Neuer Anlauf an der SWZ Front: „Hwanggumphyong and Wihwa Islands Economic Zone“ startet

Update (08.06.2011): Offenbar hat die Eröffnungszeremonie für das Projekt tatsächlich heute stattgefunden. Um die tausend Menschen aus Nordkorea und China kamen zu diesem Ereignis zusammen, darunter Kim Jong Ils Schwager (und berühmt berüchtigter Strippenzieher) Jang Song-thaek und Chinas Handelsminister Chen Deming. Weitere Details wurden bisher nicht bekannt.

Ursprünglicher Beitrag (07.06.2011): Lange war schon erwartet worden, dass Pjöngjang seine Sonderwirtschaftszonen-Projekte an der chinesischen Grenze vorantreiben würde und gestern gab KCNA bekannt, dass nach einem Beschluss des Präsidiums der Obersten Volksversammlung die „Hwanggumphyong and Wihwa Islands Economic Zone“ geschaffen worden sei, um so die chinesisch-nordkoreanischen Beziehungen zu stärken und die wirtschaftlichen Außenbeziehungen auszudehnen und zu entwickeln. Die Zone soll unter nordkoreanische Souveränität fallen und ihre Entwicklung soll im Hwanggumphyong Distrikt beginnen. Zu der neuen Zone sollen „Hwanggumphyong-ri, Sindo County, Sangdan-ri, Hadan-ri and Taji-ri, Sinuiju City and Soho-ri, Uiju County of North Phyongan Province“ gehören. Leider habe ich keine Karte gefunden, auf der die Region so detailliert verzeichnet ist, aber es sind eben diese beiden Inseln, die im Grenzfluss Tumen zwischen den Städten Dandong in China und Sinuiju in Nordkorea liegen, wobei ich ehrlich gesagt nicht genau weiß, wo Wihwa liegt. Hwanggumphyong hat NK Economy Watch hier gut kartiert. In dem zugehörigen Artikel könnt ihr auch einen recht guten Überblick um die Bemühungen Nordkoreas um die Sinuiju SWZ seit 2002 gewinnen.

Das dieses Projekt genauso versanden wird wie der Versuch aus dem Jahr 2002, Sinuiju als Sonderwirtschaftszone zu etablieren ist meiner Meinung nach zu bezweifeln. Es scheint schon vorher Investitionen auch von chinesischer Seite gegeben zu haben, so dass China vermutlich dieses Mal mehr im Boot sitzt, als bei dem gescheiterten Versuch. Auf Kim Jong Ils China Reise vor zwei Wochen hat man wohl auch darüber gesprochen und wenn die Zahlen des Chosun Ilbo über eine Verdopplung des Handels zwischen China und Nordkorea gegenüber dem ersten Vorjahresquartal stimmen, dann steigen wohl auch die chinesischen Interessen in Nordkorea und für die ausgeführten Rohstoffe wird man wohl etwas als Gegenleistung bringen müssen.

Vermutlich wird es auch nicht mehr lange dauern (vermutlich sogar nur bis übermorgen), bis die Entwicklung der SWZ in Rason offiziell gemacht wird. Auch hier investiert China scheinbar groß in die Infrastruktur, denn langfristig könnte dieser Hafen als Seeanschuss für die nordöstlichen Binnenregionen und die in Nordkorea ausgebeuteten Rohstoffe dienen, die auf diesem Weg viel schneller auf die Weltmärkte oder in die boomenden chinesischen Küstenregionen gebracht werden können.

Wie sich diese Projekte weiterentwickeln muss die Zeit zeigen, aber es würde mich überraschen, wenn sie genauso versanden würden, wie ihre Vorgänger. Man kann mittlerweile auf langjährige Erfahrungen in Kaesong zurückgreifen und hat hier vermutlich noch Partner, die bereitwilliger auf Sicherheitsbedenken und ähnliches eingehen. Sollte es nicht zu größeren externen Brüchen kommen, wird zumindest das Projekt in Rason ein Teilerfolg werden, aber auch die Insel Hwanggumphyong dürfte sich gut für industrielle Expansion aus Dandog heraus eignen, da sie näher an dieser Stadt, als am nordkoreanischen Sinujiu liegt.

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