Nordkoreanisches „Guerilla-Marketing“. Wie Kims Regime die Welt überzeugen will…

Ich befasse mich von Zeit zu Zeit ja ganz gerne mit Nordkoreas Öffentlichkeitsarbeit weil das oft gleichermaßen kurios und interessant ist. Daher fand ich es auch sehr spannend, als ich diesen Artikel auf „Korea Realtime“ gelesen habe. Darin geht es darum, wie es dem nordkoreanischen Propagandaparat gelingt, hier und da auf internationaler Ebene, auch mal gute Presse zu bekommen. Die einfache Lösung: Wenn niemand freiwillig was gutes schreiben will, dann schreibt man es halt selbst und bezahlt für die Publikation, zum Beispiel die in Bangladesch erscheinende „BLITZ“. In der Folge kann man dann über diesen Erfolg mächtig stolz sein und wiederum einen Bericht über den Bericht verfassen und den auf KCNA veröffentlichen. Wozu das genau gut sein soll? Ich weiß es nicht und wie groß genau die Zahl der philosophiebegeisterten Bangladeschis ist, die sich für Kim Jong Ils wegweisende Schrift: „On Some Questions in Understanding The Juche Philosophy“ von 1976 interessiert, die Vorgestern in BLITZ erschien, kann ich natürlich nicht sagen und warum es gerade Bangladesch ist, dass wo man für den Abdruck der nordkoreanischen Propaganda bezahlt, auch nicht. Interessant ist es aber allemal. Und die Freude bei KCNA über diesen großen (wenn auch vorhersehbaren) Erfolg hört sich auch echt an.

Jedenfalls erinnerte mich dieser Artikel dann an etwas, das ich vor längerem Mal in einem alten Spiegel gesehen hatte (also die Zeitschrift jetzt, nicht mein Gesicht verschwommen oder sowas…). Dort (Ausgabe vom 15.12.1969) ging es nämlich um eine Werbekampagne des nordkoreanischen Regimes (mittelbar), mit der eine Kim Il Sung Biografie unter anderem in der „New York Times“ und der „Times“ beworben wurde. Und nicht zuletzt auch in der FAZ.

Ganz unideologisch. Wenn sie bezahlten, durften sogar die Kommunisten in der FAZ werben.

Das hatte ich damals schon recht witzig gefunden (über die Medienlandschaft in Deutschland scheint man sich nicht so richtig informiert zu haben. Die potentielle Zielgruppe unter den FAZ-Lesern dürfte damals wie heute nicht sonderlich groß gewesen sein), aber irgendwie finde ich es noch lustiger, dass man gute alte Traditionen beibehält und nur etwas an die heutigen Begebenheiten anpasst (Vielleicht sollten die Propagandaleute mal beim „Express“ aus Köln nachfragen. Viel teurer als bei ner bangladeschischen Zeitschrift sollte es da auch nicht sein, nen Artikel unterzubringen…). Naja, vielleicht gucke ich mir in Zukunft doch mal die KCNA Berichte an, in denen steht, dass diese und jene Arbeit der Kims irgendwo veröffentlicht wurde. Vielleicht aber auch nicht…

Eine Antwort

  1. „Vielleicht sollten die Propagandaleute mal beim „Express“ aus Köln nachfragen. Viel teurer als bei ner bangladeschischen Zeitschrift sollte es da auch nicht sein, nen Artikel unterzubringen…“
    🙂

    Der war gut!

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