Einreise chinesischer Touristen nach Nordkorea wird einfacher. Nächster Halt Kumgangsan?

Es wurde ja viel über Tourismus in Nordkorea gesprochen in der letzten Zeit. Dabei ging es vornehmlich um die Schwierigkeiten, die momentan rund um das Nord-Süd-Kooperationsprojekt am Kumgangsan bestehen. Heute gibt es dazu ein paar neue Meldungen. Es wird berichtet, dass Nordkorea vier Arbeiter die für die Instandhaltung des Zentrums, in dem die Familienzusammenführungen durchgeführt wurden, zuständig waren, aufgefordert wurden das Land zu verlassen. Es wird vermutet, dass der Norden so den Druck  auf Seoul erhöhen will. Gleichzeitig gibt es aber die (meiner Meinung nach wesentlich interessantere) Meldungen chinesischer Medien, dass eine erste Gruppe chinesischer Touristen, die mit einem Touristenvisum nach Nordkorea eingereist ist, in Pjöngjang eingetroffen ist. Zwar gab es auch schon bisher chinesische Touristen in Nordkorea (die Zahl wird mit etwa 20.000 pro Jahr angegeben), allerdings konnten diese nur mittels Geschäftsvisum einreisen, was die Reise ins Nachbarland scheinbar mit einem erheblichen administrativen Aufwand verknüpfte. Nun sind die Reisen einfacher zu bewerkstelligen und es wird daher mit einer Zunahme des Tourismus aus China gerechnet. Allerdings seien die Kapazitäten der nordkoreanischen Seite begrenzt. Bisher findet die Anreise auf dem Luftweg statt, was zu dem relativ hohen Preis von 5280 Yuan (754 US-Dollar) führt. Künftig soll aber eine Anreise mit der Bahn angeboten werden, wodurch die Preise auf etwa 3000 Yuan sinken würde.

Die Zunahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen China und Nordkorea, die vor allem in den letzten Monaten zu bemerken ist erstaunt mich immer wieder. Da scheint ein beträchtlicher politischer Wille auf beiden Seiten zu bestehen, die nordkoreanische Wirtschaft anzukurbeln. Vermutlich ist das eine bedeutende Säule des Plans Nordkorea bis zu Kim Il Sungs 100tem 2012 zu einer aufblühenden und mächtigen Nation zu machen. Naja und sollte sich die Situation um das Ressort am Kumgangsan weiter zuspitzen, würde dieses eine Möglichkeit bieten, die Kapazitäten Nordkoreas für die Aufnahme chinesischer Touristen beträchtlich zu steigern. Ein Schelm der Böses dabei denkt, aber ein Zufall ist es bestimmt nicht, dass die ersten chinesischen Urlauber mittels Touristenvisum nach Nordkorea einreisen, während sich gleichzeitig der Streit um das Touristenprojekt am Kumgangsan verschärft. Wie es weiter geht? Wir werden sehen.

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