„Reisetagebuch“ zum Besuch der deutschen Parlamentarier in Nordkorea

Update (15.06.2010): Passt zwar inhaltlich nicht hundertprozentig zu Kiesslers Artikelserie aber thematisch sehr gut zu der Reise der Parlamentarier an sich, daher schreib ichs kurz hier dazu: Der Interviewblog hat nach dem Interview mit dem Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber nochmal nachgelegt und Frank Hantke von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der ebenfalls zur Delegation der SPD gehörte, zu der aktuellen und künftigen Rolle der Stiftung in Nordkorea, seiner Einschätzung der aktuellen Situation und der Zukunft des Landes und den Chancen wirtschaftlicher Kooperation befragt. Das Interview ist etwas ausführlicher als das mit Kelber und Hantke betrachtet das Ganze von einem eher wissenschaftlichen Standpunkt aus. Schöne ergänzende Infos zu dem, was man bisher lesen konnte.

Durchaus ehrbar dass die Betreiber des Blogs sich die Mühe machen gleich mehrere Interviews zu Nordkorea zu führen und so helfen die Informationslage zu verbessern.

Ursprünglicher Beitrag (14.06.2010): Leider habe ich auch heute nicht soviel Zeit zum schreiben (aber morgen dürfte das besser werden), daher nur der relativ kurze Hinweis auf eine durchaus lesenswerte Artikelserie. Richard Kiessler, der zweite Journalist der die Parlamentarier der SPD begleitete, die vor etwa einem Monat nach Nordkorea eine Woche lang durch Nordkorea reisten, beschreibt seine Eindrücke in einem fünfteiligen „Reisetagebuch“. Auch wenn sich einiges wiederholt (von den Reisfeldern war Kiessler scheinbar irgendwie beeindruckt) gibt es ein paar interessante Infos die man in den anderen Berichten zu der Reise noch nicht lesen konnte. So beschreibt er kurz die offiziellen Gesprächstermine, die die Delegation wahrgenommen hat und geht etwas nähre auf die Besichtigungstermine in der Glasfabrik in Däan, dem Museum für Völkerfreundschaft und dem Staudamm am Dae Dong ein. Mein Herz hat er allerdings schon mit seinem zweiten Absatz gewonnen:

Über diese „letzte Festung des Kommunismus“ sind vielerlei Klischees verbreitet: Dort huschten ausgemergelte Menschen als graue Gestalten durch verschimmelte Hochhaus-Siedlungen, habe ich gelesen, dort lernten die Kinder mit Panzern und Raketen das Rechnen, dort wüssten die Menschen nicht, wie die Welt draußen aussieht, dort hantiere ein todkranker Weltklasse-Diktator mit Atombomben herum, für die er allerdings keine Raketen habe.

Warum? Wenn ihr den „Reisebericht“ gelesen habt, der ein Mitarbeiter der BILD Zeitung veröffentlicht hat wisst ihr es. Und irgendwie fand ich es sehr schön, dass Kiessler die „Fakten“ die der BILD-Mensch (ich habe seinen Namen vergessen (nein habe ich nicht, aber irgendwie finde ich es zuviel der Ehre für ihn, von mir nochmal erwähnt zu werden)) kurz als Klischees disqualifiziert (kleine Spitzen sind doch was feines).

Naja, was ich damit sagen will: Lest euch Kiesslers Bericht durch, lohnt sich. Bei den Artikeln sind auch noch Videoschnipsel (Handykammera vermutlich) mit begrenztem Informationsgehalt dabei, wenn man bewegte Bilder mag kann man sich die durchaus auch mal anschauen.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Weitere Reiseberichte könnt ihr in der Kategorie „Reiseberichte“ finden.

2 Antworten

  1. Etwas irritieren mich die ständigen Wertangaben in US-Dollar (warum nicht in Euro für uns deutschsprachige Leser) und ich galube nicht, dass die nordkoreanischen Textilarbeiterinnen ihren Lohn in vietnamesischen Dong ausbezahlt bekommen:

    „9 000 Frauen arbeiten hier zum staatlich festgesetzten Monatslohn von 3000 Dong – dies entspricht einer Kaufkraft von 55 Dollar“

    • Ups, das mit dem Dong hatte ich überlesen, aber schon seltsam wie man wohl darauf kommt kann ich mir nicht so genau vorstellen. Die Angaben in Dollar zu machen ist vielleicht ne Übung um das Ganze nicht noch ungenauer zu machen, oder um sich 30 Sekunden Arbeit zu sparen.

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