Von herbstlicher Statistikwut und einer provinziellen Frischzellenkur

Wenn die Tage kürzer werden, das Wetter im Gleichschritt mit dem Abendfernsehprogramm schlechter wird und die Freundin gerade wo anders weilt, dann kommt man ja schonmal auf seltsame Ideen, womit man sich so beschäftigen kann. So ging es mir heute Abend. Daher habe ich mir gedacht, mal ein bisschen Statistik zu führen (Früher habe ich dann öfter mal meinen Besitz an 1, 2 und 5 Pfennigstücken geordnet. Da ich aber heute fast keine Pfennige mehr besitze, hab ich mir was Anderes zum Auswerten gesucht). Das Ziel meiner herbstlichen Statistikwut war Kim Jong Un. Oder vielmehr seine Nennungen bei KCNA und die Personen die sonst noch mit von der Partie waren in 19 Artikeln von KCNA. Ich dachte mir es könnte mal interessant zu wissen sein, wer so zusammen mit dem jungen Kim unterwegs ist (ich habe drei oder vier Artikel weggelassen, weil da entweder so ziemlich jedes Mitglied der Elite bei war (Mitglieder des Zentralkomitees der Partei und Beerdigung von Jo Myong-rok) oder weil zum gleichen Anlass zwei Artikel mit derselben Namensliste erschienen sind). Zwar ist mir relativ schnell bewusst geworden, dass die Aussagekraft meiner Tätigkeit hinsichtlich Kim Jong Un sehr begrenzt ist, weil viele der Anlässe einfach Termine waren, zu denen „man“ nunmal geht, wenn man sich zu Nordkoreas Schönen und Reichen zählt.

Wer ist mit Kim Jong Un unterwegs

Trotzdem haben sich durchaus ein paar Informationen ergeben. Erstmal zu denen, die am Öftesten mit Kim Jong Un zusammen genannt wurden, wobei ich Kim Jong Il mal weggelassen habe, der ist ja immer dabei.

Wie immer möchte ich noch kurz die hervorragende Arbeit loben, die der Autor von North Korea Leadership Watch mit seinen Steckbriefen, aber auch sonst, leistet.

So, damit solle es aber auch mal gut sein. Eigentlich wollte ich die Grenze bei 6 Nennungen ziehen, aber einige interessante Leute lagen da knapp drunter.

Die häufigsten Nennungen beinhalten wenige Überraschungen. Mit Ri Yong-ho habe ich mich ja schon ausgiebig befasst und naja, er ist eben wichtig. Dazu kann man vielleicht noch sagen, dass Ri, seit der Junge Kim ins Licht der Öffentlichkeit getreten ist, genau einmal mit dessen Vater zusammen auftrat, ohne das der Filius dabei gewesen wäre. Jang Song-thaek ist eben der Onkel und als guter Onkel und einer der mächtigsten Leute im Land, dessen Rolle immer ein bisschen ambivalent (naja, Onkels schmieden eben Ränke, das ist im Film so, also sollte man das auch in der Realität erwarten) betrachtet wird. Kim Kyong-hui, Jangs Frau und Kim Jong Ils Schwester wird ja auch immer unter den „da muss man drauf achten“ Leuten aufgeführt und Kim Yong-chun und Kim Ki-nam sind altgediente Regimerecken, denen wohl vertraut wird, aber die sind eben auch mit dabei. Und damit kommen wir auch schon zur ersten wirklich interessanten Person: Choe Ryong-hae (60). Der ist Berichten zufolge ein Kindheitsfreund Kim Jong Ils, machte lange Zeit eine „normale Parteikarriere“ und half Kim Jong Il scheinbar auch tatkräftig bei der Machtübernahme und Konsolidierung der Macht, wurde aber dann 1998 aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt als erster Sekretär der Kim Il Sung Socialist Youth League entlassen. Er blieb dann bis 2006 in der Versenkung, als er als „chief secretary of the North Hwanghae Provincial Committee of the Workers‘ Party of Korea“ wieder auftauchte. Den Job machte er auch weiter, bis er im Rahmen der Parteikonferenz als Sekretär des Zentralkomittees der Partei nach Pjöngjang zurückkehrte. Wer den KCNA Artikel über die Beförderung Kim Jong Uns und seiner Tante zu Generälen genau gelesen hat, dem ist vielleicht auch der Dritte Name in der Reihe in Erinnerung geblieben sein. Choe Ryong-hae.

