Was Nordkorea mit Piraten gemeinsam hat und wieso sie trotzdem nicht miteinander klarkommen.

Eigentlich sollte man ja denken, dass sich Nordkoreaner und Piraten super verstehen. Sind ja beide ziemlich böse und ärgern permanent die Weltgemeinschaft, die in beiden Fällen nicht so recht weiß, wie sie das Problem angehen soll. Dem ist aber eindeutig nicht so. Vorgestern wurde vor der Küste Somalias das nordkoreanische Frachtschiff MV Rim von Piraten gekapert. Das unter libyscher Flagge fahrende Schiff ist damit das Zweite nordkoreanische, dass in der Hand somalischer Piraten ist. Im November 2009 wurde der unter nordkoreanischer der Flagge Kiribatis (Vielen Dank für den Hinweis Werner) segelnde Chemietanker MV Theresia VIII, der eine hauptsächlich nordkoreanische Crew hatte, überfallen und liegt seitdem vor der somalischen Küste (angeblich soll der Kapitän des Schiffes bei diesem Überfall ums Leben gekommen sein). Diesen beiden erfolgreichen Kaperungen stehehen drei fehlgeschlagenen Attacken gegenüber, die zum Teil mit massiver Gewalt der Schiffsbesatzungen zurückgeschlagen wurden. So wurden im Oktober 2007 mehrere Piraten getötet, als die nordkoreanische Besatzung der MV Dai Hong Dan ihr Schiff zurückeroberte. Die Piraten wurden in der Folge von einem US amerikanischen Kriegsschiff in Gewahrsam genommen. Im Mai 2009 schreckten Piraten nach dem Einsatz eines südkoreanischen Helikopters, der dem nordkoreanischen Frachter Da Bak Sol zur Hilfe kam, vor einem Angriff zurück und erst vor im Januar diesen Jahres konnte die Besatzung der, unter nordkoreanischer Flagge fahrenden, Napht Al Yemeni 1 einen Überfall abwehren. Die Piraten wurden dann später von einem in der nähe befindlichen US Zerstörer in Gewahrsam genommen.

Ganz schön viele nordkoreanische Schiffe, die da scheinbar vor Somalias Küste vorbeifahren, wenn man bedenkt, dass das Land eigentlich kaum nennenswerten Außenhandel hat außer mit China und Südkorea und dann noch n bisschen mit einigen südostasiatischen Staaten und Russland. Naja, aber erstmal ist es natürlich schwer zu sagen, was der Ausdruck „nordkoreanisches Schiff“ bedeutet. Ich muss zugeben, dass diese ganze Schifffahrtssache schon immer ein bisschen unverständlich war. Es gibt Schiffe die fahren unter nordkoreanischer Flagge, aber sonst scheint da nicht viel nordkoreanisches dran zu sein (wie die Napht Al Yemeni1), dann gibt es Schiffe die unter libyscher Flagge fahren und Libyern gehören, aber scheinbar nordkoreanische Fracht transportieren wie die MV Rim und dann gibts scheinbar noch Schiffe, die aus Nordkorea kommen, nordkoreanische Fracht transportieren und eine nordkoreanische Besatzung haben. Aber da ich wie gesagt nicht wirklich Ahnung davin habe, mach ichs mir einfach und halts wie die Medien, indem ich die alle als nordkoreanische Schiffe in einen Topf werfe.

Aber nochmal zurück zu der großen Zahl nordkoreanischer Schiffe, die vor Somalia in Schwierigkeiten mit Piraten kommen. Zurzeit werden in Somalia zwölf Schiffe festgehalten. Zwei davon nordkoreanischer Herkunft. Viel, oder. Ok, das ganze relativiert sich etwas, wenn man in Betracht zieht, dass im Jahr 2009 über 200 Angriffe vor der Küste Somalias stattfanden und nur 2 nordkoreanische Schiffe betrafen. Aber 1 Prozent ist für nordkoreanische Verhältnisse immer noch nicht wenig (Ich glaube in Pjöngjang würde man Freudensprünge machen, wenn das der nordkoreanische Anteil am Welthandel wäre). Aber neben diesen überraschenden Zahlen sind bei der ganzen Geschichte noch mehr Sachen auffällig. Erstens scheinen die nordkoreanischen Besatzungen ihre Schiffe nur sehr ungern aus der Hand zu geben. In drei der Fünf Fälle gab es handfeste Auseinandersetzungen und in zweien Tote. Zweitens wird die Informationslage, wenn es darum geht was die Schiffe transportiert haben, immer sehr dürftig. Drittens sind erstaunlich oft amerikanische oder südkoreanische Schiffe zur Stelle, um den Nordkoreanern zu helfen.

