Cheonan und China: Was gerade wichtig ist

Zurzeit gibts ja gleich zwei Themen im Bezug zu Nordkorea, die die Medien beherrschen. Das Eine ist Kims Reise nach China, samt Spekulationen und Berichten wo er war, was er angeschaut hat, wer dabei war und vor allen Dingen was er gesagt hat. Das Andere der Untergang der Cheonan mit Spekulationen und Berichten darüber, was für Beweise es gibt, warum Nordkorea es gemacht hat und vor allen Dingen, wie Südkorea reagieren wird/soll. Beide Felder sind – wie ich meine – immernoch sehr spekulativ. Nichtsdestotrotz sollte ich wohl mal die Fakten zusammenfassen damit man auf dem neuesten Stand ist.

Zuerst also zur Cheonan, denn da ist man schneller fertig, was die Fakten anbetrifft. Yonhap berichtet, dass ein Vertreter der Regierung gesagt habe, am Wrack der Cheonan seien Spuren von Sprengstoff gefunden worden, die zum Bau von Torpedos verwendet werden. Weiterhin an der Explosionsstelle Aluminiumsplitter gefunden worde sein, was ebenfalls auf einen Torpedo als Ursache hinweisen würde. Etwas seltsam mutet die Anmerkung an, es werde geprüft ob ein Torpedo deutschen Fabrikats im Spiel sein könnte, den Nordkorea genutzt haben soll um von der eigenen Schuld abzulenken und eine falsche Fährte in Richtung Südkorea zu legen, dass solche Torpedos nutzt (Oder finde nur ich das seltsam). Einen anderen interessanten Bericht habe ich in der Korea Times gesehen. Hier wird berichtet, die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung gegen Individuen eingeleitet, die gegenstandslose Gerüchte über die Ursachen des Untergangs gestreut hätten. Unter anderem sei der frühere Sekretär von Verteidigungsminister Kim Tae-young, Park Seon-won, in den Blickpunkt des Interesses der Behörden gerückt. Unter anderem soll das folgende Pressestatement dafür verantwortlich sein:

„The information the South Korean government has, but has not disclosed, is in the hands of the United States. The Korean government is refusing to make public detailed information, including the destination to where the Cheonan was heading at the time of the explosion and how fast it was sailing.“

Versteh ich nicht, was daran jetzt so schlimm war, ihr? Aber weiter im Text. Park soll unter Roh Moo-hyun als Sekretär des Präsidenten in Nordkorea-fragen gearbeitet haben. So weit so gut, aber mehr verstehen tu ich das immernoch nicht. Hat er Gerüchte gestreut die nicht auf Nordkorea hinwiesen? (Ich meine wegen Roh) Das sehe ich in seinem Statement auch nicht. Neben diesem Fall sollen zehn weitere Gerüchte untersucht werden. Wie gesagt, ich blicke nicht ganz durch, wo da die Linien in der südkoreanischen Administration verlaufen, aber da eigentlich immer nur Sachen durchsickern, die auf Nordkorea hindeuten, kann ich mir wenig anderes verstellen (Es sei denn in Südkorea folgen einige der Argumentationslinie, die Kim Myong-chol kürzlich in seinem Artikel vertreten hat. Aber das davon in den südkoreanischen Medien so garnichts berichtet würde? Naja, aber vielleicht hört man auch hiervon bald mehr. Auf jeden Fall ist die Informationspolitik der südkoreanischen Seite weiterhin alles andere als klar und eindeutig sondern fördert eher das Entstehen immer neuer Gerüchte.

Apropos Gerüchte. Kim Jong Ils China-Besuch war offensichtlich keins. Neben einigen Fotos, hat die chinesische Seite den Besuch diese Mal sogar bestätigt und angeblich die südkoreanische Regierung aufs genaueste gebrieft, worum es bei den Treffen zwischen Kim und Hu Jintao und scheinbar auch Wen Jiabao (seltsamerweise finden die Meisten Medien dieses Treffen nicht einmal einer Erwähnung wert) gegangen sei. Viel Messbares scheint jedenfalls nicht rausgekommen zu sein (Allerdings glaube ich nicht, dass Artikel wie der der Chosun Ilbo, die scheinbar China zu einer offeneren Informationspolitik drängen sollen, viel Sinn machen. Eigentlich ist doch klar, dass sowas eher kontraproduktiv wirkt. Aber naja, dass müssen die Redakteure wohl selbst wissen). Die Statements, dass sich Nordkorea weiterhin um die Denuklearisierung bemühen wolle sind ja nicht gerade neu. Das sagt man schon lange. Nur verlangt man eben die Erfüllung von Bedingungen, die Südkorea und die USA (zurecht) nicht erfüllen wollen. Tja und ansonsten gibts nur schwammige Verlautbarungen, die es jedesmal gibt weil sie zum guten Ton gehören. Sowas wie: Man will die Zusammenarbeit im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich intensivieren. Wir werden wohl weiter die Augen offen halten müssen, ob sich an der Politik was ändert, oder ob es neue Investitionen gibt.

Leider habe ich mal wieder nicht so viel Zeit wie ich gerne hätte und muss es daher für heute dabei belassen…

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