Neue Sanktionen der USA gegen zwei nordkoreanische Unternehmen: Hintergründe

Gestern haben die USA bekanntgegeben, dass die bestehenden Sanktionen auf zwei weitere nordkoreanische Unternehmen ausgeweitet würden. Betroffen davon sind die Korea Daesong General Trading Corporation (a.k.a. Daesong Trading; a.k.a. Daesong Trading Company; a.k.a. Korea Daesong Trading Corporation; a.k.a. Korea Daesong Trading Corporation) und die Korea Daesong Bank (a.k.a. Choson Taesong Unhaeng; a.k.a. Taesong Bank), die mit dem ominösen „Büro 39“ in Verbindung gebracht werden, das einen beträchtlichen Teil der illegalen Aktivitäten des Regimes zu betreiben scheint. Wenn ihr mal alle Gerüchte, die es über das Büro 39 gibt in einer Monographie akkumuliert sehen wollt, kann ich euch nur das hier empfehlen. Wenn ihr wissen wollt was das Büro wirklich macht, bringt euch das wohl nicht so viel. Ich habs nur überflogen, aber dem vernünftigen Menschenverstand ist beispielsweise wohl kaum zugänglich, wieso das Regime in Pjöngjang Rebellen in Myanmar Waffen liefern sollte. Wenn dem so wäre, wären die Beziehungen mit den Generälen in Naypyidaw wohl kaum so gut. Aber naja, wenn die Autoren meinen, dass es der Welt und ihrer Regierung weiterhilft alle Gerüchte als Tatsachen darzustellen sollen sie das so machen. Und wenn man Kurzweil sucht ist das bestimmt auch lesenswert. Wie gesagt, über das was das Büro so alles treibt weiß man nicht so gut Bescheid. Aber dass es Devisen für das Regime besorgt und dabei nicht nur legale Mittel nutzt kann wohl als erwiesen gelten. Und aus genau diesen Gründen hat das US Department of the Treasury die beiden der schon recht beträchtlichen Liste von Sanktionierten Individuen und Unternehmen hinzugefügt. Wie groß die Auswirkungen der Maßnahmen sein werden wird sich wohl nur schwer messen lassen, allerdings entgeht Pjöngjang solchen Maßnahmen oft, indem alte Unternehmen umbenannt werden, oder Neue, unverdächtige (soweit das im Falle Nordkoreas überhaupt möglich ist) Firmen die Geschäfte weiterführen. Naja, auf jeden Fall werden sich die Deutsche Bank und andere nicht identifizierte Banken mit Sitz in Frankfurt beeilen, die bestehenden Geschäftsbeziehungen zu kappen. Man will ja nicht die US Treasury verärgern…

Bleibt nur noch die Frage, wie das Treasury rausfinden konnte, dass die Unternehmen mit dem Büro 39, das ja schon länger das Ziel von US Sanktionen ist, zusammenhängen? Geheimdienstarbeit? Vielleicht. Vielleicht hat man aber auch einfach gegoogelt. Die Tatsache, dass die Korea Daesong Bank dem Büro 39 untersteht, ist hier schließlich schon seit drei Jahren nachzulesen. Aber natürlich möchte ich den US Behörden nicht unterstellen, sie würden ihre Sanktionsziele via Google suchen, nur weil sie das im Fall der UN Sanktionen gegen den Iran so gemacht haben. Aber sei‘s drum. Hauptsache man hat ein Zeichen gesetzt…

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