Ausstellung „Lernen von Pjöngjang“ vom 14. Juni bis zum 24. Juli in München

Update (03.07.2010): Ich habe eben noch einen interessanten Radiobeitrag gehört, der die Ausstellung kurz beschreibt und dann in einem Interview auf die besonderen Aspekte der Architektur (und deren gesellschaftliche Hintergründe und Implikationen) eingeht.

Ursprünglicher Beitrag (09.06.2010): Kurz möchte ich euch noch auf eine Ausstellung aufmerksam machen, die am kommenden Montag den 14. Juni in München eröffnet. „Lernen von Pjöngjang“ ist der (irgendwie provokante) Titel der Architekturausstellung die anlässlich der 5. Architekturwochen bis zum 24. Juli stattfinden wird. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Lothringer 13/Laden, der eine Einrichtung des Kulturreferats der Stadt München ist. Die Ausstellung und die begleitenden Veranstaltungen sind kostenlos. Die Ausstellung sieht die Stadt Pjöngjang als

Chiffre für die versteckten Herrschafts- und Machtstrukturen des Städtebaus schlechthin. Hier setzen die künstlerischen Beiträge der Ausstel­lung an, die das Thema für eine generelle Debatte über die ideologische Funktionalisierung von Archi­tektur und Stadtraum öffnen. Denn jede Architektur ist Form, die formt.

Die nähere Beschreibung der Inhalte klingt zwar sehr interessant aber irgendwie auch abgehoben:

Lernen von Pjöngjang präsentiert eine audiovisuelle Installation von Arno Brandlhuber, Martin Eberle, Stefan Schneider und Christian Posthofen, die Ausschnitte aus der Schrift Über die Baukunst des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il mit Eindrücken aus der Lebenswirklichkeit des Landes kon­frontiert. Fabian Hesse reagiert auf die Zumutung hohler Repräsentationsgesten mit einer bewusst ver­gänglichen, provisorischen Anti-Architektur, die der Dokumentation das räumliche Setting gibt. Ästheti­sche Gegenstrategien proben auch die Menschen in Ulla von Brandenburgs Singspiel: eingeschlos­sen in das Gehäuse von Le Corbusiers Villa Savoye, einer Ikone des Funktionalismus, setzen sie die Fragilität, Flüchtigkeit und Poesie der menschlichen Stimme gegen die emotionslose Nüchternheit und Kühle der Architektur. Ihr Gesang wird zum Exorzismus – und zum Versuch eines gemeinschaftsstiften­den Tuns, das aus isolierten Individuen ein soziales Ganzes schaffen soll. Die weißen Raumkörper Robert Starks schließlich sind als reine Objekte ebenso lesbar wie als abstrahierte Architekturmodelle, die zwischen Miniaturhaftigkeit und Monumentalität pendeln. In der ideologischen Uneindeutigkeit, mit der sie sich aus dem Fundus architektonischer Archetypen bedienen, stellen sie u.a. die Frage nach Schuld und Unschuld architektonischer Formen und nach den Möglichkeiten ihrer weltanschaulichen Aufladung und Umwertung.

Nichtsdestotrotz ist das Ganze kostenlos, daher gibt es nicht vielmehr zu verlieren, als die Zeit, die man braucht um sich die Ausstellung anzugucken.

Was mich generell wundert ist, dass sich trotz des (wie gesagt irgendwie provokanten) Titels und des zurzeit hochgejubelten Nordkorea Themas bisher überhaupt kein Medium für die Ausstellung interessiert zu haben scheint. Aber es ist halt auch eine andere Gewichtsklasse als „Blumen für Kim Il Sung“ die ja für einigen Aufruhr in der Wien und Österreich gesorgt hat.

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