Vereint im Fußball: Beim FC Basel spielen Süd- und Nordkoreaner zusammen

Passend zur Frauen-Fußball WM habe ich eben eine interessante Meldung rund um die schönste Nebensache der Welt gelesen. Keine Angst, ich werde nichts von Blitzschlägen und ähnlichem schreiben, die ursächlich für die 2:0 Niederlage des nordkoreanischen Frauenteams gegen die USA war. Ich will mich stattdessen den Herren widmen. Wie ja im letzten Jahr im Zuge der Herren WM bekannt wurde, hält der Schweizer Karl Messerli viele oder alle Transferrechte nordkoreanischer Spieler für Westeuropa und soll (und will) sie dementsprechend auch vermitteln. Im letzten Jahr ist ihm das auch mit zumindest zwei Kickern gelungen, die beim schweizerischen Zweitligisten FC Wil spielten. Einer der beiden, Pak Kwang-ryong, wechselt nun zum FC Basel, dem aktuellen Schweizer Meister, der auch Chancen auf die Champions League-Teilnahme hat. Die ersten Gehversuche des Stürmers, der bis 2016 unter Vertrag steht scheinen recht erfolgreich gewesen zu sein.

Damit ist nach Jong Tae-se ein weiterer Nordkoreaner oben im europäischen Profifußball angekommen (natürlich ist Schweizer Meister wohl noch etwas besser, als dritter der zweiten Bundesliga). Allerdings ist Pak anders als Jong ein „echter“ Nordkoreaner, der auch dort geboren wurde. Da stellt sich für mich natürlich die Frage, wie das „organisatorisch“ geregelt wird, denn vor einer Verseuchung vor fremdem Gedankengut wird man den Spieler wohl kaum schützen können. Vor allen Dingen nicht, da zu dieser Saison ein weiterer koreanisch sprechender Spieler zum FC Basel wechselte. Der südkoreanische Nationalspieler Park Joo-ho. Dass die Zusammenarbeit  im Fußball ganz gut klappen kann belegten beide auch gleich, als Park eine maßgeschneiderte Flanke für ein Tor Paks servierte. Und wenn man auf dem Feld so gut zusammenspielt, wird man sich wohl auch neben dem Platz mal unterhalten. Ob das Paks ideologische Reinheit unbeschädigt lassen wird? Könnte sowas wie ein erster winziger Schritt zu so etwas wie „Fußball-Diplomatie“ sein. Natürlich weiß ich nicht, ob Pak irgendwelche Sonderregeln einhalten muss, aber bei einem professionellen Erstligaclub dürfte eine permanente Abschirmung des Kickers unmöglich sein. Das dürfte auch den verantwortlichen Nordkoreanern bewusst sein.

Ich denke, dass man das las ein (weiteres) Signal einer sehr vorsichtigen Öffnung des Landes sehen kann. Weitere Beispiele sind die Aktivitäten im Bereich Medien und Internet (Es sieht so aus, als hätten KCNA und AP jüngst etwas vereinbart) sowie die Ausweitung des Liniennetzes der Staatsfluginie Air Koryo (auch hier hat sich seit meinem letzten Bericht ja noch einiges getan (Kuwait und Shanghai). Das wird vermutlich sehr, sehr langsam und vorsichtig (Kims Regime will ja überleben und weiß daher, dass überstürztes Handeln selbstmörderisch ist) vonstattengehen und vielleicht auch mal Rückschläge erfahren, der strategische Wille scheint aber da zu sein.

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