UPDATE: Beginnt Rason zu brummen? Große chinesische Investition in der Sonderwirtschaftszone

Update (12.01.2011): Adam Cathcart von Sinologistical Violoncellist hat sich auch mit dem Thema befasst. Unter anderem hat er einen Link zu der Firmenhomepage von Shangdi guan quan Investment Co., Ltd. gesetzt (ich hatte da nichts gefunden). Wer sich also ein bisschen näher informieren will, kann sich das anschauen. Wie so oft sieht das Ganze allerdings auf den ersten Blick informativer aus, als es im Endeffekt ist (viele Kategorien müssen noch gefüllt werden). Nichtsdestotrotz kann man sich einen guten Eindruck bilden und wahrscheinlich gibts für chinesisch-sprechende Menschen auch noch mehr zu lesen.

Ursprünglicher Beitrag (07.01.2011): Wie die JoongAng Daily berichtet, plant ein chinesischer Staatskonzern Investitionen in einer Gesamtsumme von etwa 2 Milliarden US-Dollar in der Sonderwirtschaftszone Rajin-Songbon (Rason (hier ein Google Maps Bild der Hafenanlagen von North Korean Economy Watch)). Mit dem Geld soll vor allem die Infrastruktur, also Straßen, Piers und Bahnschienen modernisiert, Kohlekraftwerke errichtet und eine Ölraffinerie gebaut werden. Die Shangdi Guanqun Investment Co., Ltd. habe ein zehn Punkte beinhaltendes Memorandum of understanding mit der (oder wohl eher „einer“, ich konnte das als Namen einer nordkoreanischen Körperschaft nämlich ansonsten nicht finden) nordkoreanischen Investment and Development Group unterzeichnet, die für die Entwicklung von Nordkoreas Sonderwirtschaftszonen in Rason, Sinuiju, Kaesong und am Kumgangsan verantwortlich sei. In dem Dokument sei zu lesen, dass das Gemeinsame Projekt auf dem gegenseitigen Vertrauen hochrangiger Personen auf beiden Seite beruhe, was möglicherweise darauf hinweist, dass der Deal bereits auf einer von Kim Jong Ils Reisen nach China im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Die staatliche chinesische Handelsfirma, die auf Ölverarbeitung, Rohstoffe und internationale Finanzgeschäfte spezialisiert ist, spielt im neuen fünf-Jahres-Plan Chinas eine bedeutende Rolle. Das Herzstück der Investition wird wohl die Ölraffinerie sein. In ihr soll Öl aus dem Mittleren Osten und Russland weiterverarbeitet und nach China oder in andere Länder verkauft werden.

Schon die geplanten zwei Milliarden US-Dollar sind für Nordkoreas Verhältnisse kein Pappenstiel und auch, dass eine moderne Anlage zur Verarbeitung von Rohöl auf nordkoreanischen Boden kommt dürfte die Führung des von permanentem Kraftstoffmangel geplagten Landes freuen (vielleicht wird die Pacht etc. ja in Naturalien entrichtet?). Aber vor allem dass China hier kein unwichtiges Pferd ins Rennen schickt, sonder eines, das für die strategische Planung des Landes von Bedeutung ist, öffnet meiner Meinung nach Raum für Interpretationen. Einerseits ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass man für die nächsten Jahre mit einem stabilen Nordkorea plant, denn sonst hätte man den Job auch einem weniger wichtigen Unternehmen geben können. Andererseits scheint es China mit der Entwicklung seiner noch etwas rückständigen Provinzen im Nordosten ernst zu sein. Hierzu scheint man Nordkorea als Brücke zum Pazifik nutzen zu wollen (Ist ja auch eine recht naheliegende Idee). Für Nordkorea wiederum verbessern sich die Perspektiven, tatsächlich eine Entwicklung der Sonderwirtschaftszone Rason in Gang zu bringen. Denn wenn Infrastruktur und Elektrizität dort zuverlässig arbeiten und Treibstoff verfügbar ist, bessern sich die Chancen deutlich, dass sich weitere Firmen dort ansiedeln. Allerdings bleibt zu beobachten, ob die Investitionen auch tatsächlich realisiert werden. Denn hochfliegende Pläne hatte das Regime in Pjöngjang mit seinen Sonderwirtschaftszonen schon öfter.

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