Kims Regime wird grün: Einstieg in den Emissionshandel der UN geplant

Update (11.03.2011): Die Hanns Seidel Stiftung hat nun auch selbst etwas zu dem Thema geschrieben. In dem Text wird genau erklärt, was ihr Part dabei ist und warum das Projekt unterstützenswert ist.

Ursprünglicher Beitrag (03.03.2011): Der Handel mit CO2-Emissionszertifikaten ist ein innovatives Werkzeug, das Anreize setzt den Ausstoß des Klimagefährdenden Stoffes zu senken. Da Nordkorea sich in der letzten Zeit ja auch zunehmend öffentlich über den Klimawandel sorgt (was die wahren Motive dafür sind, sei mal dahingestellt) ist es nur folgerichtig, dass man sich in Pjöngjang entschieden hat, in den Handel mit Emissionszertifikaten einzusteigen. Ein positiver Nebeneffekt: So kann man zusätzliche Einnahmen erzielen. Da man ohnehin einen bedeutenden Teil seiner Energie aus Wasserkraft gewinnt, muss man sich auch nicht groß verbiegen, um die Energie auf umweltfreundliche Art und Weise zu gewinnen. Was den Behörden schon ein bisschen saurer aufstoßen könnte ist die Tatsache, dass man sich um am Emissionshandel teilnehmen zu können beim „Clean Development Mechanism“ (CDM) der Vereinten Nationen registrieren muss und dass dazu ein Mindestmaß an Transparenz vonnöten ist. Scheinbar langt dem Regime aber die Aussicht, jährlich etwa eine Million Dollar zusätzlich einnehmen zu können (also kann das mit den Daten nicht so schlimm sein, weil das ist ja jetzt nicht unglaublich viel).

Beratend zur Seite steht den nordkoreanischen Behörden die CSU nahe Hanns Seidel Stiftung, die auch noch im Rahmen einiger weiterer Projekte mit Pjöngjang zusammenarbeitet. Unter anderem ist die Stiftung in einem EU-Projekt zur Handelsförderung aktiv und fördert ein Projekt zu nachhaltigem Forstmanagement (ein sehr wichtiges Thema, um langfristig die Schwierigkeiten mit Überflutungen und im Agrarbereich mildern zu können). Ich finde es gut und ehrbar, dass deutsche Stiftungen auf dem Wege Kontakte nach Pjöngjang knüpfen und helfen, das Land in internationale Strukturen einzubinden.

Außerdem bewahrt man Nordkorea vielleicht ja auch vor weiteren eher illegalen Eskapaden: Man stelle sich nur mal vor, die Hanns Seidel Stiftung würde nicht beratend unterstützen und Pjöngjang würde spitzkriegen, dass in Europa einige Schlauberger auf ganz andere Art mit dem Emissionshandel Geld verdienen. Ruckzuck hätte man seine Superhacker auf die Sache angesetzt und würde in Geld und Emissionszertifikaten schwimmen…

Eine Antwort

  1. ein lesenswerter Kommentar bei nkeconwatch zum gleichen Thema

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