Choe Yong-rim kann man getrost in die Kategorie „Wichtiger alter Recke“ (Sekretariat des Politbüros) einordnen, der halt öfter mal dabei ist wohingegen Kim Jong-gak ja in letzter Zeit eine steile Karriere hingelegt hat. Er ist Mitglied der National Defence Commission und „first vice department director of the KPA General Political Bureau“ (mir ist die Tatsache ins aufgefallen, dass bis vor ein paar Monaten bei seiner Amtsbeschreibung immer ganz selbstverständlich der NDC-Job vorne stand. In letzter Zeit wird der aber öfter mal ganz weggelassen. Ob das was zu sagen hat?) und dort ein möglicher Nachfolger des kürzlich verstorbenen Jo Myong-rok.

Kim Yong-nam, einer der wichtigen alten Männer der nordkoreanischen Politik wird solange er noch kann öfter mal an der Seite der Kims zu sehen sein, immerhin sitzt er im Sekretariat des Politbüros. Ju Kyu-chang ist ebenfalls ein alter Vertrauensmann Kim Jong Ils, von dem auch vermutet wird, dass er in das nordkoreanische Raketenprogramm verwickelt ist. Choe Thae-bok ist eine konstante Größe in der außenpolitischen Abteilung der Partei. Interessant wiederum ist Pak To-chun. Der war bis zur Parteikonferenz Vorsitzender des Provinzkomitees der Partei in der Jagang Provinz, aber ansonsten ein sehr unbeschriebenes Blatt. Er kam im Rahmen der Parteikonferenz als alternierendes Mitglied des Politbüros und arbeitet als secretary des Zentralkomitees der Partei. Den Job haben auch einige andere, die Meisten tun aber noch was anderes daneben. Er nicht, wenn man KCNA glauben darf.

Auch U Tong-chuk (68) ist nicht uninteressant. Auch er hat eine recht steile Karriere hingelegt, denn vor 2009 hat er keine wichtigen Ämter bekleidet, während er es seitdem zum Mitglied der NDC gebracht hat und darüber hinaus stellvertretender Minister für Staatssicherheit und ist damit eine große Nummer bei den Geheimdiensten. Auch nicht uninteressant finde ich, dass er ausgebildeter Philosoph (also um genau zu sein die nordkoreanische Version von „Philosoph“) ist. Wenn Kim Jong Un bahnbrechendes zu Juche hinzufügen will braucht er wohl solche Leute. U wird mit Jang Song-thaek in Verbindung gebracht.

Kim Yong Il ist ein erfahrener Diplomat und schon lange dabei obwohl er mit seinen 63 Jahren noch relativ jung ist. Auch Kim Yang-gon, der bis 2001 die internationale Abteilung des Zentralkomitees der Partei unter sich hatte, bevor er für vier Jahre von der Bildfläche verschwand und seit 2005 wieder höhere Ämter erlangt hat ist eher ein erfahrener Mann und schon lange in Pjöngjang. Noch interessanter finde ich allerdings Mun Kyong-dok. Der ist erst 53 und hat momentan eine Position inne, die übersetzt wohl sowas wie Bürgermeister von Pjöngjang ist. Er scheint sehr eng mit Jang Song-thaek verbunden zu sein. Er hat scheinbar eine wichtige Rolle beim Knüpfen von Jangs Beziehungs- und Loyalitätsnetzwerk geknüpft und war zusammen mit Jang bis 2006 von der Bildfläche verschwunden. Jetzt ist er aber zurück, ist jung (naja, jedenfalls nicht alt) und hat Beziehungen. Da könnte noch was kommen. Auch Thae Jong-su (74) und Kim Phyong-hae (69) sind interessante Kerle mit Biographien, die sich ein bisschen ähneln. Beide waren bis vor einiger Zeit nämlich Sekretäre in Provinzkomitees der Partei. Thae kam im Juni aus der Süd-Hamgyong Provinz war allerdings davor schon ein altbekanntes Gesicht in Pjöngjang. 2007 wurde er zum stellvertretenden Premierminister ernannt. Kim kam im September aus Nord-Phyongan. Beide haben Jobs in der Partei bekommen und scheinen Potential zu haben.

