Nordkorea und Simbabwe: Mal wieder die Geschichte…

Irgendwie scheint es in Simbabwe in einer erstaunlichen Regelmäßigkeit um Konflikte zu kommen, weil die Regierung gute Beziehungen zu Nordkorea pflegt, während die Bevölkerung auch nach fast 30 Jahren nicht vergessen kann, dass es Nordkoreaner waren, die eine Militäreinheit (die fünfte Brigade) ausbildeten, die dann ein Massaker unter mehreren zehntausend Zivilisten des Ndebele Stamms anrichtete.

Im Vorfeld der Fußball WM musste die nordkoreanische Nationalmannschaft ein Trainingslager in Simbabwe absagen, weil es starke Wiederstände aus der Bevölkerung gab. Und vor ein paar Tagen wurden die unguten Erinnerungen der Simbabwer von einer Statue geweckt, die den Freiheitskämpfer Joshua Nkomo zeigt (genaugenommen waren es zwei, nur wurde eine nie aufgestellt weil sie an einem symbolisch aufgeladenen Ort errichtet werden sollte, der an den Sieg Mugabes über Nkomo erinnert) und im Auftrag der Regierung in Harare angefertigt wurde (vermutlich durch die Mansudae Overseas Projects). Zwar gab es auch andere Konfliktpunkte, denn die Familie und Anhängerschaft Nkomos fühlten sich beim Prozedere der Auftragsvergabe und Auswahl des Standorts der Statuen übergangen, aber — und damit sind wir auch schon wieder bei Nordkorea — gehörte Nkomo pikanterweise jener ethnischen Gruppe der Ndebele an, die unter den Massakern der fünften Brigade zu leiden hatte. Dazu kann man wohl nur sagen: „In the face!“ Jedenfalls kein Beispiel politischen Feingefühls seitens der simbabwischen Regierung, die aber behauptete, das Vorgehen sei nicht beleidigend gemeint gewesen.

Naja, um die Geschichte der Statuen zu Ende zu bringen. Einige Tage nach der Enthüllung des drei Meter Bronze-Kolosses (manchmal habe ich den Verdacht, dass die Mansudae Overseas Projects  nur Aufträge annimmt, die mit Hilfe der Gussform Kim Il Sungs herzustellen sind) in Simbabwes zweitgrößter Stadt Bullawayo, gab die Regierung dem öffentlichen Druck nach und baute die Statue wieder ab. In Pjöngjang wird das wohl keinen interessieren. Die 600.000 US-Dollar die dafür veranschlagt waren sind bereits geflossen…

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