UPDATE: Gerüchte: Russland und Nordkorea planen gemeinsame Militärübung

Update (16.09.2011):Es ist jetzt amtlich. Der Sprecher des Kommandos des Östlichen Militärbezirks Russlands, Igor Muginov erklärte vorgestern, dass in diesem Jahr kein gemeinsames Manöver mit Nordkorea geplant sei. Allerdings wolle man im nächsten Jahr eine Übung mit nordkoreanischen Truppen durchführen, bei der es um Seenotrettung gehen solle. Das Manöver dürften Ri Yong-ho, Nordkoreas Generalstabschef und der Befehlshaber des Östlichen Militärbezirks Russlands, Konstantin Sidenko, vereinbart haben als sie sich im Rahmen von Sidenkos Besuch in Pjöngjang im August trafen. Wenig überraschend zeigen sich die USA von dem Manöver irritiert und appellieren an Moskau, es möge sicherstellen, dass Pjöngjang das Manöver nicht als Freifahrtschein interpretiert, den internationalen Druck zu ignorieren und sich weiterhin einer Denuklearisierung zu verweigern.

Ursprünglicher Beitrag (13.09.2011): Berichten der japanischen Asahi Shinbun zufolge, planen Russland und Nordkorea möglicherweise noch in diesem Jahr gemeinsame Militärübungen im Ostmeer/Japanischen Meer. Die Zeitung beruft sich dabei auf ungenannte Quellen mit guten Verbindungen zur nordkoreanischen Führung (also ist es bisher nicht mehr als ein Gerücht). An der Übung sollen Marine und Luftwaffe beider Länder teilnehmen und es sollen Maßnahmen zur Rettung auf hoher See simuliert werden. Auf die gemeinsamen Übungen hätten sich Kim Jong Il und Dimitri Medwedew bei Kims Besuch in Russland vor ein paar Wochen geeinigt. Angeblich habe Kim nach einem gemeinsamen offensiven Manöver gefragt, worauf Medwedew aber nicht eingegangen sei (warum eine Quelle, die nah an Nordkoreas Führung ist sowas erzählen sollte weiß ich nicht, daher wäre ich mit diesem Teil doppelt vorsichtig).

Sollten sich diese Gerüchte bestätigen, dann ist darin definitiv ein weiterer Erfolg, den Kim Jong Il bei seiner Reise erzielte, zu sehen, denn gemeinsame Militärmanövern mit Nachbarländern sind etwas, dass Nordkorea schon recht lange nicht mehr hatte. Gleichzeitig wäre ein solches Manöver ein eindeutiges Zeichen für eine Verbesserung der Beziehungen mit Russland und hier besonders der Militär-zu-Militär-Beziehungen, die mitunter nicht unwichtig sind, wenn es mal hart auf hart kommt. Sollte sich das bestätigen, dann kann es auch den USA, Japan und Südkorea nicht gefallen. Bisher sind die einzigen, die in der Region regelmäßig gemeinsame Manöver abhalten (also normalerweise die USA mit einem der Beiden) und damit Macht demonstrieren diese drei. Wenn sich nun andere Staaten der Region zusammentun und das auch noch mit Nordkorea, dann ist das natürlich sowas wie ein kleiner Angriff auf ihre militärische Vormacht und ein Zeichen, dass Nordkorea auch Freunde hat, was die Handlungsoptionen gegenüber Pjöngjang einschränken kann.

Wenn es tatsächlich zu einem gemeinsamen Manöver Russlands und Nordkoreas kommen sollte, ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass Pjöngjang auch militärisch den Blick wieder mehr nach außen richtet und gleichzeitig Seitens China (da war ja kürzlich ein Hafenbesuch zweier chinesischer Schiffe) und Russland nicht auf totale Ablehnung stößt. Ob dieses Verhalten aus eigenem Antrieb geschieht, von Russland und China gefördert wird, oder durch die konfrontativere Politik, die vor allem Südkorea in den vergangenen Jahren fuhr, ausgelöst wird, ist schwer zu sagen. Es spricht etwas für jede dieser drei Möglichkeiten.

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2 Antworten

  1. Ehrlich gesagt, eine brilliante Idee! Die Bundeswehr sollte vielleicht ein paar nordkoreanische Militaerbeobachter zu naechsten Manoever einladen. Die Volksarmee wird das wohl eher nicht staerken, aber den Verantwortlichen zeigen, dass sie (konventionell) gegen eine moderne Armee keine Chance haben.

    • Ich glaube, zumindest die militärische Führung braucht dafür garkeine Beobachter irgendwohin zu schicken (die normalen Soldaten müssen wohl aus Motivationsgründen in dem Glauben gehalten werden). Die wissen das und deshalb versuchen sie sich auch eher nicht-konventionelle/asymmetrische Kapazitäten zuzulegen.

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