Das Eis ist gebrochen: Ausstellung nordkoreanischer Gegenwartskunst in Moskau

Scheinbar hat die umstrittene Ausstellung nordkoreanischer Kunst im Wiener MAK, die den Titel „Blumen für Kim Il Sung“ trug, Schule gemacht. Wie ich eben gelesen habe, findet zurzeit eine Ausstellung in der Moskauer Kunstgallerie WINZAVOD – Moscow Centre for Contemporary art statt. In der mit „And Water Flows Beneath the Ice“ betitelten Ausstellung wird noch bis zum 30. Januar in Kooperation mit dem Mansudae Art Studio, das auch in Wien der Partner war, nordkoreanische Gegenwartskunst gezeigt. Allerdings versuchen die Veranstalter anders als in Wien politische und ideologische Inhalte ganz aus dem Programm herauszuhalten. Wie das gehen soll ist mir zwar ein Rätsel (denn würde man diese Prämisse ernstnehmen, wären die Ausstellungsräume wohl sehr, sehr leer), aber vermutlich versteht man darunter, dass weder Kim Jong Il oder sein Vater, noch andere direkten politischen Symbole abgebildet werden. Die nordkoreanische Seite scheint mit den Erfahrungen, die sie in Wien gemacht hat zufrieden gewesen zu sein, denn nach Angaben der Veranstalter, lief die Vorbereitung der Veranstaltung problemlos und es wurden von den nordkoreanischen Partnern keine besonderen Bedingungen gestellt.

Das Zustandekommen dieser Ausstellung zeigt, dass „Flowers for Kim Il Sung“ tatsächlich wie eine Art Eisbrecher gewirkt hat. Die Reserviertheit Nordkoreas gegenüber der Außenwelt wurde zumindest im kulturellen Bereich ein Stückweit aufgehoben und hier scheinen nun vermehrte Kontakte möglich. Retrospektiv kann man damit sagen, dass die Wiener Ausstellung schon allein deshalb als Erfolg zu werten ist, weil sie mithalf, Nordkoreas etwas mehr aus seiner Isolation zu lösen. So wie es aussieht, dürfte in Zukunft öfter mal die Möglichkeit geboten sein, irgendwo auf der Welt nordkoreanische Gegenwartskunst zu betrachten. Die Breche ist geschlagen und für diejenigen, die es versuchen wollen dürften vermutlich weit weniger Anstrengungen nötig sein, als für die Organisatoren der Wiener Ausstellung.

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