Myanmar verhängt nach Weitergabe von Informationen über Kontakte mit Nordkorea Todesstrafe für Beamte

Berichten zufolge hat Myanmar gegen zwei Beamte, die für die Weitergabe von Bildern und Informationen über einen Besuch von Shwe Mann, der Nummer drei in der Nomenklatura der Militärjunta, in Nordkorea verantwortlich gemacht werden, die Todesstrafe verhängt. Ein Weiterer wurde mit einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren belegt. Die drei Beamten gehörten dem Außen- und Verteidigungsministerium an und wurden für schuldig befunden, Fotos des hochrangigen Besuchs im November 2008, an regimekritische Medien weitergegeben zu haben. Nach dem Bekanntwerden der undichten Stelle waren dutzende weitere Beamte der beiden Ministerien verhaftet worden, deren Verbleib aber bisher unklar bleibt.

Die drakonische Strafe an sich könnte einerseits als Zeichen gesehen werden, dass das Regime in Naypidaw über das Bekanntwerden des hauptsächlich auf militärischer Zusammenarbeit beruhenden Besuchs, nicht besonders glücklich extrem erzürnt war. Wahrscheinlicher ist aber, dass schlicht ein Exempel statuiert werden soll, um zu signalisieren, dass man sensible Militärinformationen besser nicht veröffentlichen.

Die Strafen stehen also vermutlich in keinem direkten Zusammenhang mit dem Besuch in Nordkorea. Nichtsdestotrotz wirft die ganze Geschichte ein interessantes Licht auf die wechselhaften (immerhin haben nordkoreanische Attentäter 1983 in Rangun fast das halbe südkoreanische Kabinett in die Luft gesprengt, was die Beziehungen naturgemäß stark beschädigt hat) Beziehungen zwischen Myanmar und der DVRK. Die scheinen sich in der jüngsten Vergangenheit immer weiter zu verbessern. Während der letzten Jahre gab es verschieden (mehr oder weniger) stichhaltige Spekulationen über die Weitergabe von Waffen, Know-how und Technologie zum Tunnelbau und zur Luftabwehr und gar Nukleartechnologie (was natürlich, obwohl am spekulativsten, die höchsten Wellen schlug).

Zwar rücken diese Kontakte immer mal wieder ein bisschen ins Licht der deutschen Medienöffentlichkeit, aber so richtig viel hört man eigentlich nicht über die Beziehungen dieser beiden „rogue states“. Daher werde ich glaub ich in den nächsten Tagen mal was näheres dazu schreiben. Außerdem zeigt diese Beziehung (wie auch andere, z.B. Nordkorea und Iran, oder Nordkorea und Syrien) auch, dass sich das was George W. Bush 2002 ohne jede reale Grundlage als „Achse des Bösen“ bezeichnete, nun doch noch nachträglich bilden könnte. Und wer weiß, vielleicht bildet sich das Ganze so zu sagen als „self-fulfilling-prophecy“, gerade weil George W. Bush die Achse ausrief und seine Politik daran orientierte (Ich weiß, hört sich alles n bisschen ungar und nach Verschwörungstheorie an, aber für mich hat der Gedanke schon einen gewissen Charme: Was machen viele isolierte und bedrohte Bösewichte? Sie kooperieren!). Aber das werde ich glaub ich auch bald mal in nem eigenen Beitrag etwas näher bedenken.

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