einem weiteren Fluchtbuch, das schildert wie schlimm  es in Nordkorea, wie grauenvoll die Lager und wie gefährlich die Flucht ist. Das ist mit Sicherheit nicht uninteressant, aber neu klingt das in meinen Ohren auch nicht. Da liest man m.E. besser die Publikationen von David Hawk zum nordkoreanischen Lagersystem. Da gibt es auch Augenzeugenberichte, dafür aber keine “literarische Freiheit”. Naja und nur über ein Buch zu schreiben, weil der Verlag ne gute Öffentlichkeitsarbeit macht und sogar das Buxtehuder Tagblatt drüber schreibt, das widerstrebt mir doch ein bisschen.

Ein Sack Reis in Mostar

War noch was? Achja, Kim Jong Uns Neffe Kim Han-sol hat irgendwas gesagt. Ist das wichtig? Hm, vielleicht ist gleichzeitig in Bosnien auch noch ein Sack Reis umgefallen. Wisst ihr was? Meine Nichte hat letztens auch gesagt, das Rhein-Main-Gebiet wäre blöd. Ist das wichtig? Naja, das Mädchen ist ein Kind und war noch nie da (sie hat also ungefähr die gleiche Ausgangssituation wie Kim Jong Uns Neffe), aber für mich ist das mindestens so wichtig, wie das Gelabere anderer Kinder. Ich habe mich trotzdem dagegen entschieden, über eine von beiden Aussagen zu berichten. Immerhin gab es ja einen ausführlichen Artikel im Buxtehuder Tagblatt.

Kurzkommentare auf Facebook

Abschließend bleibt noch der Hinweis auf meine Facebookseite. Da gebe ich mitunter etwas pointierter meine Meinung zu diesem und jenem Thema ab. Zum Beispiel zu dem Schwachsinn mit den Mörsern, dem “Verschwinden” von Kim Jong Uns Frau und natürlich zu der äußerst bedeutsamen Aussage eines siebzehnjährigen Weltbürgers mit  Wohnort in Mostar. Darüber hinaus steht das Blog, wie gesagt auch für jeden offen, der mit seinen Inhalten zur thematischen Vielfalt beitragen will. Wenn ihr also in der Lage seid, etwas neues, interessantes, Wichtiges oder gehaltvolles zu Kim Jong Uns Mörsermassaker zu schreiben, dann freue ich mich sehr, das hier zu veröffentlichen.

Kritik ist ein Geschenk

So, ich glaube es war ne ganz gute Idee, das auch mal für mich aufzuschreiben, was meine Themenwahl beeinflusst. Vielleicht könnt ihr jetzt meine Beweggründe nachvollziehen, vielleicht aber auch nicht. Dann bin ich begierig eure Argumente zu hören und zu diskutieren. Das Bloggerei soll schließlich auch immer ein bisschen was Prozesshaftes haben. Das heißt, dass ich Input von außen gerne aufnehme, in meine Sicht einarbeite oder zumindest darüber nachdenke. Wenn solches Input aber ausbleibt, dann mache ich eben mein Ding wie bisher. Lange rede kurzer Sinn: Kritik ist ein Geschenk und verbessert nur das Gesamtergebnis. Daher seid ihr eingeladen euch auszutoben…

Naja, und wer auf lange Bärte steht, der sollte sich vielleicht die Nachrichten von vor ein paar Monaten sparen und sich stattdessen die Erfinder der langen Bärte reinziehen, dann verschwendet er seine Zeit wenigstens mit was Sinnvollem…

Arsch hochkriegen und was sinnvolles tun: Wichtige Frage in die Runde…


Ich hab mal eine kleine Frage in die Runde: Eben habe mich mit Bagameri kurz darüber ausgetauscht, wann wohl nach den weltweit beliebten Pflanzen Kimilsungie und Kimjongilie endlich die Kimjongunie gezüchtet würde. Mein nicht ganz ernster, aber auch nicht ganz unernster Einwand war, dass es vermutlich keine Kimjongunie geben würde, sondern eher ein völlig neu (vermutlich von ihm oder einem Bewunderer aus…irgendwo) entwickeltes Fahrgeschäft, dass dann in allen momentan wie Pilze aus dem Boden sprießenden Vergnügungsparks aufgestellt werden würde. Allerdings hörte es da auf mit meiner Kreativität.

Weder ein Name, noch die passenden Eigenschaften für die Maschine sind mir eingefallen. Bagameri warf “Kimjongun-O-Lator” als möglichen Namen in den Raum. Das finde ich schon ganz gut, aber ich glaube es geht nocht besser.

Bei den Eigenschaften habe ich grobe Vorstellung, aber von einer guten Begründung lasse ich mich gerne davon abbringen. Also ich stelle mir so ein Gerät vor, dass einerseits sehr dynamisch ist, andererseits aber auch irgendwie oldschool und vor allem gemütlich. Vielleicht sowas wie ein mobiles Riesenrad mit integrierten Videogames, oder sowas.

Naja und weil ich nicht zu den Nörglern gehören möchte, die sich immer nur beschweren und keinen konstruktiven Vorschlag an der Hand haben, möchte ich euch einfach mal fragen, ob ihr weiterhelfen könnt und ein paar glänzende Ideen für Namen und  Funktionen der Maschine habt, die in Kim Jong Uns Namen in Zukunft die Menschen auf Nordkoreas Vergnügungsparks beglücken wird, auf das der junge Kim der wahre Diktator der Herzen werde.

Wenn ihr das alles für absoluten Humbug haltet und es als eine totale Zeitverschwendung seht, über mögliche Funktionen und Namen eines neuen Fahrgeschäfts nachzudenken, weil doch klar ist, dass ein Stahlofen den Namen des jungen Kim tragen wird, so ist das natürlich mit entsprechender Begründung ebenfalls sehr willkommen. Also los: Macht mal was Sinnvolles und strengt eure grauen Zellen an…

Gastbeitrag @ Deutschlands Agenda


Heute ist ein Gastbeitrag von mir auf Deutschlands Agenda, dem Debattenforum der Atlantischen Initiative für die Diskussion über deutsche und europäische Außenpolitik, erschienen. Die, die meine beiden Beiträge hier über die überarbeitet außenpolitischen Leitlinien der EU für Ostasien gelesen haben, kennen den Inhalt ungefähr. Wer den Artikel lesen möchte, der klickt am besten hier.

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