Kim Jong-nam zur Nachfolge seines Bruders. — Wichtig? Nein!

Update (13.10.2010): Neues aus der Quatschkiste: Ich spare mir mal den Unfug von wegen Machtkampf und Mordversuch von Anhängern. Was ich dazu zu sagen habe: Wenigstens haben sich unsere Medien den (entschuldigt den Kraftausdruck) Scheiß nicht selbst einfallen lassen. Bedenklich nur dass sie allzu willfährig von einem der Marktführer im Bereich des „Scheiß-einfallen-lassen“ abgeschrieben haben.

Aber hier greift wohl wieder der beliebte Vermarktungseffekt von großen Emotionen, Macht und Gewalt (ein Wunder das keine Nackten Frauen in der Geschichte vorkommen), also genau das, was uns von billig produzierten Fernsehfilmen überzeugen soll. Naja, wenn selbst die Qualitätsmedien das nötig haben…

Ursprünglicher Beitrag (12.10.2010): Kim Jong-nam, Kim Jong Ils ältester und nach den Maßstäben eines Diktators (vermutlich auch nach den Maßstäben der meisten nicht-Diktatoren) wohl leichtschwer missratener Sohn (obwohl er eigentlich den Prototypen eines Klischee-Diktatorensohnes abgibt), hat sich zur immer wahrscheinlicher werdenden Nachfolge Kim Jong Uns geäußert. Einem japanischen Fernsehsender sagte er, dass er gegen eine dynastische Erbfolge sei, dass es aber scheinbar interne Faktoren gegeben habe, die für ein solches Vorgehen sprächen und dass dies daher zu akzeptieren sei.

Kim Jong-nam lebt seit langem in Macao (irgendwie bezeichnend, wenn der Junge in einem Zockerparadies residiert), äußert sich gelegentlich schwammig zu Vorgängen in Nordkorea, hält sich ansonsten aber zurück. Er galt lange als Kims erste Wahl als Nachfolger, doch spätestens seit er 2001 in Japan mit einem falsche Ausweis (der Dominikanischen Republik , warum er sich keinen Anderen hat fälschen lassen? Keine Ahnung!) und zwei Frauen, sowie einem vierjährigen Jungen im Schlepptau festgenommen wurde, er wollte wohl ins Disneyland in Tokio, war es bei seinem Vater vorbei mit der Liebe. Auch wenn er nicht total verstoßen wurde (er kehrt schon gelegentlich nach Nordkorea zurück) so zog er es doch vor, nicht mehr dort zu leben und dementsprechend war es mit dem Erbe (ich meine jetzt das große Erbe, aber vermutlich würde ich auch ausschlagen) dann auch vorbei. Dementsprechend dürften Kontakte, die er damals gehabt haben mag, heute nicht mehr so stark sein, dass er in möglichen Streitereien eine Rolle spielen könnte.

Muss man den Aussagen Kim Jong-nams irgendeine Bedeutung beimessen? Wenn man sich für die Entwicklungen in Nordkorea und die Zukunft des Regimes interessiert sicherlich nicht. Wenn man sich für die „Panorama-Seiten der Tageszeitungen erwärmen kann: Vielleicht. Wenn einem aber sein Wohlergehen (oder zumindest für sein Taschengeld, das ihm der Papa vermutlich regelmäßig zusteckt) am Herzen liegt, dann kann man wohl nur sagen, dass sich Kims Sprössling mit seiner Kritik am Vater vermutlich selbst einen Bärendienst erwiesen hat.

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