Die WHO spendiert Nordkorea ein Videokonferenzsystem – Chefin besucht Pjöngjang

Die Generaldirektorin der World Health Organisatio (WHO), Margaret Chan, hat vom vergangenen Montag bis heute Nordkorea besucht. Generell sind dort internationale Gäste ja immer willkommen, weil solche Visiten zeigen, dass das Land von der Welt wahr- und ernstgenommen wird. Noch beliebter sind allerdings die Besucher, die ein Gastgeschenk mit sich bringen. Dementsprechend dürfte man sich in Pjöngjang über den Besuch Changs wirklich gefreut haben denn erstens ist sie der erste Chef einer UN-Organisation, der Nordkorea seit 2001 besucht und zweitens hat sie etwas mitgebracht.

Zum Anlass ihres Besuchs wurde ein Videokonferenzsystem eingeweiht, dass zehn Krankenhäuser in den Provinzen des Landes mit Pjöngjang verknüpft und so einen schnellen Austausch der Ärzte in den Provinzkliniken mit Spezialisten in der Hauptstadt ermöglicht. Die WHO, die seit 2001 in Nordkorea aktiv ist und ihren Fokus zurzeit auf die Verbesserung der medizinischen Infrastruktur legt, unterstützte den Aufbau des Systems mit Kameras, Computern und anderen Ausstattungsgegenständen. Bei der förmlichen Eröffnungsfeier im Kim Man-yu Krankenhaus in Pjöngjang, bei der auch Nordkoreas Vize-Gesundheitsminister Ri Pong-hu zugegen war, erklärte Frau Chan zu dem neuen System: „This is an excellent vision because it meets the needs of the government“ (Naja, dass das System keine schlechte Sache ist stimmt wohl. Aber weil es die  Bedürfnisse der Regierung erfüllt? — Gerade in Nordkorea eine recht zweifelhafte Begründung…). Es scheint eine sehr harmonische Feier gewesen zu sein und dementsprechend bedankte sich Ri Pong-hu artig bei der WHO, hob ihre Rolle bei der Errichtung des Systems hervor und betonte, wie auch Chan, den Willen das System weiter auszubauen.

Gut, dass weiterhin Organisationen in Nordkorea tätig sind, die das Wohl der Bevölkerung im Sinn haben und ihre Arbeit unabhängig von politischen Entwicklungen aufrecht erhalten.

2 Antworten

  1. Ja, sehr nett von der WHO so etwas mitzubringen und gleich auch zu installieren. Wenn es der Bevölkerung zu Gute kommt, kann das nicht verkehrt sein. Fürchte aber, die Führung in Nordkorea kann jederzeit zur Ansicht kommen, dass das Videokonferenzsystem an anderer Stelle besser aufgehoben ist.

  2. Schöne Sache, die medizinische Infrastruktur ist so ziemlich am Boden, wird Zeit das den Leuten dort eine bessere Versorgung ermöglicht wird.

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