Gefangenenaustausch auf Nordkoreanisch: Tausche verrückten Missionar gegen wahnsinnigen Polit-Wirrkopf

Nachdem sich vergangene Woche erneut ein US-Amerikaner nach Nordkorea verirrt hat, scheinen die Behörden in Pjöngjang beschlossen zu haben, dass man Robert Park nicht mehr brauchen kann. Warum? Ich hab dazu diverse Theorien entwickelt die mir allesamt äußerst wahrscheinlich scheinen:

So könnte es sein, dass man in Nordkorea nur eine begrenzte Aufnahmekapazität für verrückte Ausländer hat (nur eine Gummizelle) und da der neuste Gast vermutlich wesentlich angenehmer ist („Lasst mich in eurer Armee dienen um die imperialistischen Horden zu bekämpfen.“) als Park („Schaut mal ich habe hier einen Brief für Kim Jong Il, da steht drin, dass ihr alle zurücktreten sollt und dann sperrt mich in ein Gefangenenlager, damit ich möglichst medienwirksam zu Tode kommen kann, nachdem ich allen Insassen die Liebe und den Glauben an unseren Heiland gebracht habe!“) hat man sich für Ersteren als Dauergast entschieden.

Aber Vielleicht, gibt’s ja auch ne Sammelzelle und die beiden Spaßvögel haben sich einfach allzu schlecht vertragen, ich meine ein von religiösem Sendungsbewusstsein getriebener Spinner und ein politisch-militaristisch motivierter Freak; da finden sich vermutlich sehr wenig Gemeinsamkeiten…

Allerdings könnte es auch sein, dass man in Nordkorea durchaus zwei getrennte Gummizellen für verrückte Einwanderer hat und dass Park schlicht auf die Dauer genervt hat. Und was macht man mit einem nervenden Ami? Man erlaubt sich einen ziemlich derben Scherz mit ihm und schickt ihn dann heim. Nach ausgiebiger Auswertung der nordkoreanischen Quellen zu diesem Thema, scheint mir diese Theorie am naheliegendsten. Weil dass was KCNA zur causa Park schreibt so witzig ist, werd ich mich gleich gesondert damit beschäftigen. Und bis dahin werden wir sehen, ob der zweite Grenzwanderer irgendwann nochmal als nordkoreanische Kampfmaschine in Erscheinung tritt, oder ob ers sich auch irgendwann nochmal anders überlegt…

2 Antworten

  1. Der Robert war nicht verrückt. Er wusste sehr gut, welche Risiken er eingeht. In diesem Interview (http://blogs.reuters.com/global/2009/12/30/interview-with-north-korea-border-crosser-robert-park/) zeigt er sich jedenfalls sehr besonnen und gefahrenbewusst. Nur die Möglichkeit einer Gehirnwäsche bzw. einer Freilassung nach zwangsweiser Selbstdemütigung war ihm wohl nicht in den Sinn gekommen. Inhaftierung oder Hinrichtung hatte er dagegen vorher in Betracht gezogen.

    • Hallo Winston,
      wie dir vielleicht aufgefallen sein dürfte, ist der Inhalt des Beitrages etwas überspitzt dargestellt, was jedoch nichts an meiner Überzeugung ändert, dass Park mit seiner Einreise nach Nordkorea irrational gehandelt hat. Seine Motive mögen gut gewesen sein. Die Grundvoraussetzungen über das, was ihn in Nordkorea erwarten würde und über das was seine Reise bewirken würde, waren jedoch irrational und naiv. Auch die höhnischen Kommentare aus Nordkorea, mit denen er nach Hause geschickt wurde belegen dies. Ich glaube, dass er der Sache für die er eintritt mehr hätte helfen können, wenn er aus Nordkorea weggeblieben wäre.

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