Die Berichtssaison geht weiter – Robin Renitent erzählt von seiner Nordkoreareise

Zurzeit gibt es ja wieder echt viele Reiseberichte und ich finde das auch gut. Denn Leute die von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählen helfen dem großen Rest der Leute, die nicht die Möglichkeit haben dieses Land zu besuchen, es nichtsdestotrotz besser zu verstehen. Auch gut finde ich, dass die Autoren der Berichte politisch ziemlich unterschiedliche Positionen vertreten, was uns verschiedene Blickwinkel auf das verschlossene Land gewährt. Erstaunlicherweise kann ich mich mit keinem der politischen Standpunkte, die die unterschiedlichen Autoren die ich in letzter Zeit hier vorgestellt habe, wirklich identifizieren, aber das ist mir in dem Fall egal. Denn ich muss sie ja nicht heiraten und solange das gut ist, das ich in den Berichten suche, nämlich die Information, kann ich den Rest ausblenden.

Trotzdem habe ich in diesem Fall ein bisschen drüber nachgedacht ob ich einen Link setzen soll. Warum? Normalerweise ist bei mir spätestens mit „Support Geert Wilders“ Bannern der Punkt erreicht, an dem ich ein bisschen vor mich hinfluche und den Tab ohne weitere Ansicht des Inhaltes wieder schließe. Nur hatte ich vor Ansicht des betreffenden Banners (und einiger Anderer (die politische Position des Autors würde ich so beschreiben, dass er gegen sehr vieles ist, aber leider nicht gegen genug…)) schon einige Zeilen gelesen. Und Robin Renitent ist auf Rebellogblog gerade dabei, das Netz um ein Musterstück eines Reiseberichts zu bereichern. Schon nach den ersten Zeilen schien mir der Bericht dementsprechend so vielversprechend, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und mir ihn ganz durchgelesen habe. Der Autor schreibt in sehr angenehm lesbarer Sprache und sehr detailliert seine Wahrnehmungen und Erlebnisse nieder. Dabei bemüht er sich (sehr erfolgreich) unvoreingenommen und objektiv zu bleiben und aus Respekt vor dem Gastgeberland (und den Leuten, die in Nordkorea für ihn zuständig waren, v.a. die Guides) spart er sich die kritischen Wahrnehmungen für eine Schlussbetrachtung auf (auf die ich wirklich sehr gespannt bin). Dementsprechend liegen seine Inhalte oft  nahe an den offiziellen Sprachregelungen (gerade wenn es um Besuche von Sehenswürdigkeiten geht) ohne jedoch unreflektiert zu sein. Allerdings hätte er sich seine Reflexionen über deutsche Politik etc. meinetwegen liebend gerne sparen können. Aber nunja, ist ja sein Bericht und da kann er gerne seine Meinung reinschreiben, nur bin ich wirklich dankbar dafür, dass er mir das meist erspart. Vorweg hat er einige grundsätzliche Überlegungen zu einer Reise nach Nordkorea, seinen Motivationen und Erwartungen gestellt, die man sich unbedingt durchlesen sollte um den Gesamtkontext zu verstehen. Die Beiträge (meist sind es zwei über jeweils einen Reisetag) sind wie gesagt gut geschrieben, reich bebildert (mit wirklich gut geschossenen Fotos) und sehr detailliert (da müsst ihr euch schon auf einige tausend Wörter gefasst machen), lohnen es aber auf jeden Fall gelesen zu werden. Also los jetzt, nehmt euch die Zeit und lest den Bericht… (ich hab einfach mal seinen ersten Beitrag verlinkt, weil ihr ansonsten lange suchen müsst, wenn etwas Zeit vergeht und der Bericht auf dem Blog weiter in die Archive wandert, ihr könnt euch ja dann von da aus dann durchklicken.)

Weitere Reiseberichte könnt ihr in der Kategorie „Reiseberichte“ finden.

8 Antworten

  1. Ach so. Vergessen.

    Das Du diesen Blog machst und alles zusammenstellst finde ich natürlich sehr gut. Wie auch immer, von den Völkern die ich bisher besucht habe liegen die Koreaner auf meinem Sympathielevel ganz weit vorn. Das schließt auch die DPRK ein. Ein wundervolles Land.

    Danke dafür und…hoffentlich findest Du einen guten Job.

    • Danke, für das Kompliment und die guten Wünsche, nehme ich gerne an. Und was deine Meinung angeht. Ich muss sie mir ja nicht zueigen machen…

  2. Ich habe das gerade entdeckt. Danke für den Bericht und die Erwähnung. Ich erlaube mir dazu aber zwei Bemerkungen zu machen:

    • Du magst meine Einstellungen zu Multikulti nicht. Dazu: Multikulti in der Form wie es bei uns verordnet praktiziert wird lehnen wir tatsächlich ab. Es ist toleranzverhindernd, also kontraproduktiv. Die Erziehung unserer Kinder läuft auf eine Toleranz hinaus die JEDEM engangierten und positiv motivierten Mitglied einer Gesellschaft offen und aufgeschlossen begegnet. Auf unserer vierjährigen Weltreise (und auch schon vorher) haben wir mit vielen Menschen aller Hautfarben und Religionen Freundschaft geschlossen. Unsere Kinder (und wir) wären die Ersten, die helfend hinzuspringen würden wenn einem Muslim, einem Schwarzem, wem auch immer, ein Leid geschieht oder er Hilfe benötigt. Es ist die selbstverständliche Hilfe für ein Individuum. Eine uferlose Alimentierung motivationsloser Menschen lehnen wir ab. Das betriftt auch Deutsche. Schade, daß in der aktuellen Politik und Gesellschaftsgestaltung der Begriff Multikulti dermaßen entwertet wird wie das bei uns geschieht. Ich bin, Verzeihung, schon in Restaurants aller Nationen gegangen, als Du noch gar nicht geboren warst. Und schon in meinem Elterhaus hatten wir muslimische, jüdische und katholische Freunde. Obwohl wir Protestanten waren.

