1 + 1 = Pi hoch e x 1000 oder: Wie man Nordkorea, Venezuela, Kuba, Obama und Mini-U-Boote in einer Story unterbringt

Ein Mini-U-Boot das mit einem Selbstmordkommando besetzt ist wird aus einem Mutterschiff zu Wasser gelassen, nähert sich unauffällig seinem Ziel, feuert einem Torpedo ab und fährt dann direkt an das Ziel heran, dort sprengt die Crew das Boot und gibt dem Ziel damit den Gnadenstoß. Der Vorfall hält auch Tage später die Welt in Atem und der Präsident erklärt ihn zur nationalen Katastrophe. — So weit, so bekannt — Nur handelt es sich hier nicht um die neuesten Theorien und Kaffee aufwärm Aktionen rund um den Untergang der Cheonan. Nein, so stellen sich einige Hirnis in den Staaten vor, sei die Bohrinsel Deepwater Horizon gesunken. Natürlich ist die Geschichte noch etwas weiter ausgeschmückt (Obama hat scheinbar irgendwas von SWAT-Teams gesagt, die die Ölbohrinseln im Golf von Mexiko überprüfen sollten. Dies war dann sowas wie ein Elfmeter für den geübten Verschwörungstheoretiker (manche glauben aber auch, dass Obama mit Hilfe der SWAT-Teams die Ölindustrie verstaatlichen wolle) und man musste nur noch ein paar Details drumrum erfinden recherchieren. Sonst noch dabei:

  • Der Kreml in Moskau (Veröffentlichte den Bericht über die böse Tat Nordkoreas)
  • Kuba (Hier legte das Mutterschiff mit dem Mini-U-Boot an Bord ab)
  • Venezuela (Ziel des Mutterschiffes)
  • Amerikanischer Präsident (Sorgte mittels SWAT-Teams für Informationssperre, Nordkorea will ihn vor ein unlösbares Dilemma stellen)
  • Nordkorea (Möchte die Überprüfungskonferenz des Nichtproliferationsabkommens die heute beginnt torpedieren (und natürlich die Bohrinsel))
  • Ein unlösbares Dilemma (Lässt Obama weiter ungehindert Öl in den Golf von Mexiko ausströmen oder nutzt er das einzig wirksame Mittel gegen das Bohrloch die „Nukleare Option“)

Den Rest kriegt man sich wohl alleine zusammengereimt. Außer vielleicht: Wusstet ihr noch nicht, dass das Bohrloch nur durch die Explosion einer thermonuklearen Bombe verschlossen werden kann?

Das haben die Jungs von der European Union Times (lasst euch vom Namen nicht täuschen, das ist echt ein Dreck übelster Sorte. Faschistoide Propaganda garniert mit Verschwörungstheorien (Da wünscht man sich echt manchmal ein Supercomputerhacker zu sein und denen n paar virtuelle Bomben ins Postfach zu legen (Darf man sowas sagen? Ich distanziere mich mal vorsichtshalber davon.)) echt fein hingekriegt, haben sie schön die Nachrichten geguckt, eins und eins zusammengezählt (Nordkorea hat Mini-U-Boote und in den USA sinkt ne Bohrinsel: Wenn es da mal keinen direkten Zusammenhang gibt…) und Pi hoch e mal tausend rausgekriegt. Naja, wenigstens sind so alle Bösewichte in einem Boot: Obama, Kim, Hugo und Fidel/Raul. Ich frag mich nur was der Herr Ahmadinejad an dem Tag gemacht hat (Bisher hab ich noch nirgends gelesen, dass er das Mutterschiff steuert), oder ist er einer von den Guten, weil er ja ein Vorzeigeantisemit ist.

Warum ich euch mit dem Unfug belästige? Ich fands einfach so herrlich abstrus. Wären diejenigen die das rausgefunden haben in Nordkorea geboren, wären sie wahrscheinlich Chefredakteur von KCNA oder so. Aber man soll ja auch nicht schlecht über Hirnis reden. Während manche die „Story“ kommentarlos übernommen haben (Schauts euch trotzdem an. Da gibts nämlich ein Foto des Blogautoren TexasFred, das weitaus mehr für sich spricht, als sein Name), haben andere sofort und blitzgescheit erkannt (denn würde der Kreml seine „kommunistischen Kammeraden“ (O-Ton) ans Messer liefern? Da kann doch was nicht stimmen! (In welchem Jahr leben wir nochmal?)), dass die ganze Sache mit Nordkorea natürlich totaler Quatsch ist. Wer sonst könnte eine solch perfide Tat durchführen, die das Potential hat, die Exxon Valdez zu toppen als — die Umweltschützer natürlich! Aber das ist ne andere Geschichte/Theorie…

Bevor ich eure und meine Zeit weiterverschwende geh ich mich lieber mal abduschen um den Dreck und Gestank den ich in diesen ekligen Ecken des Netzes (ich kann die Frage, die ich mir vor einiger Zeit gestellt habe mittlerweile sicher beantworten: Das Netz muss Ecken haben. Wenn auch keine Manifesten, so doch irgendwie virtuell-metaphysische (wie auch immer). Und wenns keine Ecken sind, sinds halt Löcher, vorzugsweise zu versehen mit dem Attribut „drecks-„, denn wie sollte man dies „Orte“ sonst bezeichnen) loszuwerden und hoffe bei Gott, dass ich da nicht so schnell wieder hinmuss.

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