„We only have a handful of former Presidents“ — Wie die USA ihre Bürger warnen, es Gomes und Co. gleichzutun

Eben habe ich in der Straits Times einen interessanten Artikel gelesen, der auf einen (durchaus humorigen) Twitter-Tweet von Philip J. Crowley, einem Sprecher des US-Außenministeriums, hingewiesen hat. Kurz nachdem Jimmy Carter mit dem frisch befreiten Aijalon Mahli Gomes im Schlepptau in Boston gelandet war, ermahnte Crowley die US-Bürger nämlich auf diesem Wege, das Einreisen (besonders das Illegale) nach Nordkorea künftig zu unterlassen:

Americans should heed our #travel warning and avoid North Korea. We only have a handful of former Presidents. http://go.usa.gov/cAO #DPRK

Da hat er allerdings recht! Bezieht man dann noch die Tatsache mit ein, dass George W. Bush (der Jüngere) als Vermittler wohl eher ausfällt (wer will schon jemanden als Vermittler einsetzen, der den Ansprechpartner einst (gleich in mehrerlei Hinsicht nicht politisch korrekt) als Pygmäen beschimpfte) und sein Vater George H. W. (zum Glück hat er sich bei seinem Sohn wenigstens das „Herbert“ verkniffen, sonst wäre es noch kniffliger) vermutlich auch auf der Kippe steht, bleiben nur noch Clinton und Carter und die waren ja schon beide da. Außerdem ist Carter ja auch nicht mehr der Jüngste…

Generell kann man aber zwischen den Zeilen (hier sagt man wohl besser „zwischen den Zeichen“ sind ja nur 137) lesen, was es für eine unangenehme Angelegenheit für die US-Regierung ist, ihre Ex-Präsidenten zu solchen Missionen nach Pjöngjang zu schicken. Man könnte es sogar als Drohung a la „Die Ex-Präsidenten sind jetzt aufgebraucht, wenn ihr nach Nordkorea gehen wollt müsst ihr dann wohl warten, bis Obama einer ist“ sehen.

Der Link in Crowleys Tweet verweist übrigens auf eine Reisewarnung, die scheinbar extra für den Tag der Rückkehr von Gomes aufgesetzt wurde (auf jeden Fall ist sie auf Gestern datiert). Da wird nochmal recht ausführlich und bedrohlich (was im Falle Nordkoreas nicht besonders schwierig ist) geschildert, wie unangenehm die Situationen sein können, in die man dort geraten kann und wie schnell man sich in einem nordkoreanischen Gefängnis wiederfinden kann.

Was ich dort auch noch interessant fand: Der Absatz:

Travel by U.S. citizens to North Korea is not routine, and U.S. citizens crossing into North Korea without proper documentation, even accidently, have been subject to arrest and long-term detention. Since January 2009, four U.S. citizens have been arrested for entering North Korea without the necessary documents.

impliziert ja irgendwie, dass Euna Lee und Laura Ling doch irgendwie in Nordkorea waren, wenn auch „accidently“. Eine Sache die die Beiden ja ganz anders sehen.

Naja, hoffen wir, dass in den nächsten Jahren kein Schlaumeier aus den USA mehr auf die Idee kommt, ein Zeichen zu setzen und sich in frei gewählte Geiselhaft zu begeben, dann haben die Ex-Präsidenten ihre Ruhe und die amerikanische Regierung muss sich nicht von fehlgeleiteten Individuen in ihre Nordkorea-Strategie funken lassen (wobei letzteres sich ja möglicherweise noch als hilfreich erweisen könnte).

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