Wer war mit Kim in China? Surprise – Surprise…

Kurz hab ich mir auch noch angeschaut, wer Kim Jong Il auf seinen beiden Reisen nach China in diesem Jahr begleitet hat. Die Meisten die genannt wurden waren bei beiden Visiten dabei und bis auf Vier, stehen alle die in China mit dabei waren auf der Liste. Mit von der Partie waren auch vier damalige Parteifunktionäre aus den Provinzen. Choe Ryong-hae, Pak To-chun, Thae Jong-su und Kim Phyong-hae (von anderen Provinzkadern war nichts zu lesen). Also die vier die jetzt öfter mal Kim Jong Il und seinen Sohn in Pjöngjang begleiten. Von denen ist Choe sicherlich der Interessanteste, wegen der Generalbeförderungssache, weil er noch jung und mit Kim Jong Il schon lange verbunden ist.

Was man daraus über die Nachfolge lernen kann

Aber natürlich wird bei der Betrachtung der Biografien auch deutlich, dass viele Leute in die erste Reihe geholt wurden, die man vorher nicht so auf dem Zettel hatte, eine kleine „provinzielle Frischzellenkur. Das hat unter anderem mit der inneren Stabilität des Regimes zu tun. Wenn man keine Chance sieht ins Zentrum zu kommen, gibt es wenige Gründe für Loyalität dem Regime gegenüber. Daher ist es unabdingbar, dass ein Aufstieg möglich bleibt. Aber das gerade jetzt so viele Leute aufsteigen hat wohl auch mit Kim Jog Uns Nachfolge zu tun. Diejenigen die nach Pjöngjang geholt werden, können genutzt werden die alten Netzwerke aufzubrechen und es dem jungen Kim ermöglichen einen neuen Führungskern zu errichten. Sie sind nicht so sehr von den Hauptstadtränken tangiert und haben weniger bestehende Bindungen am Hofe. Das Risiko das sie falsch spielen ist also geringer. Das heißt aber nicht, dass die Alten Eliten samt und sonders verstoßen werden müssen. Ein Teil des Problems löst die Zeit von selbst, denn es sind ja tatsächlich alte Eliten. Der Rest muss sich anpassen und in die neue Ordnung einreihen. Eine schwierige Phase und je länger Kim Jong Il die Fäden in der Hand halten kann, desto stabiler wird der neue Führungskern.

