Nordkorea will „e-Museum“ am Angkor Wat bauen

Ich habe beschlossen, die Schiffsspekulationen erstmal außen vor zu lassen und mich Themen zu widmen, bei denen das Geschriebene auf mehr beruht als auf Gerüchten oder interpretationen kryptischer Aussagen von Ministern oder Militärs (oder dem Zählen von Sternen an Generalsuniformen…). Wenn es nochmal was wirklich Neues gibt, werde ich drauf zurückkommen, aber bis dahin sehe ich es mal als Verschwendung von Zeit und Ressourcen an. Und schließlich gibt es auch noch andere interessante Entwicklungen, über die nicht jedes Käseblatt zwischen Friedrichshafen und Fehmarn berichtet.

So hab ich in der pakistanischen Daily Times gelesen (aber da der Link nicht funktioniert nehmt alternativ den Artikel von der Straits Times (ist eh besser)), dass die nordkoreanische Übersee-Baufirma Mansudae Overseas Projects scheinbar dabei ist, einen neuen Auftrag zu akquirieren. Die Mansudae Gruppe habe Pläne zum Bau eines „e-Museums“ nahe dem Angkor Wat entwickelt und werbe nun in Kambodscha für diese. In der vergangenen Woche habe eine Delegation von Mansudae unter Leitung des nordkoreanischen Botschafters in Kambodscha, Ri In-sok, ihm die Pläne vorgestellt, erklärte der kambodschanische Kulturstaatsekretär Khem Sarith. Er unterstütze die Idee für das Museum, in dem unter anderem die Geschichte der Tempelanlage in elektronischer Form dargestellt werden soll.

Mansudae dürfte denen die sich für die Errungenschaften nordkoreanischer Architektur interessieren vermutlich ein Begriff sein. Schließlich ist die Firma der wahrscheinlich größte international agierende Anbieter von Monumentalbauten sozialistischen Stils. Wo immer sich ein (meist autoritär regierender) Staatschef ein Denkmal setzen will, stehen die Chancen gut, dass es am Ende die Arbeiter von Mansudae sind, die das Monument errichten. Erst kürzlich wurde im Senegal der Bau des „Monument de la Renaissance Africaine“ abgeschlossen. Es gab zwar einigen Unmut in der (nicht besonders wohlhabenden) Bevölkerung, aber da weder der (schon eher wohlhabende) Präsident Wade, noch der Bauträger sich von solchen Nebensächlichkeiten abhalten ließen, stand dem Bau letztendlich nichts im Wege. Tja und damit es den Arbeitern des Unternehmens nicht langweilig wird, scheint man nun auf der Suche nach neuen Projekten zu sein. Ob auch die computergestützte Simulation der Geschichte des Tempels von der nordkoreanischen Seite erstellt werden soll geht aus dem Artikel nicht hervor, allerdings wäre das eine Möglichkeit für die Programmierer des Korean Computer Center, auch mal ein bisschen Auslandserfahrung zu sammeln. Ich werde das Ganze auf jeden Fall im Auge behalten…

9 Antworten

  1. Den Artikel in der pakistanischen Zeitung lässt sich bei mir nicht mehr abrufen, aber der ursprüngliche Bericht zum e-museums-Vorschlag der MOP Group dürfte von der „Straits Times“ aus Singapur stammen:

    http://www.straitstimes.com/BreakingNews/SEAsia/Story/STIStory_519370.html

    • Danke für den Link und den Hinweis, dass der Andere nicht funktioniert. Ich habs nochmal geprüft aber irgendwie klappt es nicht den korrekten einzufügen. Daher werde wohl mal den von der Straits Time einfügen. Das dürfte richtig sein, dass die die ersten waren. Ich hatte den Artikel auch zuerst dort gesehen, wusste aber nicht mehr genau wo es gewesen war. Ach übrigens, schön nochmal was von dir zu hören…

  2. Wenn man den Artikel auf Wikipedia liest, sieht man das „Mansudae Overseas Projects“ auch Riesenprojekte hatte, natürlich besonders im Ausland.

  3. Bedeutet „e-museum“ nicht, dass man sich die Objekte des Interesses via Web-Verbindung gemütlich von zu Hause aus ansehen kann.
    Dann würde die gedeihliche Arbeit der Programmierer des Korea Computer Center wohl genügen und verstehe nicht, welche Hardware dazu die Mansudae Overseas Project Group beisteuern könnte.

    • Stimmt schon, bei näherem Nachdenken würde ich mir auch eher so etwas unter einem e-Museum vorstellen.
      Aber so wie ich den Artikel verstanden habe, soll ein Gebäude gebaut werden, in dem ein virtueller Rundgang oder sowas möglich sein soll. Weiterhin klingt es, als hätte die Mansudae Gruppe sich das Projekt ausgedacht und dem kambodschanischen Kultusministerium vorgelegt. Aber wahrscheinlich muss man da noch abwarten bis es nähere Informationen gibt.

  4. Wäre das Land nicht so isoliert(Mehr Bauteile etc.), wer weiß was noch alles möglich wäre, Koreaner scheinen auch ein fleißiges Völkchen zu sein😉

  5. Ist Nordkorea überhaupt in der Lage sowas zu bauen?😉

    PS: Hatte Dir eine Mail geschickt, keine Ahnung ob sie angekommen ist.

    • Im Bauen sind die garnicht so schlecht (echt monumental die Monumentastatuen). Und glaubt man den Zeitungen, greifen nordkoreanische Hacker regelmäßig südkoreanische Ministerien und das Weiße Haus an (zwar nur per ddos attacke (keine Ahnung was das ist, hab mir aber sagen lassen, dass es nicht sehr kompliziert ist) aber immerhin) und klauen Geheime Pläne und so. Daher können sie da wohl auch einiges und sollten sowas irgendwie hinkriegen…

      Jupp, ist angekommen, stand in meinem Zeitplan auf Platz drei. Eins und Zwei sind abgearbeitet, also schau in deine Box.

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