Kleine Konflikte unter Feinden: Nordkoreas etwas „direkterer“ Zugang zur Diplomatie

Manchmal kann man die Aussagen, die Diplomaten so treffen, ja kaum ertragen. Sie strotzen nur so vor (oft hohlen) Phrasen und Allgemeinplätzen und scheinen oft das Hauptziel zu haben, die Welt um einige Worte zu bereichern, ohne jedoch neue Inhalte Preiszugeben. Das ist natürlich auch irgendwie verständlich, denn man weiß ja wie schnell die Befindlichkeiten anderer Verletzt sind und so Verbündete, Freunde oder (nicht unbedingt befreundete) Bekannte vergrätzt werden können. Hält sich aber die Zahl der Befindlichkeiten auf die man achten muss in Grenzen, dann kann man auch einen etwas direkteren „diplomatischen Ton“ wählen. Tja und ein Übermaß an Befindlichkeiten auf die man achten muss ist nun wirklich nicht das größte Problem des diplomatischen Corps Norkoreas (die Zahl auf die man dann tatsächlich achtet ist manchmal noch kleiner, zum Missvergnügen Chinas).

Ein gutes Beispiel für einen solch „direkten Ton“ hat scheinbar Nordkoreas Botschafter in Südafrika kürzlich geliefert. Gewürzt mit etwas nordkoreanischem „Charme“ ging An Hui-jong während der Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft in Johannesburg, zu der die ausländischen Botschafter eingeladen waren, auf seinen südkoreanischen Amtskollegen Kim Han-soo zu. (Mal wieder) ungenannte Quellen berichten, dass An seinen Kollegen gezielt auf der Toilette des Stadions abpasste und ihn am Arm festhielt um ihm mit drohendem Unterton mitzuteilen: „If (the South) keeps acting like this, we won’t just let things pass, either.“ Mit dieser Aussage wollte er allem Anschein nach die Unzufriedenheit Pjöngjangs aufgrund des Vorgehens Südkorea nach dem Cheonan-Zwischenfall eindringlich verdeutlichen. Allerdings behielt An durchaus einige Elemente des „diplomatischen Sprechs“ bei. Denn was genau die Tatsache, dass sie „won’t just let things pass“ bedeuten soll, dass bleibt sein Geheimnis.

Naja, ich bezweifle mal, dass diese kleine Episode irgendwelche weiteren Auswirkungen hat oder großartige Schlüsse zulässt, aber ich wüsste schon gerne, wie An auf die Idee kam, seinem Kollegen so direkt auf die Pelle zu rücken. Irgendwie hat der Autor von The Marmot’s Hole ja schon recht, wenn er meint, das Vorgehen Ans würde an „Gangster-Methoden“ erinnern. Aber wer weiß ob An nicht hin und wieder „Geschäftspartner“ auf der einen oder anderen Toilette Johannesburgs trifft, um Geschäftsabschlüsse zu erzeilen…

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