Wenn man an „Nordkorea“ und „Schiffe“ denkt, dann fallen einem recht schnell noch andere Geschichten ein, die nichts mit Piraten zu tun haben. Zum Beispiel von einem Schiff dass, vollbeladen mit Waffen (angeblich für den Iran), in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschlagnahmt wurde. Oder von der Kang Nam, die nachdem sie etwas zu eng von US Kriegsschiffen überwacht wurde, auf hoher See umkehrte und in die Heimat zurückfuhr. Oder aber von einigen nordkoreanischen Schiffen, die wiederholt in Häfen Myanmars „Schutz vor schlechtem Wetter“ suchen mussten, bei den Gelegenheiten aber vermutlich auch Ladung ausluden.

Die Frage ist nur, was das alles bedeutet. Also erstmal offensichtlich, dass Nordkorea wohl öfter mal Wahren in die Region liefert, dass amerikanische Schiffe dann aufmerksam aufpassen und das man nie so genau weiß was transportiert wird. Ob die Schiffe in Verbindung mit irgendwas illegalem stehen? Man weiß es nicht. Aber wenn in der nächsten Zeit noch mehr Nordkoreanische Schiffe in der Gegend aufgebarcht, oder aber von, sich zufällig in der Nähe aufhaltenden amerikanischen Kriegsschffen gerettet werden, dann fände ich den Gedanken nicht unpassend, dass da irgendwas im Busch sein könnte.

Vorgestern wurde vor der Küste Somalias das nordkoreanische Frachtschiff MV Rim von Piraten gekapert. Das unter libyscher Flagge fahrende Schiff ist damit das Zweite nordkoreanische, das in der Hand somalischer Piraten ist. Im November 2009 wurde der unter nordkoreanischer Flagge segelnde Chemietanker MV Theresia VIII überfallen und liegt seitdem vor der somalischen Küste (angeblich soll der Kapitän des Schiffes bei diesem Überfall ums Leben gekommen sein). Diesen beiden erfolgreichen Kaperungen stehen drei fehlgeschlagene Attacken gegenüber, die zum Teil mit massiver Gewalt der Schiffsbesatzungen zurückgeschlagen wurden. So wurden im Oktober 2007 mehrere Piraten getötet, als die nordkoreanische Besatzung der MV Dai Hong Dan ihr Schiff zurückeroberte. Die Piraten wurden in der Folge von einem US-amerikanischen Kriegsschiff in Gewahrsam genommen. Im Mai 2009 schreckten Piraten nach dem Einsatz eines südkoreanischen Helikopters, der dem nordkoreanischen Frachter Da Bak Sol zur Hilfe kam, vor einem Angriff zurück und erst vor im Januar diesen Jahres konnte die Besatzung der, unter nordkoreanischer Flagge fahrenden, Napht Al Yemeni 1 einen Überfall abwehren. Die Piraten wurden dann später von einem in der Nähe befindlichen US Zerstörer in Gewahrsam genommen.

Ganz schön viele nordkoreanische Schiffe, die da scheinbar vor Somalias Küste vorbeifahren, wenn man bedenkt, dass das Land eigentlich kaum nennenswerten Außenhandel hat außer mit China und Südkorea und dann noch n bisschen mit einigen südostasiatischen Staaten und Russland. Naja, aber erstmal ist es natürlich schwer zu sagen, was der Ausdruck „nordkoreanisches Schiff“ bedeutet. Ich muss zugeben, dass diese ganze Schifffahrtssache schon immer ein bisschen unverständlich war. Es gibt Schiffe die fahren unter nordkoreanischer Flagge, aber sonst scheint da nicht viel nordkoreanisches dran zu sein (wie die Napht Al Yemeni1), dann gibt es Schiffe die unter libyscher Flagge fahren und Libyern gehören, aber scheinbar nordkoreanische Fracht transportieren (wie die MV Rim) und dann gibts scheinbar noch Schiffe, die aus Nordkorea kommen, nordkoreanische Fracht transportieren und eine nordkoreanische Besatzung haben. Aber da ich wie gesagt nicht wirklich Ahnung davon habe, mach ichs mir einfach und halts wie die Medien, indem ich die alle als „nordkoreanische Schiffe“ in einen Topf werfe.

