Die Parole heißt: „Stumpf und Gehirngewaschen“

Bei soviel guten Worten wie ich sie im vorherigen Artikel gebrauchen durfte, kommt meine „dunkle Seite“ irgendwie zu kurz. Ein Glück, dass es eine schnelle und lohnenswerte Möglichkeit zum „Seelenausgleich“ gibt. Vielleicht erinnert sich noch der Eine oder Andere an meinen Kommentar, den ich vor einiger Zeit zu einer BILD-Reise-Reportage zu Nordkorea geschrieben habe. Dankenswerterweise hat der Autor dieser Reportage erneut eine Reisereportage veröffentlicht. Dieses Mal in der „WELT“. Ob er dazu wieder nach Nordkorea gefahren ist, geht aus dem Artikel nicht klar hervor, scheint aber so (obwohl das mich doch sehr wundert wenn man bedenkt, was er im März so geschrieben hat), weil es diesesmal nicht kalt sondern warm gewesen zu sein scheint. Über Pathos, Gesülze und Sätze die von irgendwas triefen, wofür mir die Worte fehlen (stellt sie euch so ähnlich wie diesen vor, nur schlimmer), habe ich bei meiner letzten Würdigung des Werks dieses Autors ja schon genug geschrieben. Diesmal ist es noch mehr vom unsäglichen Geschwafel wie:

Wie in Trance prozessieren Nordkoreaner um den Sarg und verneigen sich vor der Wachsgestalt, die da liegt, mausetot und doch allgegenwärtig im Leben der Menschen hier. Ein Untoter, das Auge am Himmel.

Und noch weniger Information. Ein paar Anekdoten die er vielleicht erlebt hat, ein paar Eindrücken, die er vielleicht gewonnen hat gemischt mit unerträglichem Gutmenschentum (es hat mich ernsthaft geschüttelt. Warum? Bittesehr:)

Der starb 1994. Außerhalb Nordkoreas wurde sein Tod – auch wenn man das über einen Menschen nicht sagen sollte – mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen. [Meine Hervorhebung]

Was soll der Quatsch! Naja, jeder nach seinem Gusto… Ansonsten scheint dieses Mal sein Besuch bei einem Waschechten Minister ausgefallen zu sein und dementsprechend muss man auch auf zynische Aussagen von Funktionären mit Champagnergläsern in der Hand wie:

Auf den Sozialismus! Denn Sozialismus ist Leben!

leider verzichten. Nicht schlimm. Was mich diesmal erstaunt. Der Autor schreibt auch ein, zwei echte Wahrheiten. Nicht das die besonders tiefgründig wären und keine Allgemeinplätze, aber immerhin. Das ist wohl der Unterschied zwischen BILD und WELT. Ganz kann er seine Kinderstube dann allerdings doch nicht verbergen. Die Worte:

dass Kim Il-sungs Sohn und Nachfolger sich als noch irrer als der Papa entpuppen würde.

klingen ja schon irgendwie nach BILD, oder?

Naja, für alle die heute noch nicht dieses seltsame Gefühl zwischen Fremdscham und Brechreiz verspürt haben und das nachholen wollen, ist der Artikel höchst lesenswert. Ich werde jetzt mal wie ein gerhirngewaschener Zombie in Trance umherwandeln, vergessen dass es Lebensfreude gibt und mir mit einem stumpfen Lächeln aus einer anderen Welt „Casino“ angucken…

6 Antworten

  1. :-() Ich wollte es nicht…
    aber ich kann nicht anders..
    siehe diese link.. 🙂

    http://www.bild.de/BILD/politik/2010/10/06/nordkorea-schoenheits-op/fuer-kuenftigen-diktator-kim-jong-un.html

    • Naja, was soll man da noch sagen. Der Schluss, dass das „Jugendfoto“ einfach irgendeinen Koreaner zeigt ist ja auch vollkommen abwegig bei diesem irren Regime. Viel naheliegender ist da ja schon, dass sich der Kleine von einem Schönheitschirurgen hat entstellen lassen. Aber zur Verteidigung der BILD. Die Story haben ja andere erfunden…

  2. Die Bildzeitung ist nicht Dein bevorzugtes Medium, was??
    Ich staune 😉
    Wirklich, Tobias ich glaube der Typ fährt für des Geschreibsel
    nicht extra da hin. Und wenn doch… Wer bezahlt ihn?

    • Ich mag die BILD schon manchmal. Bietet ja leichte Unterhaltung. Man sollte nur keine Information erwarten.
      Man will ja nichts unterstellen und das werde ich auch nicht tun. Vielleicht gelingt es ihm einfach nicht seine Erfahrungen sinnvoll zu Papier zu bringen… Und vielleicht fährt er aus dem selbstlosen Motiv dorthin, den Leuten seine Jeans zu demonstrieren und dass er Dollars hat, um so den Sturz des Regimes herbeizuführen. Das solte ihm Bezahlung genug sein. Und nebenbei kann er ja noch n paar Zeilen in großen TagesSpringerzeitungen unterbringen…

  3. Dankeschön. Aber ich muss auch gestehen, dass ich beim Schreiben so meinen Spass hab…

  4. Ich liebe deine Kommentare zu BILD 🙂

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