Bosworths Pjöngjang Besuch: Erste Nachlese

Er ist scheinbar mit recht leeren Händen hingefahren und kam heute dann wohl genauso wieder zurück. Stephen Bosworth hatte sich aufgemacht, die störrische nordkoreanische Seite an den Verhandlungstisch der Sechs-Parteien-Gespräche zurückzuführen. Im Gepäck hatte er scheinbar nicht viel mehr, als die Forderung Präsident Obamas nach der Fortsetzung der Gespräche und einer vagen Perspektive einer „anderen Zukunft“ Nordkoreas, sollte das Nuklearprogramm unwiederbringlich beendet werden.

 Nicht besonders viel, jedenfalls nicht genug, um einen konkreten Termin für die Wideraufnahme der Gespräche von der nordkoreanischen Seite zu bekommen. Auch ansonsten scheinen die Gespräche keine handfesten Ergebnisse gebracht zu haben. Der Geliebte Führer Himself besichtigte lieber einen Viehzuchtbetrieb und eine Traktorenfabrik und aus den beiden Gesprächspartner mit denen Bosworth seine „nützlichen“ Konsultationen hatte, Vizeaußenminister Kang Sok-ju und der nordkoreanische Chefunterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen Kim Kye-gwan, war scheinbar auch nicht viel mehr herauszubekommen als die Tatsache, dass es „common understandings on the need for and a role of six-party talks and the importance of implementation of the 2005 joint statement” gäbe. Ansonsten nannte Bosworth den Trip „exploratory“. Bezüglich eines Termins gab es nur zu hören: „It remains to be seen when and how the DPRK (North Korea) will return to the six-party talks“.

Ok, eine explorative Reise die zeigte, dass es immerhin ein Einverständnis darüber gibt, dass die Sechs-Parteien-Gespräche eine Rolle spielen sollen und dass das Joint Statement von 2005 umgesetzt werden soll. Ansonsten nur die Erkenntnis dass sich später zeigen wird, wann und wie Nordkorea zu den Gesprächen zurückkehrt. Für mich klingt das nach einem relativ schwachen Ergebnis (noch nicht einmal ein Foto mit Kim Jong Il vor seiner tollen naturalistischen Wand. Aber dazu brauch es wohl wichtigere Gäste…) in Anbetracht der Tatsache, dass sich die USA überwunden und ihren Sondergesandten geschickt haben (Da hab ich mich wohl auch verschätzt, als ich davon ausging, dass die Reise Bosworths ausreichen würde, Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückzuholen). Aber vermutlich wurde in den drei Tagen schon etwas mehr gesprochen, als das, was in den mageren Kommentaren bis jetzt verlautete. Wahrscheinlich hat Bosworth nämlich doch noch was mehr im Gepäck. Konkrete Forderungen zum Beispiel. Bis wir das allerdings erfahren wird wohl noch n bisschen dauern, denn Bosworth muss sich ja erstmal mit seinen Kollegen aus Südkorea, China, Japan und Russland austauschen. Vielleicht einigt man sich da ja dann auf ein weiteres Vorgehen und dann gibts später mehr zu hören.

Meinungen, Anregungen, Kritik? Alles gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s