Ich habe mir eben mal überlegt, worin die Schwierigkeit der aktuellen Situation besteht und so wie ich das sehe, gibt es da mindestens zwei Probleme, die eng miteinander verknüpft sind. Das erste ist eher grundsätzlicher Natur. Bei autoritären Regimen gibt es, wie man ja auch in diesem Fall sehen kann, Schwierigkeiten die Eliten zu erneuern. Das Problem ist, dass der Herrscher oder das Herrscher-Team wenig Anlass hat, die tragenden Eliten auszuwechseln. Einerseits haben sie sich als loyal und brauchbar erwiesen und wenn man neue Leute nach oben lässt, weiß man nicht was man kriegt. Andererseits ist es aber auch schwierig, Leute die es mal nach oben geschafft haben, wieder zu entfernen. Das schafft Unzufriedenheit und vielleicht sogar Widerstand. Deshalb kann nur in extremen Fällen auf Degradierung oder „Verbannung“ zurückgegriffen werden. Daher gibt es einen Stau oder eine Aufblähung an der Spitze. Es gibt eben keine Spielregeln wie in Demokratien, die es eine Fluktuation an der Spitze ermöglichen. Allerdings braucht das Regime aber auch einen Mittelbau, der die Befehle ausführt, weitergibt und kontrolliert. Da aber nur begrenzter Platz und vor allem begrenzte Ressourcen vorhanden sind, ist eine permanente Aufstiegsbewegung nicht möglich. Für diejenigen die sich im Mittelbau befinden ist es recht demotivierend, wenn es keinen Aufstieg geben kann. Es muss also auch eine Perspektive nach oben geben, um das Funktionieren des Mittelbaus zu garantieren. Eine recht schwierige Aufgabe, die Pjöngjang aber bisher erfolgreich gemeistert hat.

Nun steht Pjöngjang aber vor einer weiteren, kurzfristigen Aufgabe. Die Macht muss weitergegeben werden. Und da werden etablierte Elitengruppen zu einem noch größeren Problem, als sie das ohnehin schon sind. Auf den ersten. Für diejenigen die zum alten Machtkern gehören, besteht die Gefahr, dass sie unter einer neuen Führung ihre Position (oder mehr) verlieren. Daher könnten sie sich gegen eine solche Führung stemmen, die nicht glaubhaft machen kann, dass sie weiterhin gut leben können, auflehnen. Außerdem könnten sie versuchen möglichst nah an die Führung zu gelangen, um vielleicht noch besser zu leben, oder um sich abzusichern. Netzwerke und Kontakte, die umso intensiver sind, je länger diejenigen zur Führung gehörten, können da dienlich sein. Daher stellen die alten Eliten für jede neue Führung ein Gefahr da und sie müssen entweder auf absolute Loyalität eingeschworen werden oder – die sicherere Alternative – so geschwächt werden, dass sie der neuen Führung so lange nicht gefährlich werden können, bis sie ihre Macht konsolidiert hat. Dementsprechend ist es in der Vorbereitung der Machtübergabe nötig, dass Teile der alten Eliten ausgetauscht oder ihre Netzwerke geschwächt werden. Das kann man ganz gut erreichen, wenn man neues Personal einführt, das loyal ist und es strategisch so platziert, dass die alten Netzwerke nicht mehr ungestört funktionieren können. Allerdings weiß man bei neuen Leuten natürlich nicht wirklich, ob sie loyal sind. Also auch hier ein Risiko. Aber immerhin hat man ihnen den Aufstieg ermöglicht. Womit man auch wieder das Problem des Elitenstaus ein bisschen mildert, denn der Mittelbau sieht: Aufstieg ist möglich (Vielleicht wurden Ämter in der Partei aus diesem Grund teilweise nicht aufgefüllt. Um Platz für einen neuen Führungskern zu lassen). Gleichzeitig wird der Aufstieg mit der neuen Führung, nicht der Alten, Verbunden. Also gelten auch ihr die Loyalitäten. Der Wechsel in Pjöngjang läuft nach einem Plan ab der diese Tatsachen beachtet. Das ist aber noch kein Erfolgsgarant, da sehr viele Unsicherheitsfaktoren weiter bestehen.

Wie genau alles zusammen passt und gehört, das wissen die Leute in Pjöngjang vielleicht selbst nicht, deshalb will ich da garnicht rumrätseln. Aber immerhin ist die Liste von „high potentials“ die man im Auge behalten sollte wieder etwas länger geworden. In der jetzigen Phase ist es wirklich mal spannend im Auge zu behalten wer aufsteigt und wer verschwindet (wie man sieht, kommen manche davon wieder) oder stirbt und was die neu Aufgestiegenen machen. Denn jetzt wird das neue Team aufgestellt und die personellen Weichen gestellt.

