CRS-Paper zu NGO Aktivitäten in Nordkorea

Ich hatte eigentlich schon länger mal vorgehabt, euch auf eine Arbeit des Congressional Research Service des US Kongresses aufmerksam zu machen. In dem Paper „Non-Governmental Organizations’ Activities in North Korea“ haben Mi Ae Talor und Mark E. Manyin relativ umfassend die aktuellen Aktivitäten von NGOs in und um Nordkorea zusammengetragen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Dilemma von NGO Aktivitäten in Nordkorea, also der Frage, ob man den Menschen im Land helfen kann, ohne das Regime zu stützen, wird auf die Aktivitäten in konkreten Feldern eingegangen. Oberthemen sind humanitäre- und Entwicklungshilfen, Maßnahmen zum „Capacity Building“ (also der Aus- und Weiterbildung in verschiedenen Bereichen), Track II Diplomatie und den aufklärerischen Aktivitäten durch Radiosendungen nach Nordkorea.

Soweit ich das überschaue ist das Paper ziemlich umfassend. Unter anderem wird auch auf die PUST, aber auch auf die Aktivitäten der der deutschen Friedrich Naumann und Hanns Seidel Stiftungen eingegangen. Wenn man einen aktuellen Überblick über nichtstaatliche und nichtkommerzielle Aktivitäten in Nordkorea gewinnen möchte, dann bildet das elfseitige Papier einen guten Anlaufpunkt.

3 Antworten

  1. Unwahr ! selbst unter den besten Bedingungen kann Nordkorea nur 2 Drittel der eigenen Bevölkerung ernähren – das Land ist zu gebirgig, es fehlt genügende Ackerfläche

  2. „Capacity Building“ bzw. dessen „Nebeneffekt“, mit dem Mittelbau der Nomenklatura in Kontakt zu treten, halte ich für eine der vielversprechendsten Wege von „Zusammenarbeit“ mit Nordkorea.

    In der nächsten Ausgabe vom KOREA FORUM gibt es ein längeres Interview mit Gerhard Uhrmacher, Projektmanager der Welthungerhilfe in Nordkorea zu deren Arbeit. Erscheint im Juni.

    • Überlegenswert finde ich die Gedanken besonders im 4. Absatz des verlinkten Artikels bei 38North:

      http://38north.org/2011/03/rethinking-economic-engagement-with-north-korea/

      Die Welthungerhilfe sagt, Nordkorea könne auf seinem eigenem Territorium genügend Lebensmittel produzieren um seine eigene Bevölkerung zu ernähren, allerdings stehen dem momentan eine Mißwirtschaft bei der Produktion, Lagerung und Verteilung entgegen.

      Der Artikel in 38North kritisiert UNO-NGOs, Südkorea und die USA, weil deren Lebenmittelhilfen das Regime Nordkoreas bestärken, die Ineffizienz des nordkoreanischen Wirtschaftssystem fortführen und die Abhängigkeit von den Geberländern erhöhen (vielleicht ist das so gewollt).

      Als Gegenbeispiel wird China angeführt: (4. Absatz des Artikels). Chinesisch-nordkoreaniche Wirtsschaftskooperation können das nordkoreanische Wirtschaftssystem effizienter machen.

      Was macht die EU: die fördert großzügig Lebensmittelhilfen (u.a. via NGOs) nach Nordkorea, blockiert aber wirtschaftliche Förderung
      Beispiel: Sangwon Cement, ein großes Zementwerk nahe Pyongyang, in den 80er jahren von KHD Humboldt Wedag errichtet, nun im Mehrheitsbesitz des französischen Konzerns Lafarge, benötigt Ersatzteile; Sangwon cement bestellte diese Teile bei KHD, aber die EU verbot die Lieferung, weil die Eisenteile laut UNO-Embargo – einmal in Nordkorea angekommen – als sicherheitsgefährdend für den Rest der Welt eingestuft werden können!
      Sieht so Hilfe zur Selbsthilfe aus?

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