Reist Kim Jong Il nach China? Gerüchte verdichten sich

Jetzt scheints wirklich ernster zu werden um Kim Jong Ils Reise nach China. Nachdem Spekulationen darum schon seit Dezember letzten Jahres in regelmäßigen Abständen hochgekocht sind, verdichten sich nun die Hinweise, dass es in den nächsten Tagen soweit sein könnte. Südkoreanische Quellen berichten, dass eine „Vorhut“ bereits nach China gereist sei um die Reise vorzubereiten. In der Vergangenheit sei Kim solchen Vorhüuten im Abstand von etwa drei Tagen gefolgt. Weiterhin kam es vorgestern zu einem Zusammentreffen zwischen Kim Jong Il und dem chinesischen Botschafter.

Bei einem Besuch gäbe es ja auch einige bedeutende Themen zu besprechen. So wird vermutet/gehofft, dass eine solche Reise Kims der ersten Schritt für eine Rückkehr Nordkoreas zu den Sechs-Parteien-Gesprächen sein könnten. Sich darüber unterhalten wird man auf jeden Fall. Allerdings dürfte zuerst wohl die Suche nach einer Möglichkeit im Mittelpunkt stehen, wie Nordkorea ohne größeren Gesichtsverlust zu den Gesprächen zurückkehren kann. Schließlich hat Pjöngjang seine Bedingungen für die Rückkehr recht deutlich gemacht. Würde man sich nun ohne irgendwelche Zugeständnisse der anderen Parteien wieder an den Verhandlungstisch setzen, käme dies einem solchen Gesichtsverlust gleich. Tja und ob man in Pjöngjang bereit ist, aus einer solch demütigend Ausgangsposition zu den Gesprächen zurückzukehren, ist äußerst fraglich.

Weiterhin erinnere ich mich noch düster an eine vollmundige Ankündigung  einer zehn Milliarden Dollar Investition, die unter chinesischer Federführung in Nordkorea getätigt werden sollte. Die Verträge sollten soweit ich mich erinnere Mitte März unter Dach und Fach gebracht werden. Wenn ich aber nicht komplett geschlafen habe, hat man seitdem nichts mehr davon gehört. Daher dürfte auch hier Gesprächsbedarf bestehen.

Naja und dann gibts natürlich noch einige kleinere Themen, wie die bereits beschlossenen Deals, den kleinen Grenzverkehr zwischen den Ländern, der Nordkoreas Märkte mit Wahren aus China versorgt und den Nordkorea ja kürzlich erfolglos abzuwürgen versucht hat und vielleicht auch die Mobilfunkantennen, die aus China einem Teil der nordkoreanischen Bevölkerung den Zugang zum internationalen Mobilfunknetz ermöglichen, was beim Regime in Pjöngjang zunehmend Besorgnis zu verursachen scheint. Und nochwas fällt mir ein, das noch ein bisschen tiefer in der Gerüchteküche steckt. Vielleicht könnte Kim ja auch seinen Sohn Kim Jong Un einpacken und den Thronfolger mit dem wichtigsten Patron vertraut machen.

Wie gesagt, es gäbe einiges zu besprechen, wenn Kim denn fährt. Denn sicher sein, dass es sich nicht nur um Gerüchte handelt, kann man erst, wenn der Zug mit Kim drin über die Grenze fährt. Und was letztendlich besprochen wurde, das werden wir bestenfalls ein paar Tage später an der Realität ablesen, wenn überhaupt.

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