Arbeiter aller Koreas vereinigt euch: Gewerkschaften wollen gemeinsam den Tag der Arbeit feiern

Die JoongAng Daily berichtet (seltsamerweise als einzige Zeitung), dass die südkoreanischen Dachgewerkschaften Korean Confederation of Trade Unions (KCTU) und Federation of Korean Trade Unions (FKTU) den diesjährigen Tag der Arbeit gemeinsam mit Vertretern des nordkoreanischen Gewerkschaftsbundes General Federation of Trade Unions of Korea (GFTUK) begehen wollen. Dazu sollen bis zu hundert Offizielle der GFTUK angeführt vom Vizevorsitzenden Hong Gwang-hyo nach Seoul reisen. In der letzten Woche hätten sich Vertreter der drei Organisationen in Kaesong getroffen um die Pläne für die gemeinsame Veranstaltung auszuarbeiten. Damit gehen die beiden südkoreanischen Verbände auf Konfrontationskurs mit der Regierung des Landes. Das Unification Ministry hatte in einem Brief an die beiden Gewerkschaftsbünde verlautet, dass eine Veranstaltung in großem Maßstab nicht erlaubt werden könne, da zurzeit aufgrund des Sinkens der Patrouillenschiffes Cheonan und dem Streit um das Kooperationsprojekt in Kumgangsan eine angespannte Situation herrsche. Die Gewerkschaften machten zwar das Zugeständnis, dass die Veranstaltung kleiner als üblich sein solle, scheinen aber ansonsten nicht von ihrem Vorhaben abweichen zu wollen.

Die Regierung scheint weiterhin, wie auch schon im Fall der Buddhisten, denen eine Reise nach Nordkorea untersagt worden war, nicht zulassen zu wollen, dass gesellschaftliche Gruppen Kontakte mit der Gegenseite etablieren. Dies ist verständlich, da hierdurch die momentane Strategie der harten Haltung gegenüber Pjöngjang unterlaufen werden könnte. Allerdings hat die Regierung in Seoul diesmal einen etwas potenteren Gegner und daher ist es schwierig vorauszusagen, wer seinen Willen letztendlich durchsetzen kann. Die beiden Bünde haben zusammen fast 1,5 Millionen Mitglieder und zeigten in der Vergangenheit, dass sie sich nicht davor scheuen, sich mit der Regierung anzulegen. So spielten sie im Mai und Juni des Jahres 2008 bei den teils gewaltsamen Protesten gegen die Einfuhr US-Amerikanischen Rindfleisches (man hatte Angst vor Rinderwahnsinn, ich glaube das war das letzte Mal das ich davon gehört habe. Ist der Rinderwahn besiegt oder ist er nur weniger interessant als der Klimawandel (und kurzfristig H1N1)?) eine prominente Rolle. Daher dürfte das Kommentar des Unification Ministry: „As we have told the two umbrella unions that it will be difficult to open such a ceremony, we have no plans to repeat what we said.“ Also „Wir werden das jetzt nicht nochmal sagen…“ wohl nicht das Letzte sein, das wir in diesem Fall gehört haben und ich bin gespannt wie es weitergeht, aber vielleicht hat man sich bis zum Tag der Arbeit ja auch schon auf eine  Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche geeinigt und dann ist es eh kein Problem mehr…

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