Nordkoreas Außenminister Pak Ui-chun besucht Moskau

Nordkoreas Außenminister Pak Ui-chun ist heute zu einer Reise nach Moskau aufgebrochen. Dort soll er unter anderem mit dem russischen Außenminister Lawrow zusammentreffen. Bei dem Besuch, der einer russischen Einladung folgt, sollen Themen wie die bilateralen Beziehungen beider Staaten, wichtige internationale Fragen und die Unterzeichnung eines Abkommens um den Austausch zwischen den Außenministerien in den Jahren 2012 bis 2015, auf der Agenda stehen. Pak möchte vor allem den wirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten große Aufmerksamkeit schenken. Es gäbe zwar bereits erfolgreiche Kooperationen im Bausektor, in der Fischerei und Landwirtschaft sowie der Holzproduktion, aber die gemeinsame Agenda beinhalte auch einige vielversprechende wirtschaftliche Großprojekte, sagte Pak in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Interfax.

Unter dem Oberpunkt „wichtige internationale Themen“ dürfte wohl auch über die jüngsten Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel diskutiert werden. Auf die Möglichkeit von neuen Verhandlungen angesprochen sagte Pak zwar nur:

We think that it is necessary to take the right approach toward today’s acute military-political situation on the Korean peninsula.

Da scheint eine endgültige Entscheidung der Führung wohl noch auszustehend. Nach einer Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche gefragt äußerte er sich aber positiv und gab die Schuld dafür, dass dies noch nicht passiert sei (welche Überraschung) den USA:

Even amid the present-day atmosphere of extremely escalated tensions on the Korean peninsula, we would like to express our support for the resumption of the six-sided negotiating process based on the principles of respect for sovereignty and equality, as well as the “action-for-action” principle, envisioned in the joint statement dated September 19. We also came up with an initiative to conclude a peace treaty in order to establish a peace support system on the Korean peninsula.

Nevertheless, the U.S. is opposed to the resumption of this dialogue, having chosen to keep silent on our peace treaty proposal and to strengthen its policy to strangle and isolate the DPRK.

Vielleicht wird Lawrow versuchen, Pak den Wert von Gesprächen über die jüngsten Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel näher zu bringen, denn Russland unterstützt die Initiative Chinas, die Spannungen im Rahmen eines Treffens der Teilnehmer der Sechs-Parteien-Gespräche zu besprechen. Redebedarf könnte Pak hinsichtlich der anfänglich scharfen Kritik Lawrows an dem Artillerieangriff Nordkoreas auf die Insel Yonpyong verspüren. Allerdings kann es auch sein, dass man sich in Nordkorea mit dem Einschwenken Russlands auf die chinesische Linie zufrieden gibt und das Thema um des lieben Friedens willen unter den Tisch fallen lässt. Große Neuigkeiten sind von der Reise wohl eher nicht zu erwarten. Russland wird weiterhin bemüht bleiben, eine vorsichtige Distanz (mit leicht eingestreutem Wohlwollen) gegenüber dem schwer berechenbaren Nachbarn zu wahren, mehr wird es wohl nicht geben.

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