Russischer Untersuchungsmarathon geht weiter — Offene Fragen und kein Einfluss auf deren Beantwortung

Ich habe mich in der letzten Zeit öfter mal gefragt, was eigentlich mit dem russischen Untersuchungsbericht zur Cheonan ist. Denn eigentlich sollte der ja im Juli kommen, ist aber offensichtlich noch nicht fertig. Also hab ich mich ein bisschen umgesehen und tatsächlich, es gibt Neuigkeiten. Scheinbar lässt man sich in Moskau weiter Zeit und gibt die Schuld dafür, dass man noch immer nicht fertig sei Südkorea.

Laut der Meldungen russischer Medien sagte der russische Marinekommandant Vladimir Vysotsky, dass die Untersuchungsgruppe bisher keine definitive Ursache für den Untergang der Cheonan habe finden können. Es gäbe noch offene Fragen hinsichtlich der internationalen Untersuchung unter südkoreanischer Führung, die einen nordkoreanischen Torpedo als Ursache für die Katastrophe identifiziert hatte. Diese seien bisher nicht beantwortet worden und es stände nicht in der Macht Russlands auf die Beantwortung der Fragen Einfluss zu nehmen (So interpretiere ich die beiden Artikel jedenfalls, die etwas schwammig formuliert sind).

Erstaunlich wie schnell die internationale Untersuchungsgruppe nach dem Fund der Beweise mit dem Ergebnis kam und wie lange das nun bei der russischen Untersuchung dauert. Einerseits könnte das heißen, dass die internationale Gruppe vorschnell mit ihren Ergebnissen an die Öffentlichkeit getreten ist (vielleicht auch mit Blick auf den südkoreanischen Wahltermin), andererseits wäre es aber auch möglich dass die Russen auf Zeit spielen. Vielleicht gefallen ihnen die Ergebnisse nicht so recht und sie wollen durch ihre Ergebnisse nicht für eine Verstärkung des Drucks auf Nordkorea sorgen. Daher könnte es sein, dass man einfach wartet, bis die Sache abgekühlt ist. Dazu würde auch passen, dass man in Moskau scheinbar erwägt, die Ergebnisse des Berichts garnicht zu veröffentlichen. Kann natürlich auch sein, dass man die USA und Südkorea nicht bloßstellen möchte und ihnen hinter vorgehaltener Hand zu verstehen gibt, dass man weiß dass ihr Bericht alles Andere als wasserdicht ist.

Alles in Allem sieht es wohl so aus müsste man/ich sich/mich von der Hoffnung verabschieden, dass die russische Untersuchung etwas mehr Klarheit in die Vorgänge rund um den Untergang der Cheonan bringen wird.

2 Antworten

  1. Leonid Petrov präsentiert schon Untersuchungsergebnisse der Russen:
    Die Russen meinen, dass die Choenan aufgrund einer Explosion von außen sank, eher durch eine Mine als durch einen Torpedo.
    Die Russen kritisieren einige Ungereimtheiten im Untersuchungsergbnis der JIG, nämlich:
    den Zeitpunkt des Unterganges der Choenan, den Grund der Zerstörung der Schiffsschrauben, das Vorhandensein von Fischernetzen am Wrack der Choenan und die Provenienz des nordkoreanischen Torpedos.

    Alles nachzulesen unter:
    leonidpetrov. wordpress.com

    • Vilen Dank für den Hinweis. Ich hatte auch gesehen, mich hat allerdings etwas stutzig gemacht, dass sowohl aus Moskau (steht ja oben) als auch als Seoul: http://www.koreatimes.co.kr/www/news/nation/2010/07/116_70216.html dementiert wurde, dass ein russischer Bericht vorläge. Außerdem waren andere Medien erstaunlich vorsichtig mit der Meldung. Daher dachte ich, dass ich lieber noch ein bisschen abwarten, bis von irgendwo was Offizielles zu hören ist.

Meinungen, Anregungen, Kritik? Alles gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s