Südkoreanisches Kriegsschiff sinkt nahe der Seegrenze zu Nordkorea

Update II (28.03.2010): Der Grund für den Untergang der Cheonan ist noch immer nicht klar und dementsprechend wird weiterhin über mögliche Ursachen spekuliert. Als gesichert gilt, dass eine Explosion ein Loch ins Heck des Schiffs gerissen hat, so dass dieses innerhalb von drei Stunden sank. Es werden drei Szenarien beschrieben, die zu der Detonation geführt haben könnten. Erstens wird gemutmaßt, dass das Schiff auf ein Riff gelaufen sein, was die im Inneren des Schiffs gelagerten Waffen explodieren ließ, hier wird auch auf die Möglichkeit verwiesen, dass das Schiff eine der anti-U-Boot Minen getroffen haben könnte, die in der Vergangenheit sowohl von Süd- als auch von Nordkorea entlang der NLL ausgesetzt worden sind. Zweitens könnten menschliches Versagen oder ein Defekt Waffen an Bord zur Explosion gebracht haben. Drittens wird auch die Möglichkeit eines Angriffs von außen (Nordkorea) weiterhin nicht ausgeschlossen. Das deutschsprachige Blog gomdorinuri, dass von Seoul aus berichtet und daher einen besseren Blick auf die Berichterstattung der südkoreanischen Medien hat, verweist darüber hinaus auf einen möglichen Zusammenhang zu den nordkoreanischen Artillerieübungen, die Ende Januar nahe der NLL stattgefunden haben. So könnte ein Blindgänger aus diesem Beschuss in das Gebiet in dem es zu dem Unglück kam, abgetrieben worden sein. Ein Hinweis in diese Richtung könnten auch die Aussagen südkoreanischer Offizieller sein, die eine direkte Verwicklung Nordkoreas als unwahrscheinlich bezeichnen; nicht aber eine indirekte. Klarheit wirds wohl erst nach einer näheren Untersuchung des Wracks geben, was noch einige Wochen dauern könnte.

Update I (27.03.2010): Relativ (relativ, weil immernoch 46 Seeleute vermisst werden) gute Nachrichten gibts aus Südkorea. Es wird als zunehmend unwahrscheinlich angenommen, dass es eine nordkoreanische Verwicklung in den Untergang der Korvette Cheonan im Gelben Meer gebe.

Die gemeldeten Schüsse eines anderen südkoreanischen Kriegsschiffes, die unter anderem als Hinweis in diese Richtung gesehen wurden, galten scheinbar einem Vogelschwarm, der auf dem Radar wie ein nicht identifiziertes Schiff erschienen war. Weiterhin sei der Ort des Untergangs relativ weit von nordkoreanischem Gebiet entfernt. Zwischen der Stelle des Vorfalls und nordkoreanischem Gebiet liege die von Südkorea beherrschte Insel Baengnyeong, so dass für eine nordkoreanische Beteiligung ein riesiges Loch in der südkoreanischen Verteidigungslinie klaffen müsste. Auch US-amerikanische Offizielle gaben bekannt, dass keine Hinweise für nordkoreanische Aktivitäten in diesem Gebiet vorlägen. Also sieht es vorerst mal aus, als würde es zu keinen größeren Störungen des Friedens in der Region kommen, was für alle Beteiligten als die bessere Alternative zu werten ist. Allerdings wirft der Vorfall und vor allem die unmittelbaren Reaktionen darauf auch ein Schlaglicht auf die angespannte Stimmung, die derzeit auf der Koreanischen Halbinsel herrscht.

Ursprünglicher Beitrag (26.03.2010): Berichten zufolge ist vor einigen Stunden ein südkoreanisches Kriegsschiff nahe der umstrittenen Seegrenze zu Nordkorea gesunken. Das 1.200 Tonnen schwere Schiff soll 104 Seeleute an Bord gehabt haben, von denen mindestens 50 gerettet worden sein sollen. Nach unbestätigten Berichten soll eine Explosion am Heck des Schiffes für das Sinken verantwortlich sein, diese könnte von einem Torpedoangriff herrühren. Was auch mit der Meldung zusammenpassen würde, dass ein zur Hilfe geeiltes südkoreanisches Schiff das Feuer auf ein nicht identifiziertes nordkoreanisches Schiff eröffnet hätte. Bisher ist nichts Weiteres über den Vorfall bekannt und bis es genauere Infos gibt, werde ich mich mal mit Spekulationen zurückhalte.

2 Antworten

  1. Wir fassen zusammen, ein südkoreanisches Schiff fühlt sich von einem Schwarm Vögel bedroht und gibt Warnschüsse ab, danach gibt es eine Explosion und das Schiff sinkt. Hätte diese Nachricht Hitchcock früher erreicht, der Film „Die Vögel“ würde eine bessere Handlung haben. Für mich jedenfalls ist das alles wenig plausibel.

    Zumal die ersten Aussagen, direkt nach der Explosion – bevor sich die Pressestelle einschalten konnte, anhand des Schadensbildes einen Torpedoangriff für wahrscheinlich gehalten haben. Und jetzt rudert man zurück, man habe nur auf Vögel geschossen, die wie ein Schiff aussahen und dann gab es eine Explosion… Nach der nächsten Erklärung war es dann noch das scharfe Essen vom Smutje, was die Explosion verursacht hat😉

    Wobei Nordkorea wohl auch U-Bote hat, mit denen in der Vergangenheit einfach Strandgäste direkt vom japanischen Festland einkassiert wurden. Von daher würde ich auf die Aussage, so ein Sicherheitsloch habe man nicht, auch wenig geben.

    • Hm, ich glaub das würde Lee Myung-bak sich nicht bieten lassen. Bei Kim Dae-jung wärs ne Überlegung wert gewesen, aber warten wir mal ab. Ich glaube die ersten Meldungen sind eher auf die übliche anfängliche Medienhysterie in angespannten Situationen zurückzuführen. Hätte natürlich einiges wunderbar gepasst, aber wenn da nicht mehr kommt, hab ich mir mein Urteil dazu gebildet.

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