Nordkorea versucht internationales Kapital anzulocken

Nordkorea hat bekannt gegeben, dass es eine staatliche Entwicklungsbank gründen will, die der Gewinnung von Investitionen und Kapital von internationalen Investoren dienen soll. Dazu soll die Bank mit fortschrittlichen Regeln und einem System ausgestattet werden, dass Transaktionen mit internationalen Organisationen und Banken ermöglicht. Die Anordnung zur Gründung der „Korea Taepung International Investment Group“ wurde von der National Defence Commission (NDC) erlassen, deren Vorsitzender Kim Jong Il ist.

Das Vorgehen wird vor allem als Versuch interpretiert, neues Kapital für die in einer schwierigen Situation befindlichen Wirtschaft des Landes zu gewinnen. Allerdings deutet der Hinweis auf die fortschrittlichen Regeln, die es der Bank ermöglichen sollen, finanzielle Transaktionen mit internationalen Banken und Organisationen durchzuführen meiner Meinung nach auf darauf hin, dass Nordkorea so versuchen könnte wieder einen besseren Zugang zu den internationalen Finanzmärkten zu finden. Nachdem bereits unter George W. Bush eine Bank (Die Banco Delta Asia), die mit Nordkorea Geschäfte machte, mit Sanktionen durch die USA belegt worden war und auch die Obama Administration nach Wegen sucht, Nordkorea effektiver vom internationalen Kapitalverkehr abzuschneiden (generell dürften Investoren vorsichtiger werden ihr Geld nach Nordkorea zu geben, wenn die Gefahr besteht, dass als Folge davon ihre Konten eingefroren werden könnten), könnte dieser Schritt ein Versuch sein, solche Sanktionen zu umgehen, bzw. eine Bank zu schaffen, die tatsächlich nicht mit verbotenen Geschäften in Verbindung steht und der daher keine Sanktionen drohen. Ansonsten könnte der illegale Teil der nordkoreanischen Wirtschaft über das Banken-Problem auch dem legalen Schaden zufügen.

Allerdings sehe ich dabei nicht nur den Haken, dass die Gründung einer neuen Bank nicht grundsätzlich etwas an der Gefahr ändert, von den USA in diesem Bereich sanktioniert zu werden. Vor allem bleibt die Frage, wie attraktiv Nordkorea tatsächlich für internationale Investoren ist, denn die Tatsache, dass das Land bereits 1974 seinen Schuldendienst eingestellt und seitdem nie wieder wirklich aufgenommen hat zeigt, dass es ein mit recht hohem Risiko behaftetes Unternehmen ist, viel Geld an eine nordkoreanisches Bank zu transferieren. Ob dieser Versuch glücken wird ist daher fraglich und wird neben der Transparenz der Bank vor Allem davon abhängen, ob die internationale Situation einem solchen Vorhaben gegenüber förderlich ist.

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