Fluthilfen für Nordkorea laufen an. Südkoreanische Regierung will Bedarf prüfen

Nach den schweren Überschwemmungen, die mehrere Provinzen Nordkoreas getroffen haben, beginnen die Hilfsmaßnahmen anzulaufen. Die Internationale Föderation vom Rotkreuz und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) hat aus einem Krisentopf rund 453.000 Schweizer Franken (zurzeit etwa 416.000 Euro) bereitgestellt um betroffenen Notfallpakete zur Verfügung zu stellen. Das südkoreanische Rote Kreuz hat nach Angaben von Yonhap darüber hinaus etwa 5 Mrd. Won (etwa 3.317.000 Euro) für Hilfsmaßnahmen bereitgestellt. Vom IFRC liegt ein erster Bericht über die Schäden im Land vor. Darin wird — anders als in der Berichterstattung von KCNA — gesagt, es habe keine Todesopfer gegeben. Allerdings stimmen die Zahlen der zerstörten Wohnhäuser und des überfluteten Ackerlandes mit den Angaben von KCNA weitgehend (die IFRC zählte sogar einige beschädigte Häuser mehr als KCNA) überein (allerdings sind die Angaben in  ihrer Gesamtheit wohl kaum zu überprüfen). Die Begutachtung der Lage vor Ort das IFRC (und in der Folge wohl auch das südkoreanische Rote Kreuz) also von der Notwendigkeit von Hilfsmaßahmen überzeugt.

Die von den Fluten betroffenen Regionen in Nordkorea (von der IFRC). Blau schraffiert: betroffene Provinzen, blau eingefärbt: betroffene Verwaltungsbezirke

Anders stellt sich die Lage bei der südkoreanischen Regierung dar. Hier will man erst noch einmal den wirklichen Schaden und den wirklichen Bedarf nachprüfen, bevor man über die Gewährung von Hilfen nachdenkt. Vielleicht könnte man sich dabei ja mit den Spaßvögeln aus den USA zusammentun, die jetzt schon seit über zwei Monaten in Washington die Ergebnisse ihrer Fakten-Findungs-Mission über das Ausmaß der Nahrungsmittelknappheit prüfen. Damit es nicht so langweilig wird können sie ja auch Bier und Gesellschaftsspiele mitnehmen und vielleicht auch n Snickers. Ihr wisst ja…

Auch das Regime in Pjöngjang hat Maßnahmen eingeleitet. Interessant ist dabei zu sehen, dass  scheinbar seinen (öffentlichen) Umgang mit solchen Katastrophen geändert hat. Gestern berichtete KCNA, dass Premier Choe Yong-rim in die Überschwemmungsgebiete in Süd Hwanghae gereist sei und dort ein Treffen über den Wiederaufbau der Region geleitet habe. Der Bericht passt zwar in das Muster der „Kummerkasten-Reisen“ Choes, ist jedoch trotzdem bemerkenswert. (Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, schonmal etwas über einen prompten Besuch eines nordkoreanischen Spitzengfunktionärs in einer Krisenregion in Nordkoreas Staatsmedien gesehen zu haben.) Sonst gibt es wohl eher ein paar ermutigende Worte und eine Grußkarte von Kim Jong Il, wogegen Choes Besuch wirkliche Aktivität des Regimes signalisiert.

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