Die letzten Verteidiger sozialistischer Baukultur und ihr Wirken in aller Welt

In den letzten Wochen haben wir ja öfter mal was von den Mansudae Overseas Projects Group of Companys (MOP) gehört. Die Firma, deren Verdienst es ist, dass noch heute Denkmäler errichtet werden, die schon unmittelbar nachdem sie fertig sind so wirken, als seien es Relikte einer schon irgendwie schwammig fern scheinenden Zeit, als eine der größten Ängste in Deutschland war, dass morgen der Russe vor der Tür stehen könnte, ist wohl eine der berühmtesten wirtschaftlichen Repräsentantinnen Nordkoreas im Ausland. Daher dachte ich mir, dass es vielleicht interessant wäre, mal zu schauen, was die Mansudae Group noch so gebaut hat. Das Ganze hat sich als ein bisschen schwieriger rausgestellt als ich dachte, aber ein paar Sachen gibts dann doch zu berichten.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld für die MOP ist scheinbar Afrika (woran das liegen mag, darauf möchte ich nicht näher eingehen, aber dort gibt es ja durchaus ein paar Staaten, die unter Demokratiedefiziten (mal mehr, mal vielmehr und mal weniger) leiden und deren Staatschefs Bedarf haben, sich persönlich oder die Nation durch ein kolossales Monument zu würdigen) und dementsprechend errichtete sie in mindestens neun Staaten des Kontinents Statuen, Gedenkstätten und Museen. Über die jüngste Skulptur im Portfolio der MOP, das Monument de la Renaissance africaine das kürzlich feierlich eingweiht wurde, habe ich ja an anderer Stelle bereits berichtet. Generell scheint Westafrika ein gutes Betätigungsfeld zu sein, denn auch Togo und Benin orderten bei der MOP (allerdings weiß ich nicht was im Togo gebauut wurde, sondern muss mich hier auf die Ehrlichkeit von Naenaras kurzem, „nordkoreanischem“ aber trotzdem interessanten Steckbrief von MOP verlassen. In Benin war es jedenfalls eine Statue des Königs Behanzin der Widerstand gegen die französischen Kolonisatoren geleistet hatte). Eine andere ertragreiche Region scheint das südliche Afrika zu sein. Hier wurden in Angola, Botswana, Namibia  und natürlich in Zimbabwe verschiedene kolossale Bauten errichtet. Botsuana bekam das „Three Chiefs Memorial“ (natürlich auch Unabhängigkeitskämpfer), Angola das „Monument to the martyrs of Kifangondo“ (in dieser Schlacht haben die Kommunisten den Bürgerkrieg gewonnen), Zimbabwe den „National Heroes Acre“ in Harare, einen Gedenk- und Begräbnisort für die Helden des (ihr könnt es euch denken) Unabhängigkeitskampfes und weil die Nordkoreaner so gut sind im „National Heroes Acres“ bauen, hat Namibia sich vor ein paar Jahren (2002 fertiggestellt) auch einen solchen bauen lassen. Das scheint recht überzeugend gewesen zu sein, denn außerdem hat man dann noch einen neuen (und umstrittenen) Regierungssitz, das „State House“ und ein „Unabhängigkeitsmuseum“ geordert. Aber auch in anderen Teilen Afrikas lassen sich für die MOP recht gute Geschäfte machen. So wurde in der Hauptstadt der DR Kongo, Kinshasa, eine (dicke fette) Bronzeskulptur des ehemaligen Präsidenten Laurent Désiré Kabila errichtet. Er ist zwar vor allem dafür bekannt, dass sein Land in seiner Amtszeit total ins Chaos abglitt, aber wenn einem der Sohn im Präsidentenamt nachfolgt, reicht das eben auch für nen schönen Bronzeklotz (In dem verlinkten Artikel steht zwar nicht, dass das Monument von der MOP errichtet wurde, aber das Bild spricht da wohl für sich!). Auch in Äthiopien gibts ein Monument von nordkoreanischen Hämmern und Meißeln, allerdings wurde dieses (als die Lage in Pjöngjang noch etwas anders war, in den 1970ern) dem äthiopischen Volk Regime geschenkt.

Tja, aber das war es noch nicht ganz, denn auch in den arabischen Staaten ist die Expertise der nordkoreanischen Baukünstler gefragt. In Kairo steht ein „War panorama“ (ich hab keine Ahnung wie man das genau übersetzt, vielleicht „Schlachtenpanorama“? (Das sind so runde Gebäude die normalerweise ein riesiges Schlachtenbild zeigen, ich dachte allerdings bis eben, dass die irgendwann Ende des 19. Jhd. ausgestorben währen(fast hätte ich mir in Prag mal eins angeschaut, war mir aber dann zu teuer))) das den Jom-Kippur-Krieg zeigt (warum man einem Krieg, in dem man nicht gerade rühmlich abgeschnitten hat ein Denkmal setzt verstehe ich zwar nicht, aber andererseits gibt in diesem Bereich für die Ägypter ja auch wenig Erfolge und ganz so desaströs wie der Sechs-Tage-Krieg ists ja auch nicht gelaufen). Naja, und da die Nordkoreaner Expertise im Bauen dieser Panoramen hatten, wurde in Syrien gleich noch eins zum gleichen Thema (Jom-Kippur-Krieg) errichtet (obwohl Syrien noch weniger von dem Krieg hatte als Ägypten).

Aber auch in Asien war die MOP schon aktiv und sammelte unter anderem Erfahrungen im Bau von Museen, um genauer zu sein, einem Reis Museum in Kedah State, Malaysia und errichtete in demselben Land Skulpturen und (wie auch immer geartete) Installationen.

Naja, auf jeden Fall ist die MOP scheinbar kein unbeschriebenes Blatt und vermutlich stehen in aller Welt noch ein paar Skulpturen mehr rum, die die Firma gebaut hat. Denn wo immer ein alternder Potentat seine Macht beweisen; wo immer einem Freiheitskämpfer ein bronzener Koloss gewidmet werden; wo immer ein Krieg gegen die imperialistischen Mächte ins rechte Licht gerückt werden soll, da sind sie zur Stelle … Die Hammer und Meißel schwingenden Verteidiger sozialistischer Architektur, die Männer des Mansudae Overseas Projects Group of Companys (MOP). Und so lange es Nordkorea gibt, werden sie die Welt vermutlich weiter mit ihren pompösen Relikten beglücken…

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