Schurkenstaaten und Fußball: Heute Südafrika, morgen die ganze Welt!

Nachdem sich letzte Woche das letzte europäische Team für die WM Endrunde in Südafrika qualifiziert hat, ist das Teilnehmerfeld komplett. Wesentlich früher hatte sich auch Nordkorea qualifiziert und das so ganz unnordkoreanisch ohne jeglichen Beleidigungen, Atombomben oder Drohungen (Naja, fast ganz ohne, die 0:1 Niederlage bei den Brüdern im Süden konnte man sich nicht anders als durch ein fieses Vergiftungskomplott im Zuge der Konfrontationspolitik des Präsidenten Lee Myung-bak erklären) sondern einfach durch das Spielen von recht defensivem und unattraktivem Fußball. Aber wer will es ihnen verdenken, denn schließlich haben unsere europäischen Freunde von südlich der Alpen vor drei Jahren bewiesen, dass man so auch Weltmeister werden kann (naja, ich gebs ja zu, mein Herz blutet immernoch wenn ich mich an das Halbfinale erinnere), und mit Beleidigungen haben sie, zumindest Materazzi, ja wohl auch nicht gegeizt. 

Aber zurück zum Thema, stellt euch mal vor liebe Leser, Nordkorea wäre knapp, sehr knapp in die Endrunde eingezogen, sagen wir, sie hätten in der Verlängerung des entscheidenden Relegationsspiels mit Hilfe eines Tores gewonnen, dass offensichtlich mit Hilfe der Hand erzielt wurde. De facto wäre das Ergebnis wohl das gleiche, aber all die vergnüglichen Schlagzeilen und Verschwörungstheorien die  so etwas hergeben würde — ach ich wünschte die Nordkoreaner wären durch eine solche Perfidie, die man dann wohl als deutlichen Beweis für ihre innewohnende Boshaftigkeit und Hinterhältigkeit hätte nehmen können, in die Endrunde eingezogen. „Nordkorea: Bedrohte der irre Diktator den Schiri mit Nuklearwaffen“ oder: „Koch gesteht: Schiedsrichter war nur Doppelgänger, nordkoreanisches Komplott vermutet“ oder irgendein anderer Hirnquark hätte in dicken Lettern über dem Zentralorgan der deutschen Hirnamputiertenliga, geprangt. Wahrscheinlich hätte alle Welt diskutiert, ob Kim Jong Il den armen Schiedsrichter mit dem Tode gedroht, ihm unendliche Mengen von US-Dollar aus eigener Produktion, oder  extrem viele Drogen versprochen habe, oder ob der nordkoreanische Geheimdienst den Schiri gar kurzer Hand entführt und durch einen begabten und hochintelligenten Doppelgänger, vorzugsweise Kim Jong Il himself, oder sein Sagenumwobener Sohn Kim Jong-un (von dem ja eh niemand weiß wie er aussieht, was Spekulationen ja wesentlich einfacher macht) ersetzt habe.

Tja, aber damit nicht genug. Wenn man sich das alles gefragt hat, dann kann man ja auch noch weiterdenken. Es wäre ja zum Beispiel überlegenswert, warum Nordkorea überhaupt will, dass die Fußball-Nationalmannschaft nach Südafrika fährt. Ich meine, es ist ja allgemein bekannt, das die Interessen des gemeinen nordkoreanischen Machthabers kaum darüber hinausgehen, die Welt mit einem Atomkrieg zu bedrohen, mit Waffen, Drogen und Falschgeld zu handeln, arglose Journalistinnen zu entführen und es sich selbst extrem gut gehen zu lassen. Währenddessen ist es bekanntermaßen das einzige Interesse des gemeinen nordkoreanischen Volksmassemitgliedes, Wurzeln zum Essen auszugraben, unterdrückt zu werden, zu fliehen oder sich von irgendwelchen evangelikalen Weltverbesserungsfreaks bekehren zu lassen. Also wer hätte ein Interesse an Fußballern in Südafrika gehabt? Wohl nur Kim Jong Il! Und da seine Interessen ja oben schon vollständig dargelegt wurden, könnte die Tour der „Fliegenden-Pferde“ wohl nur im Zusammenhang mit dem Wohlergehen des Lieben Führers, dem Absatz von Waffen, Falschgeld und Drogen, vermutlich aber mit einem Atomkrieg zusammenhängen. Und wer würde schon die Gefahr von wandelnden nordkoreanischen Atombomben einfachso auf sich beruhen lassen? Genau! Niemand! Und dementsprechend würde vermutlich etwa 12 Minuten nach dem Handtor des Nordkoreaners (vermutlich ein Klon des vielseitig begabten Kim Jong Il), der weitsichtige Barrack Obama den UN-Sicherheitsrat zusammenrufen und in guter alter amerikanischer Tradition, die neusten Erkenntnisse und Skizzen des CIA über als nordkoreanische Fußballer getarnte wandelnde Atombomben (wahlweise Chemiewaffenlabors) vorlegen. Etwa 37 Minuten später wäre Nordkorea wahrscheinlich dann nurnoch eine Fußnote der Geschichte gewesen, denn jeder weiß: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Und ich armer Mensch hätte dann garnichts mehr zu tun gehabt. Von daher bin ich sehr glücklich, dass es nicht ein nordkoreanischer Spieler war, dem der Ball „unglücklich“ an die Hand, und dann vom Fuß ins Tor gesprungen ist. Aber was will ich eigentlich mit dem ganzen Zeug jetzt sagen? Da hab ich auch keine Ahnung. Eigentlich wollte ich was zu Fußball in Nordkorea schreiben. Aber weil ich es für  ein recht interessantes Gedankenspiel gehalten habe zu überlegen was wäre wenn, konnte ich einfach nicht anderes. Ich konnte nicht anders als eine vollkommen fiktive Geschichte erfinden, von einem schrecklichen Krieg, ausgelöst durch einen irgendwie suspekten Nuklearstaat mit darbender Wirtschaft, dessen Staatschef einen Komplex wegen seiner Größe hat und dessen Nukleararsenal bis vor einigen Jahren zum Großteil auf Deutschland zielte…(Aber warte mal! Das letzte stimmt ja gar nicht für Nordkorea, sondern nur für). Naja, entweder ich bin extrem verrückt (naheliegend) oder ihr extrem kurzsichtig (das müsst ihr selber wissen). Ich weiß jedenfalls wer Thierry Henry während der WM genauestens im Auge behält. Und sollte er auch nur das geringste Anzeichen dafür zeigen, eine getarnte wandelnde Atombombe zu sein, dann…na dann weiß ich wenigstens warum Frankreich unbedingt zur WM will. Auf den Titel können sie ja kaum Ambitionen haben, wenn man sich mal an die letzte EM und die WM Qualifikation zurückerinnert.

Achja, und was ich noch versprechen wollte: Ich werde euch sobald wie möglich noch etwas eingehender (und vielleicht sogar auf jeden Fall seriöser) über Fußball in Nordkorea informieren.

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