    • Die Tatsache, daß Du uns als „krass“ empfindest, heißt nicht das uns alle, denen wir begegnen als „krass“ empfinden. Im Gegensatz zu Vielen die rumeiern bemühen wir uns um einen klaren Standpunkt, leben ihn auch weitgehend konsequent. Sicherlich fühlen wir uns den Ideen der Austrians verpflichtet. Sind die auch alle „krass“?

    Danke für die positive Bewertung auch meiner Fotos. Ich habe einen PDF-download mit den Besten von 4170 Fotos und im Anhang meinen kompletten Reisebericht. NEIN, der Kommentare zur Politik in meinem Geburtsland kann ich mich nicht enthalten und habe sie auch nicht gestrichen. Link: 68 MB nur downloaden, öffnen geht nicht.
    http://www.rebellogblog.com/live/nkorea/nkorea_compl.pdf

    Keine Sorge, ich respektiere Deine (zeitkompatible) Auffassung. Ich werde hier auch nicht in eine weitere Diskussion eintreten. Die obigen Einwände seien mir dennoch gestattet.

  3. Interessanter Reisebericht.Auch ich spiele mit dem Gedanken damit die DVRK irgendwann zu besuchen.Jedoch hadere ich mit der Sorge dort „nichts neues geboten“ zu bekommen.Nach der Lektüre einiger Reiseberichte scheinen DVRK Reisen immer nach dem gleichen Schema abzulaufen, und man hat manchmal die (wahrscheinlich bzw. hoffentlich unbegründete) Sorge sich schon „selbst als Reiseführer“ für die offiziellen Destinationen anbieten zu können.Aber andererseits ist vllt. auch bereits das bloße Gefühl des „selber daseins“ ein ausschlagender Grund für eine solche Reise.

  4. der Abschlußkommentar ist inzwischen auch erschienen. So schlimm wie zu erwarten war, aber erfreulich knapp gehalten.

    Der Autor vertritt schon eine der eigenartigsten Auffassungen, die ich je gesehen habe: fährt mit Familie jahrelang durch die Welt, haßt aber Multikulturalität bei sich zu Hause.
    Nun ja, Reisen KANN der Völkerverständigung dienen, MUß aber nicht.

    Einen Punkt in dem der Autor (als offenbar fanatischer Islam-Hasser) vielleicht etwas von Nordkorea lernen könnte, das ein explizit nicht-religiöser Staat recht tolerant gegenüber religiösen Minderheiten sein kann.

    • Ja es gibt schon viel Eigenartiges auf der Welt und noch mehr eigenartige Leute. Sein Abschlusskommentar bezog sich ja irgendwie mehr auf seinen Hass auf die deutschen Linken denn auf Nordkorea.
      Aber nun gut, soviel auch von meiner Seite zur unseligen „Man-wird-wohl-noch-sagendürfen-was-man-denkt-Diskussion“: Klar, soll man sogar! Was mich nur schockiert, ist, was den Leuten für ein krasses Zeug im Kopf rumgeht.
      Die Sache mit der religiösen Toleranz ist natürlich ziemlich kontrovers und ich weiß einfach nicht wie es ist (weil dummerweise irgendwelche religiösen Weltverbesserer ständig Nebelkerzen werfen und so das Bild auf die Realität total verstellen). Aber ich glaube die Toleranz beschränkt sich auf hundertprozentige. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass das Regime den Niedergang des Ostblocks genau analysiert hat und da hat (vor allem die katholische) Kirche ne wichtige Rolle gespielt. Daher finde ich es etwas übertrieben, wenn man von Toleranz sprechen würde…

      • ich hatte da vor allem an den Buddhismus gedacht und an eine lokale (schamanistische?) Religion, die ihre Klöster haben und auch als Vertreter gesellschaftlicher Gruppen im Parlament vertreten sind.
        Der Buddhismus macht Nordkorea keine sichtbaren Probleme, er ist Teil der koreanischen Kultur, kein Import, er ist nicht missionierend und (in der Nordost-asiatischen Variante) rein nach innen gerichtet, umpolitisch.

        Mit dem missionierenden Christentum ist das Verhältnis sicher schwieriger, zumal es im Süden fanatische, extrem anti-kommunistische Sekten gibt.

  5. Ich finde die Möglichkeit, Reiseberichte zu schreiben auch toll, denn nach den Punkten, die du schon angeführt hast, ist man zusätzlich noch in der Lage, sich auch, abseits vom wichtigsten Geschehen über das Land zu informieren. Das find ich gut. Ich lese seitdem immer Reiseberichte durch, bevor ich in ein Land fahre.

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