Russland schließt Untersuchung zum Cheonan Untergang ab – Keine Veröffentlichung der Ergebnisse

Lange hat es gedauert, bis der Bericht der russischen Untersuchungsgruppe zum Untergang der Cheonan fertig war. Jetzt scheint die Gruppe ihre Ergebnisse der Führung des Landes übermittelt zu haben. Dumm nur, dass scheinbar sonst niemand einen Blick darauf werfen können wird. Dies geht zumindest aus den Worten des russischen UN-Botschafters Vitaly Churkin hervor:

We have no intention of making it public. The essence of this report is reflected in our contribution to the text of the presidential statement which was read on July 9.

Was das hinsichtlich der Ergebnisse genau zu bedeuten hat ist wohl Interpretationssache. Klar dagegen scheint, dass diese geheim bleiben und dass damit weiterhin nichts wirklich klar ist. Yonhap verweist in seinem Artikel zu dem Thema zwar auf die Informationen, die in der Hankyoreh veröffentlicht wurden und die die Katastrophe einer Mine zuschreiben. Allerdings wurde sowohl von russischer, als auch von südkoreanischer Seite dementiert, dass die vorgestellten Ergebnisse tatsächlich aus dem russischen Bericht entnommen wurden. Daher ist es wohl sehr spekulativ, hier einen Zusammenhang herzustellen. Damit sind mehr oder weniger fundierten Theorien hinsichtlich des Untergangs der Cheonan weiterhin Tür und Tor geöffnet, ohne dass eine Seite („Nordkorea wars!“ oder „Nordkorea wars nicht!“) die Wahrheit für sich reklamieren kann.

Warum Russland den Bericht nicht veröffentlicht? Wüsste ich auch gerne, denn dann wüsste man wohl auch was ungefähr drin steht. Allerdings gibt es sowohl gute Gründe ihn nicht öffentlich zugänglich zu machen wenn man zu einem ähnlichen Ergebnis kam, wie die Gruppe unter südkoreanischer Führung, als auch, wenn sich die Ergebnisse beider Gruppen unterscheiden. Hätte man gleiche Ergebnisse würde man bedrängt werden auf die südkoreanisch-amerikanische Linie einzuschwenken, wenn die Ergebnisse bekannt wären. Wenn man zu einem anderen Schluss, beispielsweise dem in der Hankyoreh veröffentlichten, gekommen, müsste man eigentlich eindeutiger Position gegenüber Südkorea und den USA beziehen und diese sogar teilweise bloßstellen. Beides ist wenig wünschenswert und mit dem gesammelten Wissen kann man ja auch hinter den Kulissen auf die Parteien einwirken und hat immer die Drohung der Veröffentlichung in der Hinterhand.

Das wäre doch schön, wenn man den Bericht bald mal auf WikiLeaks nachlesen könnte. Allerdings glaube ich, dass man in Russland wohl mit härteren Strafen rechnen muss, wenn man Staatsgeheimnisse weitergibt. Daher ist das Kapitel „russischer Untersuchungsbericht“ wohl geschlossen ohne dass es wirklich geöffnet wurde.

Eine Antwort

  1. Das Time Magazin glaubt zu wissen, dass Südkorea in Kürze den offiziellen Bericht über die Versenkung der Choenan veröffentlichen wird:

    http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2010455,00.html

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