7 Antworten

  1. Bei Lesen des Blogs ist mir eine Frage gekommen, was motiviert (treibt) hochgestellte Politiker in Nordkorea?
    Sind es wirklich materielle Privilegien (gut leben, besser leben)?
    Zum einen ist Politiker grundsätzlich ein Beruf der eher ideologischen Antrieb als materiellen hat.
    Jemand der sich in Deutschland für die Grünen engagiert wird dies sehr wahrscheinlich aus ökologischen Beweggründen tun. Wobei eine Mischung aus Motiven (z.B. Wunsch nach Berühmtheit) und Korrumpierung im Laufe des Lebens dazu kommen kann.
    In Nordkorea kommt dazu, daß das „Wertesystem“ grundsätzlich ein anderes ist als in kapitalistischen Gesellschaften. Wenn man Werte, mit denen die Mehrheit in Deutschland von klein an aufgewachsen ist (einige Subkulturen ausgenommen) als Basis für die Beurteilung Nordkoreas nimmt, kann man sehr leicht zu falschen Schlüssen kommen.
    Von der ersten Generation von Revolutionären kann man sicher ausschließen, daß sie ihre Motivation aus materiellen Privilegien bekamen. Wie es jetzt 50 Jahre weiter aussieht, ist gleichzeitig wichtig und spannend.

    „In jemand hineinsehen“ kann man natürlich nirgends, weder in Nordkorea noch in einem sonstigen Land.

    • Also man hört auf jeden Fall, dass es sich die oberen 10.000 recht gut gehen lassen. Das heißt sie sind korrupt, denn sie wissen, dass es vielen nicht so gut geht, was wohl gegen Grundsätze ihres Wertesystems verstößt. Aber das reicht nicht.
      Lustigerweise habe ich mir kürzlich über etwas ganz ähnliches Gedanken gemacht. Nämlich was die Motivation Kim Jong Uns ist. Ich glaube ich würde mich lieber in ein Schwert stürzen als an seiner Stelle zu sein. Bei denen die schon länger dabei sind dürfte eine große Motivation sein, dass sie einfach weiter machen müssen. Wenn das System kollabiert laufen sie große Gefahr entweder sofort gelyncht (von wem auch immer, feindlichen Faktionen, Volk) zu werden, oder in einem Gefängnis des Südens zu verschimmeln. Auf jeden Fall eine schlechte Option. Kim Jong Il kann nicht anders. Aber Kim Jong Un. Der hat bisher noch keinen (bekannten) Dreck am Stecken. Wenn er ein paar Jahre dabei ist, steckt er in derselben Situation wie sein Vater (und der Papst). Er muss den Job machen bis er stirbt. Keine schönen Aussichten, vor allem wenn man mal bedenkt, dass man hier in Kims zustand wohl ein Dauergast in irgendwelchen Kliniken und Kureinrichtungen wäre. Und er ist Dauergast in Militäreinheiten und Fabriken. Und das wird sich mit ziemlicher Sicherheit auch nicht ändern, bis er stirbt. Viel hat er jedenfalls nicht von seinen angeblichen Milliarden in der Schweiz und Luxemburg.
      Aber ich würde auch mal gerne wissen, was die Eliten des Landes antreibt. Vielleicht flieht ja mal irgendwann nochmal einer und sagt es?

  2. Choe Ryong-Hae ist „revolutionär erblich vorbelastet.“

    Choe Ryong-Hae’s Vater, Choe Hyon, war ein prominenter Mitstreiter Kim Il Sungs, dem in Kim Il Sung’s Memoiren „With the Century“ ein ausführliches Kapitel gewidmet wurde: siehe
    http://www.uriminzokkiri.com/Newspaper/English/Books/Segi/Segi4/Html/33.htm

    Im vorletzten Absatz dieses verlinkten Kapitels wird Choe Ryong-Hae („der Sohn von Choe Hyon“) als Leiter der Sozialistischen Jugendliga Nordkoreas und als Organisator der 13, Pyongyanger Jugendweltspiele gelobt.

