UPDATE: Richardson in Pjöngjang: Chancen für Entspannung?

Update (22.12.2010): Wolf Blitzer hat einen kurzen Bericht über die Reise geschrieben, in dem er eher seine persönlichen Eindrücke und Wahrnehmungen schildert. Also eher einen Reisebericht. Er ist sehr schön zu lesen und zeigt (auch mit Hilfe von ein paar sehr guten Fotos) eher die menschliche Seite jenseits der „harten Fakten“. Ich war erstaunt zu lesen, dass Richardsons Gruppe neben den vielen Gesprächen scheinbar tatsächlich einen Großteil des Standard-Besuchsprogramms absolvieren musste. Ich glaube das war ganzschön anstrengend…

Ursprünglicher Beitrag (17.12.2010): Gestern Nachmittag ist Bill Richardson, der Gouverneur New Mexicos, für seinen vielbeachteten Besuch in Pjöngjang eingetroffen. Über die Reise berichteten nicht nur KCNA (vorerst sehr knapp) und Xinhua (mit kleiner Bildstrecke), Richardson hat auch einen eigenen kleinen Pressetross dabei. Quasi embedded (wo kann man das wohl besser sagen als im Fall Nordkoreas, wo die Journalisten ständig mindestens einen einheimischen Begleiter haben dürften) sind eine Mitarbeiterin der New York Times und Wolf Blitzer, einer der Ankerleute von CNN.

Und Blitzer hatte schon einiges zu Berichten. In einem gut zehn Minütigen Anruf aus Pjöngjang beschrieb er unter anderem, was auf Richardsonns Programm steht: Heute ein Treffen mit dem jüngst beförderten stellvertretenden Außenminister Ri Yong-ho (nicht zu verwechseln mit dem ungleich wichtigeren gleichnamigen Generalstabschef), morgen mit Kim Kye-gwan, dem ebenfalls jüngst aufgestiegenen ersten stellvertretenden Außenminister, der Richardson auch eingeladen hatte. Was sich Richardson zum Ziel gesetzt habe: Unter anderem die eine oder andere Nuklearanlage anzuschauen, zumindest die in Yongbyon, aber vielleicht auch andere (bisher unbekannte?). Wie Richardson die Situation einschätze: Die schlimmsten Spannungen, die er bisher beobachtet habe. Naja, auf jeden Fall erfährt man hier einiges mehr über die Reise Richardsons, als es bisher zu lesen gab.

Heute hat Blitzer dann nochmal kurz angerufen und erzählt, wie die Reise bisher gelaufen ist. Bei dem Gespräch mit Ri Yong-ho habe man die Ausgangspositionen beider Seiten ausgetauscht. Richardson habe seine Besorgnis über die jüngsten Zwischenfälle und die nuklearen Entwicklungen zu Protokoll gegeben und die Nordkoreaner hätten sich über die Militärmanöver beklagt. Generell habe Richardson aber das Gefühl, dass die Nordkoreaner die Situation etwas entspannen möchten, was ja schonmal ein gutes Zeichen wäre. Mehr dürfte es dann morgen geben, wenn er mit Kim Kye-gwan gesprochen hat. Am Sonntag könnte man dann ja ein kleines Sightseeing in Yongbyon folgen lassen. Man wird sehen und dank CNN auch hören.

Ob man sich ernsthafte Verbesserungen von der Reise versprechen kann? Das ist auf jeden Fall eine gute Frage und wahrscheinlich weiß das niemand so genau, aber immerhin ist sie sowas wie ein Hoffnungsschimmer. Schließlich vertraut man Richardson in Pjöngjang einigermaßen und bei den Demokraten in Washington ist er auch nicht schlecht vernetzt. Besser als nichts ist die Reise also allemal. Wie viel besser werden wir wohl in den nächsten Tagen sehen.

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