Tschüss Hyundai Asan, Willkommen Koryo Tours? Stabwechsel im Kumgangsan?

So, da bin ich wieder in (fast) alter Frische, aber wie meine Stimme so klingt kann man ja auf der anderen Seite des digitalen Äthers nicht wahrnehmen und meine Finger machen ihren Job ganz gut. Ich hab eben mal überflogen was ich in der letzten Woche der Netzlosigkeit so verpasst habe und es war nichts besonders wichtiges dabei, was ja schonmal gut ist. Mit Fußball will ich euch fürs Erste nicht weiter beglücken/behelligen/belästigen, da werd ich nochmal drüber schreiben, wenn Kims Elf wieder in der Heimat eingetroffen ist, denn es gibt ja auch noch eine Welt jenseits des runden Leders und die will auch entsprechend gewürdigt sein. Daher erstmal eine interessante Meldung aus der Chosun Ilbo:

Scheinbar beginnt Nordkorea vorsichtig das Gelände am Kumgangsan, dass in Kooperation mit Hyundai Asan für südkoreanische Touristen erschlossen wurde, für andere touristische Projekte umzunutzen. Koryo Tours, der wohl bekannteste Anbieter für Reisen nach Nordkorea, bietet im Rahmen zweier Tourpakete Besuche im Gebiet des Kumgangsan an. Bei einer Reise vom 7. bis zum 17. August steht dabei auch ein Besuch im ehemaligen Hyundai-Ressort auf dem Programm:

Vormittags: Drive to Outer Kumgang – previously a resort operated by Hyundai for visiting South Korean tourists, newly opened to visitors from the Northern side, you’ll be the first tour group to make this journey also, stunning scenery as the road winds its way through Korea’s most beautiful mountain range. Samil Lagoon for light hiking and sightseeing, islands and pavilions abound

Nachmittags: Guided hike in Kumgangsan, see the famous peaks and valleys that Hyundai paid hundreds of millions of $ for access to, evening long drive to return to Pyongyang for a late arrival

Scheinbar sind zwar keine Übernachtungen im Ressort geplant, der Besuch dürfte allerdings ein weiteres eindeutiges Signal an Hyundai Asan sein, dass man zur Bewirtschaftung des Areals nicht auf das Unternehmen angewiesen ist. Witzig finde ich die fast höhnische Aussage im Werbetext von Koryo Tours „see the famous peaks and valleys that Hyundai paid hundreds of millions of $ for access to“, aber vielleicht hat sich die nordkoreanische Seite diesen Zusatz ja erbeten, um Hyundai nochmal daran zu erinnern, wie viel Geld da gerade in den nordkoreanischen Bergen verschütt geht. Von Hyundai Asan selbst war nur zu hören, dass dieses Vorgehen Nordkoreas nicht als Vertragsbruch gewertet werden könne, da dieses Mitbetreiber der Tourpakete sei, was ihm scheinbar die rechtlichen Grundlagen für einen Tourbetrieb mit anderem Partner in diesem Gebiet liefert.

Es wird also deutlich, dass Nordkorea seinen strikten Kurs bezüglich des Kumgangsan-Ressorts weiter beibehält, ohne jedoch das Tischtuch mit Hyundai Asan ganz zu zerschneiden. Allerdings scheint man einen Plan-B ohne Hyundai auszuarbeiten und so würde es mich nicht wundern, wenn im nächsten Jahr längere Touren von Koryo Tours ins Kumgangsan führen würden. Hyundai Asan selbst kann an seiner misslichen Lage wenig ändern und muss darauf hoffen, dass sich die eigenen Chancen mit einer Entspannung der politischen Lage verändern. Einzig über den schwergewichtigen Mutterkonzern könnte etwas politischer Druck aufgebaut werden, aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen verspricht das wohl kaum Aussicht auf Erfolg.

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