    • Ja, der Choe Ryong-hae ist schon lange dabei und scheint auch tatsächlich in der gleichen Wohnumgebung wie Kim Jong Il aufgewachsen zu sein, was ja schon heißt, dass seine Eltern/Vater was besonderes gewesen sein mussten. Zu ihm gab es auch noch diesen echt interessanten Artikel in der Asia Times mal abgesehen davon, dass der Autor ziemlich viele Zeilen auf einen zotige Anekdote verschwendet. Aber der ist definitiv ein interessanter Kerl. Aber wie immer weiß man nicht, was er in den sieben Jahren seiner Abwesenheit gemacht hat (Wirklich verbannt oder Sonderauftrag oder Krank, was auch immer), was ich nur zu gerne wüsste.

      • Ein wenig über die Tätigkeit Choe Ryong-Hae’s in der Zeitr von 1998 bis 2006 erfährt man (leider nur auf koreanisch?) aus der Chosun Ilbo:

        http://news.chosun.com/site/data/html_dir/2010/10/17/2010101700025.html

        In der Mitte des langen Artikels steht da in etwa:

        „Von 1986 bis 19998 war Choe Ryong-Hae der Chef der Sozialistischen Kim Il Sung Jugendliga, wobei er eine Organisation von ca. 5 Mio. Mitgliedern leitete. Zur gleichen Zeit war Jang Song-Thaek in der Partei für die Jugendarbeit zuständig …
        1998 wurde Choe seines Postens enthoben. Während andere Parteigranden hingerichtet wurden, kam Choe Ryong-Hae vergleichsweise glimpflich davon: er erhielt einen niederen Posten in der Stadtparteiorganisation von Pyongyang.
        Im August 2003 wurde er schon wieder Vizedirektor einer Abteilung (welcher steht nicht in dem Artikel !) im Generalsekretariat der PdAK !
        Als 2004 Jang Song-Thaek Probleme bekam, verlor auch Choe seinen erst vor kurzem angetretenen Posten wieder. Von da an galt Choe als Gefolgsmann Jang Song Thaek’s.
        Nachdem Jang Song Thaek schnell wieder erstarkte und Chef der Parteiadministration wurde, konnten kurz darauf (im März 2005!)Informationen über die Ernennung Choe Royong-Hae’s zum Parteisekretär der Provinz Nord-Hwanghae erhalten werden …“

        Leider ist das nur sehr dürftig und kommt aus einer südkoreanischen Quelle, aber annäherungsweise wird es schon stimmen …

        • Vielen Dank für die Übersetzung der Hintergrundinfo. Das mit Jang Song-thaek hatte ich noch nirgends gelesen, aber erklärt, dass Choe so lange weg war.
          Da hat Jang aber echt eine große Gefolgsmannschaft in die Spitze gebracht!
          Hier gibts noch mehr Hintergrundinfos zu einigen der im Artikel gennanten: Ri Yong-ho (ähnliche biographische Hintergründe wie Choe, Kind von Mitstreitern Kim Il Sungs), Pak Do-chun und Mun Kyong-dok.

      • Über Jang Song-Thaek steht bei nkleadeshipwatch: „… In 1982, he (Jang) became a manager in the KWP’s Youth Labor Brigades, “ und erst 1995 wechselte er nach der gleichen Quelle ins OGD der Partei.
        Da hatten also Jang S.Th. und Choe R.H.genügend Zeit für gemeinsame Aktivitäten.

        Über den jüngsten der Rising Stars – Mun Kyong-Dok (53) schreibt, die „Chosun Ilbo“, dass auch dieser früher für längere Zeit Posten bei der Sozialistischen Jugendliga hatte, worauf die Chosun Ilbo zum Schluß kam, dass eventuell die Seilschaft aus der Sozilistischen Jugendliga in Zukunft ein gewichtiges Wort bei der Gestaltung des Landes mitzureden haben könnte.

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