Hilfe für die „Diaspora“: Nordkorea spendete Bücher nach Deutschland

Kürzlich bin ich bei KCNA zufällig auf einen irgendwie witzigen Artikel gestoßen (naja, ich gebs ja zu; Eigentlich stoße ich bei KCNA permanent auf irgendwie witzige Artikel, aber dieser war besonders irgendwie witzig…). Warum mir das Textzeilen Wert ist? Es hat auch noch eine Art Deutschlandbezug. Der Artikel, der am 30. Juli datiert, hat den Titel: „DPRK Books Donated to Germany“ und hat es allein damit geschafft, meine Aufmerksamkeit zu wecken, denn was bitte sollte Nordkorea zu Spenden haben, an dem es in Deutschland Bedarf gibt? Liest man dann den Artikel, sieht man klarer. Scheinbar gibt es in Deutschland Bedarf an reiner und glaubwürdiger ideologischer Stützung.

Natürlich ist es fraglich, ob die Lehren Kim Il Sungs und Kim Jong Ils wirklich eins zu eins (oder mit einem anderen Maßstab) auf Deutschland zu übertragen sind (von ideologischer Reinheit und Glaubwürdigkeit will ich gar nicht erst anfangen. Das ist eh Glaubens- und Auslegungssache), aber den Vorsitzenden des Staatskomitees der DKP-Thüringen („Thuringen State Committee of the Communist Party of Germany“ steht bei KCNA) scheint es so nach erfolgreichen Ideologien zu dürsten, und dementsprechend schenkten ihm die hilfreichen Genossen aus Ostasien Werke von Kim Il Sung und anderen (nord-)koreanischen Autoren. Im Gengenzug versprach der Vorsitzende aus Thüringen, er selbst werde sich künftig tiefer mit der Ideologie der Partei der Arbeit Koreas befassen und werde auch die ideologische Schulung der Mitglieder seiner Partei fördern.

Naja, von links scheint es in Deutschland momentan jedenfalls keine Gefahr zu geben. Wenn die echten Kommunisten in Deutschland so orientierungslos sind, dass sie sich die Ideologie Nordkoreas zum Vorbild nehmen müssen, dann scheint es an der ideologischen Front echt düster zu sein. Und jetzt kommt auch noch die Konkurrenz von halblinks. Seit der Unterschriftenautomat von Gesine Lötzsch die Adresse von Fidel Castro samt Geburtstag gespeichert hat, muss die DKP wohl fürchten, dass die nächste Buchspende an Die Linke geht (wer weiß, welche der vielen nordkoreanischen Jubiläen in dem ominösen Automaten vermerkt sind). Vielleicht sucht Frau Lötzsch dann mit Hilfe der Juche-Ideologie nach Wegen zum Kommunismus. Ob die allerdings da zu finden wären, da habe ich meine Zweifel. Sei‘s drum: Solange die DKP sich mit Juche beschäftigt, kommt sie jedenfalls nicht auf die Idee, sich mit der Realität zu befassen. Das ist doch auch schonmal was.

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2 Antworten

  1. Es ist nicht die 4000-Genossen-West-D„K“P, sondern die 150-Rentner-KPD (Ost), die eine besondere Affinität zu alles Stalinistischem (ob das ein Vorzug ist, oder nicht, möge jeder für sich selbst entscheiden) besitzt.

    • Oh, der Fehler geht auf meine Kapp und ich entschuldige mich, sollte sich jemand beleidigt gefühlt haben. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich bisher (und wohl auch in Zukunft ) nicht den Drang verspürt habe, die deutsche Parteienlandschaft links der Linken zu erkunden. Aber ich verspreche nächstes Mal besser zu recherchieren…

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