Aber nochmal zurück zu der großen Zahl nordkoreanischer Schiffe, die vor Somalia in Schwierigkeiten mit Piraten kommen. Zurzeit werden in Somalia zwölf Schiffe festgehalten. Zwei davon nordkoreanischer Herkunft. Viel, oder? Ok, das ganze relativiert sich etwas, wenn man in Betracht zieht, dass im Jahr 2009 über 200 Angriffe vor der Küste Somalias stattfanden und nur 2 nordkoreanische Schiffe betrafen. Aber 1 Prozent ist für nordkoreanische Verhältnisse immer noch nicht wenig (Ich glaube in Pjöngjang würde man Freudensprünge machen, wenn das der nordkoreanische Anteil am Welthandel wäre). Aber neben diesen überraschenden Zahlen sind bei der ganzen Geschichte noch mehr Sachen auffällig. Erstens scheinen die nordkoreanischen Besatzungen ihre Schiffe nur sehr ungern aus der Hand zu geben. In drei der Fünf Fälle gab es handfeste Auseinandersetzungen und in zweien Tote. Zweitens wird die Informationslage, wenn es darum geht was die Schiffe transportiert haben, immer sehr dürftig. Drittens sind erstaunlich oft amerikanische oder südkoreanische Schiffe zur Stelle, um den Nordkoreanern zu helfen.

Wenn man an „Nordkorea“ und „Schiffe“ denkt, dann fallen einem recht schnell noch andere Geschichten abseits von Piraterie ein. Zum Beispiel von einem Schiff dass, vollbeladen mit Waffen (angeblich für den Iran), in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschlagnahmt wurde. Oder von der Kang Nam, die nachdem sie etwas zu eng von US Kriegsschiffen überwacht wurde, auf hoher See umkehrte und in die Heimat zurückfuhr. Oder aber von einigen nordkoreanischen Schiffen, die wiederholt in Häfen Myanmars „Schutz vor schlechtem Wetter“ suchen mussten, bei den Gelegenheiten aber vermutlich auch Ladung ausluden.

Die Frage ist nur, was das alles bedeutet. Also erstmal offensichtlich, dass Nordkorea wohl öfter mal Wahren in die Region liefert, dass amerikanische Schiffe dann aufmerksam aufpassen und das man nie so genau weiß was transportiert wird. Ob die Schiffe in Verbindung mit irgendwas Illegalem stehen? Man weiß es nicht. Aber wenn in der nächsten Zeit noch mehr nordkoreanische Schiffe in der Gegend aufgebracht, oder aber von, sich zufällig in der Nähe aufhaltenden amerikanischen Kriegsschiffen gerettet werden, dann fände ich den Gedanken nicht abwegig, dass da irgendwas im Busch sein könnte.

2 Antworten

  1. betreffend die MV Theresa VIII:

    Im Beitrag steht:
    “ Im November 2009 wurde der uner nordkoreanischer Flagge segelnde Chemietanker MV Theresia VIII überfallen …“

    Fährt die MV Theresa VIII wirklich unter der Flagge Nordkoreas ?
    Aus der angegebnen Quelle kommt das nicht klar hervor.

    Andere Quellen besagen, dass der Chemietanker unter der Flagge Kiribatis fuhr:
    http://convenientflags.blogspot.com/2009/11/kiribati-flag-theresa-viii-imo-8105923.html
    Lediglich die Crew bestand aus nordkoreanischen „Gastarbeitern“
    Zunächst verwirrend in dieser Quelle die Angaben über Besitzer, Betreiber, Crew und Flagge der MV Theresa.
    Dahinter steht offensichtlich eine große Palmenölhandelsgesellschaft aus Singapur, wobei deren Tochterfirmen den Transport der Handelsware abwickeln und auf dem vor Mombasa (wo das Palmenöl abgeholt werden sollte ?) gekaperten Schiff eher zufällig eine nordkoreanische Crew tätig war.

    • Danke für den Hinweis! Mein Fehler. Als ich mir das angelesen habe, werde ich vermutlich was verwechselt, oder mich auf einen Artikel gestützt haben, der kurz nach der Entführung veröffentlicht wurde, da gibts ja meistens ein bisschen Verwirrung um Flaggen, Besitzstand und Crew.

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