Aijalon Mahli Gomes: Schlechte Nachrichten – gute Perspektiven!

Gestern hätte es für mich eigentlich einiges zu schreiben gegeben, aber dummerweise hatte ich absolut überhauptgarkeine Zeit, deshalb versuche ich das Wichtigste heute mal nachzuholen. Seit Langem gab es mal wieder Nachrichten über Aijalon Mahli Gomes und mal wieder hörten sich die nicht besonders gut an. KCNA meldete, dass der amerikanische Staatsbürger, der im Januar nach Nordkorea einreiste, dort von den Behörden aufgegriffen und später zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt wurde, einen Selbstmordversuch begangen hat. KCNA nennt als Gründe für die versuchte Selbsttötung:

his strong guilty conscience, disappointment and despair at the U.S. government that has not taken any measure for his freedom, he attempted to commit suicide.

Die Nachricht über diesen Selbstmordversuch kommt einige Zeit nachdem Nordkorea indirekt (aber nicht besonders) damit drohte, die Strafe gegen Gomes noch einmal zu verschärfen, offensichtlich um den Amerikaner in der angespannten Situation die zurzeit zwischen Nordkorea und den USA herrscht als Verhandlungsmasse ins Spiel zu bringen. Über Gomes‘s Zustand und seine aktuellen Lebensumstände (schuftet er wirklich im Lager?) kann nur spekuliert werden und auch das wahre Motiv für seinen Selbstmordversuch bleibt im Dunkeln (wenn man mal davon ausgeht (ich tue es), dass nicht seine „strong guilty conscience“ in dazu verleitet hat), allerdings trifft der KCNA-Artikel durchaus einen interessanten Punkt, den ich auch in meinem früheren Artikel über Gomes schonmal angesprochen habe. Nämlich den erstaunlichen Sachverhalt, dass die USA bisher noch nicht ernsthaft versucht haben Gomes aus der nordkoreanischen Haft frei zu bekommen (ganz anders als im Fall der beiden Journalistinnen Lee und Ling, für deren Befreiung ein waschechter Expräsident abgestellt wurde (aber sind halt Journalisten, die machen mehr Ärger als religiöse Verblendete ohne Medienlobby)).

Gleichzeitig hat Nordkorea die Tatsache wohl nochmal verdeutlichen wollen, dass Gomes und sein Wohl verhandelbar sind und es einzig bei den USA liegt, seine Lage zu verbessern. Das schien gestern noch irgendwie abwegig, da Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea nicht zu erwarten waren. Dies hat sich aber rapide geändert, nachdem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein sehr schwaches Statement zur Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffs Cheonan abgegeben hat, dass zur vollen Zufriedenheit Nordkoreas ausfiel und Nordkorea angeboten hat, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen um die Denuklearisierung des Landes zurückzukehren (zu beidem später mehr (hoffe ich)).

Naja, insgesamt haben sich die Perspektiven des Amerikaners wohl etwas aufgehellt, aber letztendlich liegt es wohl an der großen Politik, ob er tatsächlich bald nach Hause zurückkehren kann. Sollten die USA aber positiv auf das Werben Nordkoreas um neue Gespräche reagieren, dann stände einer Freilassung Gomes’s als Geste des guten Willens (vermutlich unter der Überschrift „aus humanitären Gründen“ versehen) wohl nichts mehr im Wege. Vielleicht müsste neben den im Urteil enthaltenen 700.000 US-Dollar Strafe noch einen „Kaution“ oder „Bearbeitungsgebühr“ entrichtet werden, aber dann sähe es wie gesagt gut aus. Dumm nur für Gomes, dass ihm wohl nichts Anderes übrig bleibt als abzuwarten…

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