Meldungen: Nordkorea verhaftet wieder US-amerikanischen Staatsbürger

Nordkoreanischen Angaben zur Folge soll an der Grenze zwischen China und Nordkorea am vergangenen Montag erneut ein amerikanischer Staatsbürger nach einem unerlaubten Übertritt in Richtung Nordkorea festgenommen worden sein. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die nordkoreanische KCNA. Weitere Angaben zu diesem Vorfall wurden bisher nicht gemacht und auch von amerikanischer Seite wurden die Meldungen bisher nicht bestätigte.

Der Dritte Vorfall dieser Art innerhalb eines Jahres

Sollten sich die Behauptungen als wahr erweisen, wäre dies der dritte Vorfall dieser Art innerhalb eines Jahres. Im März 2009 wurden die beiden amerikanischen Reporterinnen Euna Lee und Laura Ling mit der gleichen Begründung festgenommen. Der verhängten Strafe von 12 Jahren Arbeitslager konnten sie nach fünfmonatigem Aufenthalt in nordkoreanischem Gewahrsam nur durch einen Besuch des Ex-Präsidenten Bill Clinton in Pjöngjang entgehen (Ob neben dem Besuch noch andere Zugeständnisse seitens der USA gemacht wurden ist unklar und wird das wohl auch bleiben.). Ende Dezember 2009 wurde dann Robert Park verhaftet. Auch er war unerlaubt über die chinesische Grenze eingereist, hatte sich aber freiwillig in die Hände der nordkoreanischen Behörden begeben, um auf die Situation im Land aufmerksam zu machen (Über die Motive oder vielmehr den Erfolg Sinn der Aktion lässt sich sicherlich trefflich streiten, relativ klar ist aber, dass er weiterhin in Haft ist.).

Identität im Dunklen

Lee und Ling wurden bei Dreharbeiten an der Grenze zwischen China und Nordkorea verhaftet und innerhalb von zwei Tagen war die Identität der beiden klar. Robert Park hatte, wie bereits gesagt, Nordkorea mit der Absicht betreten verhaftet zu werden und Meldungen der Festnahme wurden unmittelbar danach aus Kreisen, die mit ihm in Verbindung standen, verbreitet. Beim jüngsten Ereignis (Wie gesagt unter dem Vorbehalt, dass an den Meldungen was dran ist) stehen die Dinge etwas anders. Scheinbar hat niemand den US-Bürger seit vergangenem Montag vermisst, womit eine Aktion aus ähnlichen Motiven wie Park ausgeschlossen werden kann. Auch Reporter die im Grenzgebiet arbeiten, dürften andere über ihr Vorgehen informieren und folglich würde ihr Fehlen wohl innerhalb weniger Tage auffallen.

Ein christlicher Aktivist?

Als Erklärung würden mir die im Grenzgebiet zwischen China und Nordkorea sehr aktiven Menschenrechtsgruppen (oft Südkoreaner, aber wie der Fall Park belegt auch Amerikaner mit religiösem Hintergrund) einfallen. Möglicherweise handelt es sich hier um jemanden aus einer dieser Gruppen, der einen Schritt zu weit gegangen ist. Die Verhaftung eines Aktivisten würde auch mit dem Sachverhalt zusammenpassen, dass Nordkorea in den vergangenen Wochen versucht die Durchlässigkeit der Grenzen zu mindern, wie zum Beispiel die Angaben über einen Schießbefehl gegen Flüchtlinge belegen. Zur Linie der großen Außenpolitik würde es dagegen nicht so gut passen, da man sich gegenüber den USA in der vergangenen Zeit recht konziliant gezeigt hatte. Allerdings darf auch nicht vergessen werden, dass es das gute Recht Nordkoreas ist, illegal einreisende Festzunehmen. Und das wissen wohl auch die USA. Bald wird es vermutlich mehr Infos geben und dann werde ich zu gegebenem Zeitpunkt was dazu schreiben….

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